Gangelt - 50 Prozent mehr Grünschnitt in Gangelt: Grundgebühr steigt

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50 Prozent mehr Grünschnitt in Gangelt: Grundgebühr steigt

Von: dawin
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Die Abgabe von Grünschnitt steigt ständig an, das spürt auch René Meuffels vom Gemeindebauhof. Foto: Markus Bienwald
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Gangelt. Die Grundgebühr für den 80 bzw. 120 Liter Restmüllbehälter wird sich in der Gemeinde Gangelt ab Januar 2016 von 54,70 auf 63,30 Euro pro Jahr erhöhen. Der Haupt- und Finanzausschuss stimmte der Änderung der Gebührensatzung über die Abfallents

Gangelt. Die Grundgebühr für den 80- und für den 120-Liter-Restmüllbehälter wird sich in der Gemeinde Gangelt ab Januar 2016 von 54,70 auf 63,30 Euro pro Jahr erhöhen. Der Haupt- und Finanzausschuss stimmte der Änderung der Gebührensatzung über die Abfallentsorgung zu.

Ursächlich für den Dreh an der Gebührenschraube sind in erster Linie erhebliche Mehrmengen von rund 50 Prozent bei der Grünschnittanlieferung am Bauhof sowie eine Erhöhung der allgemeinen Kosten. Die Gewichtsgebühren beim Restabfall von 0,17 Euro pro Kilo und für den Bioabfall von 0,15 Euro pro Kilo bleiben jedoch unverändert.

Roger Schröder, UB, wunderte sich über den enormen Anstieg beim Grünschnitt von 3400 auf 5000 Kubikmeter und wollte wissen, „wie das passiert ist“. Beigeordneter Gerd Dahlmanns hatte auch nur eine Vermutung: „Das könnte mit dem geänderten Markensystem zu tun haben.“

Ob eventuell auch Grünzeug „schwarz“, vielleicht aus umliegenden Kommunen, entsorgt worden sein könnte, fragte Schröder. Ausschließen, so die Verwaltung, lasse sich dies natürlich nicht. „Eine Kontrolle durch das Entsorgungsunternehmen bedeutet Mehraufwand, der die Gemeinde wieder zusätzlich Geld kostet“, meinte Bürgermeister Bernhard Tholen.

Die gemeindlichen Entwässerungseinrichtungen arbeiten derzeit kostendeckend. Daher werden die Gebührensätze für Schmutzwasser, 2,67 Euro pro Kubikmeter, und für Niederschlagswasser, 0,72 Euro pro Kubikmeter, nicht angehoben.

Positiv gestaltet sich auch die Gebührenkalkulation für das Friedhofs- und Bestattungswesen, sie weist für 2016 bei den Grabnutzungsgebühren umlegungsfähige Kosten von rund 129.000 Euro aus, dem stehen Erlöse von rund 145.000 Euro gegenüber.

Bei den Bestattungsgebühren belaufen sich die Kosten auf rund 44.000 Euro, und die Gemeinde erwartet Erlöse in Höhe von 47.000 Euro. 2014 wurde eine Überdeckung von 3319 Euro erzielt, für 2015 steht ein Plus von 17.569 Euro an. Die Folge: Der 2012 entstandene Fehlbetrag in Höhe von 33.867 Euro wird voraussichtlich 2016 ausgeglichen.

Angesichts der positiven Entwicklung regte Hans-Günter Heinen, Freie Wähler, an, die Gebühren zu senken. Karl-Heinz Milthaler, CDU, stellte fest, dass die Gemeinde im Bestattungswesen „vieles anbietet“, konstatierte aber auch, dass der Trend immer mehr zur preiswerteren Urnenbestattung gehe.

Auch Bürgermeister Tholen betonte, dass die „Beerdigungskultur“ sich ändere und die Gemeinde sich darauf einzustellen habe: „Die Trauerhallen werden kaum noch benutzt. Das kommt auch daher, weil die Bestattungsunternehmen inzwischen alles, sozusagen ,all inclusive‘, anbieten, bis zu einem eigenen Haus der Trauer.“

Vor diesem Hintergrund müsse die Kommune sich ernsthaft überlegen, ob eine neue Trauerhalle künftig noch finanzierbar ist. Gerd Schütz, CDU, erklärte, dass die „Friedhofsgruppe“ sich mit dem Aspekt beschäftigen werde.

Für den Winterdienst wird der Gangelter Bürger ab 2016 deutlich weniger tief in die Tasche greifen müssen.

Aufgrund der letzten milden Winter hat sich Ende 2014 ein Überschuss ergeben, der teilweise in der Gebührenbedarfsrechnung des Jahres 2016 berücksichtigt wird. Für die Reinigungsklasse W1 sind künftig 0,24 Euro pro Meter (bislang 0,40 Euro) und für die Kategorie W2 0,12 Euro (0,20 Euro) zu zahlen.

Deutlich höher schlagen bald die Ablösegelder für Stellpätze zu Buche. In der Vergangenheit wurden nur vereinzelt Anträge auf Ablösung gestellt. Da sich in jüngster Zeit die Anzahl erheblich erhöht hat und immer weniger Parkraum in der näheren Umgebung zur Verfügung steht, hat die Verwaltung vorgeschlagen, Parkplätze zu schaffen.

Dafür benötigt die Gemeinde Geld, sprich höhere Ablösebeträge, die nach BauO NRW zweckgebunden unter anderem für neuen Parkraum eingesetzt werden können. Der Haupt- und Finanzausschuss stimmte dem Vorhaben zu.

So werden die Ablösebeträge je Stellplatz, die nach Rücksprache mit dem Planungsbüro VDH festgelegt wurden, wie folgt aussehen: für die Gebietszone I (Gangelt und Birgden) 4000 Euro je Stellplatz (bislang 1000 Euro) und für die Gebietszone II (alle übrigen Ortschaften) 3500 Euro (900 Euro).

Heinen, FW, hatte allerdings Bedenken, dass die höheren Beträge vor allem ältere Menschen vor Schwierigkeiten stellen könnten. Bürgermeister Tholen betonte, dass für die bestehenden Häuser Besitzstandswahrung gelte – im Klartext: Da passiert nichts.

„Problematisch wird es nur dann, wenn jemand sein Haus abreißt und ein neues errichtet.“ Und für denjenigen, der sich ein neues Haus hinsetzt, so argumentierten Gerd Schütz, CDU, und Rainer Mansel, SPD, sei die Ablöse ein leicht zu verschmerzender Obolus, eine hauseigene Garage würde ein Vielfaches mehr kosten.

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