34-Jähriger muss für zwei Jahre ins Gefängnis

Von: Herbert Keusch
Letzte Aktualisierung:

Geilenkirchen. Zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren hat das Schöffengericht in Geilenkirchen unter Vorsitz von Richter Anselm Pütz einen 34-jährigen Angeklagten aus Geilenkirchen verurteilt.

„Wir haben es mit einem drogenabhängigen Angeklagten zu tun, der mit Drogen handelte, selbst Drogen anbaute und selbst kein Problem damit hatte, einem damals bei ihm lebenden 16-Jährigen Drogen zu verkaufen oder zu überlassen”, begann Richter Anselm Pütz seine Urteilsbegründung.

„Er hat zudem einen Wohnungseinbruch begangen und kann nur dann darauf hoffen, dass die Strafe zurückgestellt wird, wenn er sofort eine Therapie antritt”, erläuterte der Richter weiter. Die ganze Raffinesse des Angeklagten sei bei der Einfuhr von Drogen zusammen mit seinem damaligen 16-jährigen Mitbewohner deutlich geworden.

Aus den Niederlanden kommend habe er mit dem 16-Jährigen vereinbart, ihm die Drogen beim Grenzübertritt überlassen. „Wenn ein Jugendlicher mit Drogen erwischt wird, dann trifft es den nicht so hart wie mich als Erwachsener”, glaubte der Richter die Beweggründe des Angeklagten für sein damaliges Verhalten erkannt zu haben.

Von Anfang an hatte der Angeklagte , der dann bei der Urteilsbegründung in Tränen ausbrach, erklärt, dass er zu den Vorwürfen der Staatsanwalt keine Stellung nehmen wolle.

Vorgeworfen worden war ihm ein weiterer Diebstahl aus der Wohnung seines Nachbarn im gemeinsam bewohnten Mehrfamilienhaus.

Dieser Diebstahl konnte ihm letztlich aber nicht nachgewiesen werden, zumal der Mieter in der Verhandlung als Zeuge erklärte, dass er nicht mehr wisse, ob er seine Wohnungstür während seiner einwöchigen Abwesenheit überhaupt verschlossen hatte.

Erheblich belastet wurde der Angeklagte durch einen heute 18-jährigen Zeugen, der sich mit seiner Aussage allerdings auch selbst schwer belastete. „Ich habe den Angeklagten als Drogendealer kennen gelernt, als ich als 16-Jähriger viereinhalb Monate bei ihm gewohnt habe.” Es sei so gewesen, dass er Drogen vom Angeklagten gekauft habe, aber sich auch an dessen Kühlschrank selbst bedient habe. Zum Sachverhalt „Drogeneinkauf in den Niederlanden” erklärte der 18-Jährige, dass er angeboten habe, die Drogen über die Grenze zu bringen, wobei er gemeinsam mit dem Angeklagten auf einem motorisierten Zweirad die Grenze passierte.

Schließlich erklärte dieser Zeuge, dass der Angeklagte einmal in seine Wohnung zurückgekommen sei und eine Mini-Stereoanlage, eine Bohrmaschine und einen DVD-Player dabei gehabt habe. „Er hat erklärt, dass diese Sachen aus einem Einbruch stammen”, sagte der 18-Jährige aus.

Staatsanwalt Bäcker forderte in seinem Plädoyer eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten: „Der Angeklagte hat sich als Drogendealer ohnehin, mit der Abgabe von Drogen an einen Minderjährigen aber im Besonderen strafbar gemacht, zudem halte ich zwei Einbrüche als nachgewiesen”, begründete der Vertreter der Staatsanwaltschaft seinen Antrag, nicht zuletzt auch mit Hinweis, dass es sich beim 34-Jährigen um einen erheblich vorbestraften und unter laufender Bewährung stehenden Angeklagten handele.

Strafverteidiger Henning Cwik bat um ein mildes Urteil, erklärte aber, mit den Ausführungen des Staatsanwaltes durchaus übereinzustimmen. „Es bestehen allerdings Zweifel, ob mein Mandant gewusst hat, dass sein Mitbewohner noch minderjährig ist.”
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