300 Cannabispflanzen in Gewerbehalle: 18 Monate Haft

Von: Herbert Keusch
Letzte Aktualisierung:

Geilenkirchen. Zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilte das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Thomas Schöning einen 46-jährigen Angeklagten aus Übach-Palenberg.

Im Verfahren gegen den 46-Jährigen ging es es um den Anbau von Cannabis in einer Übach-Palenberger Gewerbehalle. Bei einer polizeilichen Durchsuchung der Halle am 2. März 2009 wurden rund 300 Cannabispflanzen mit einem Wirkstoff von 716 Gramm THC sichergestellt.

Sichergestellt worden waren auch ältere Blätter von Cannabispflanzen und in einem Industriestaubsauger Reste von Cannabispflanzen, wodurch der Eindruck entstanden war, dass vor der Durchsuchung an eben diesem 2. März bereits einmal geerntet worden war.

„In diesem heutigen Verfahren konnten wir aber nur von einem Fall des Anbaus ausgehen”, begründete der Richter das Urteil. Im übrigen habe es sich um eine weiche Droge gehandelt, die zudem sichergestellt worden sei. „Andererseits hätten von einem Wirkstoff in der Größenordnung immerhin 71000 Einzelportionen hergestellt werden können”, führte der Richter weiter aus.

Wobei man sich ohnehin fragen müsse, wie ein Vater von zwei Kindern, für die er nun einmal Verantwortung übernehmen müsse, überhaupt auf eine solche Idee mit dem Anbau von Cannabis kommen könne.

Bei der Verlesung der Anklageschrift hatte Staatsanwältin Anna Maria Zander noch davon gesprochen, dass eine erste Ernte von rund 300 Pflanzen vorgenommen worden sei und eine weitere Aufzucht in zwei abgetrennten Räumen einer Werkstatt vorhanden gewesen sei. „Eine dritte Aufzucht war in Vorbereitung”, warf sie dem Angeklagten vor.

Richter Schöning wollte konkret wissen, wie der Angeklagte dazu gekommen war, derartige Pflanzen anzubauen. „Das ist doch heute nicht mehr schwierig. Im Internet gibt es beste Informationen”, erklärte der Angeklagte.

„Im Internet wird auch eine Operation beschrieben. Ich würde aber nie auf die Idee kommen, die dann auch vorzunehmen”, entgegnete der Richter. Der Angeklagte erläuterte, dass er sich in den Niederlanden informiert habe, dort auch die entsprechenden Utensilien und die Pflanzen gekauft habe.

„Der Angeklagte hat ein umfassendes Geständnis abgelegt, was bei diesem Ermittlungsstand aber auch nicht anders zu erwarten war”, begann Staatsanwältin Zander ihr Plädoyer. „Ich fordere eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt werden kann.” Ähnlich äußerte sich Strafverteidiger Hans Bert Heimanns, der sich dem beantragten Strafmaß anschloss.
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