Geilenkirchen - „3 x W“: Gemälde ersetzen eine Safari

„3 x W“: Gemälde ersetzen eine Safari

Von: Christina Kolodzey
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Die drei Wischinskis vor Renés Comics: Nathalie Kwade, René Wischinski und Hans Werner Wischinski stellen in Haus Basten in Geilenkirchen aus. Foto: Christina Kolodzey

Geilenkirchen. „Ich bleibe auf dem Teppich und achte darauf, dass auch mein Mann und meine beiden Kinder nicht ‚abheben‘!“, meinte verschmitzt lachend Margret Wischinski, Ehefrau und Mutter der ausstellenden Künstler und einzige nicht künstlerisch Tätige in ihrer Familie. „Doch die Gefahr ist kaum gegeben, alle sind sehr bodenständig“, ergänzte sie.

Hans Werner Wischinski (64), Nathalie Kwade ((29/geborene Wischinski) und René Wischinski (25) hatten sich gerne bereit erklärt, zum ersten Male zusammen einen Ausschnitt ihres Schaffens einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Bürgermeister Thomas Fiedler begrüßte die Aussteller und alle Kunstinteressierten gut gelaunt im gemütlichen Haus Basten. Er dankte zunächst René Wischinskis langjähriger Freundin, Svenja Engels (24), und deren Schwester Clarissa (18) für ein Musikstück, das sie zur Einleitung der Ausstellung auf ihren Querflöten schwungvoll vorgetragen hatten. Besonders freue ihn, dass im Rahmen des Geilenkirchener Kulturprogramms drei Übach-Palenberger Künstler ihre Werke präsentierten und er sich so dafür „revanchieren“ könne, dass im wunderschönen Schloss Zweibrüggen häufig Geilenkirchener Künstler ausstellen dürften.

So könne man die enge Verbindung beider Städte vertiefen, betonte er. „3 x W“, dies sei ein „künstlerisch-genetisches Programm“, bei dem der Vater seine Leidenschaft an seine Kinder weitergegeben habe, was jedoch für Margret Wischinski nicht immer einfach gewesen sein müsse, denn solch ein Künstlerhaushalt hinterlasse sicherlich seine „Spuren“. Alle drei seien auf unterschiedliche Art und Weise in unserer Region tätig und schärften durch ihre besondere ästhetische Sichtweise den Blick auf unsere Landschaft.

Auf drei Etagen konnten sich die weit über 100 Besucher ein Bild von der Vielfältigkeit und vom Einfallsreichtum der Wischinskis machen: Von Fotografie über Aquarell- und Acrylmalerei bis zu Zeichnungen und Comics spannt sich der breite Bogen, über 70 Werke sind zu bewundern, alle so unterschiedlich wie ihre Gestalter:

Hans Werner Wischinski, pensionierter Grundschullehrer, hatte als Jugendlicher zunächst mit Bleistift und Tusche gezeichnet. Seine Passion für die Fotografie entdeckte er bei einem Jux-Wettbewerb, seitdem ist die Kamera sein unverzichtbarer Begleiter. Besonders die Natur und alltägliche Gegenstände hält er auf unverkennbare Art und Weise fest, vor allem im Makrobereich. Viele Preise bei renommierten Fotowettbewerben honorierten sein exzellentes Können. Die Freude an der Malerei wurde durch einen Aquarellkasten, ein Geschenk seiner Frau, geweckt.

Seine Tochter Nathalie, Diplom-Verwaltungswirtin, ist ebenfalls begeisterte Fotografin und begleitete ihren Papa schon als kleines Mädchen auf Streifzügen durch die Natur. Während der Schulzeit entdeckte sie im Kunstunterricht ihre Liebe zur Acrylmalerei. Bald kamen Aquarelle hinzu. An manchen Tagen, wenn sie schnell einen Eindruck festhalten möchte, malt sie in Aquarell, an anderen Tagen bringt sie ihre Gefühle in der aufwendigeren Acryltechnik zum Ausdruck. Viele beeindruckende Fotos entstanden auf Reisen, und ihre grandiosen Gemälde über Afrika ersetzen fast eine Safari.

Der jüngste der drei Künstler, René Wischinski, zeichnet stimmungsvolle Schwarz-Weiß-Szenerien, gerne von Städten. Am meisten faszinieren ihn jedoch Comics und die technischen Möglichkeiten, die sich ihm hierzu am Computer bieten. Skizzen bearbeitet er geschickt mit dem „Graphic Tablet“ weiter. Ambitioniert besucht er viele Fortbildungen in diesem Bereich und absolviert demnächst sogar ein Fernstudium Graphik-Design. Seit einem Jahr arbeitet er mit seinem Freund Sebastian Weißborn an einem eigenen Comic im Buchformat.

Die Kunstinteressierten, unter ihnen viele Mitglieder des Stadtrates, waren von der Fülle der dargebotenen Kreationen begeistert. Franz Beemelmanns, ehemaliger Bürgermeister, ließ sich gar zu der Bemerkung hinreißen: „In meiner zehnjährigen Amtszeit habe ich viele Ausstellungen gesehen, doch diese ist die schönste von allen.“

Christa und Uwe Schmitt gefiel vor allem der hintergründige Humor, der aus vielen Werken spreche und zum Nachdenken anrege, während Andrea Engels gesellschaftswissenschaftliche Kritik in den Comic-Darstellungen auffiel, die auf den Punkt genau getroffen sei. Wolfgang Ziemann aus Übach-Palenberg war ebenfalls sehr beeindruckt, vor allem wegen der verschiedenen Techniken und der interessanten Zusammenstellung.

Er würde es begrüßen, dies alles in noch größerem Rahmen sehen zu können. Das Potenzial sei sicherlich vorhanden. Seine Frau, Kunsterzieherin, ergänzte fachmännisch: „Die Komposition stimmt, die Farbakzente sind hervorragend gesetzt, die Untertitel gut.“

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