270.000 Euro Fördergelder für Kompetenz und Toleranz

Von: mabie
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Geilenkirchens Bürgermeister
Geilenkirchens Bürgermeister Thomas Fiedler (l.) begrüßte neben Ulla Theising als Coach des Bundesprogramms „Toleranz fördern - Kompetenz stärken” auch Birgit Gerhards von den Sozialen Diensten der Stadt, sowie Nina Braukamp von der Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz und Markus Kaumanns (v.l.) von der Koordinierungsstelle. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. Geilenkirchen freut sich über 270.000 Euro Fördergelder aus einem Bundesprogramm. Bürgermeister Thomas Fiedler zeigte sich sichtlich zufrieden. „Jahrelang habe ich mein Geld damit verdient, Förderanträge zu stellen”, sagte er zu den rund 70 Gästen, die sich an diesem Abend im Bürgersaal des Hauses Basten versammelten.

Grund dafür war die gut zweistündige Auftaktveranstaltung zur Teilnahme am Bundesprogramm „Toleranz fördern - Kompetenz stärken”. Das bedeutet nicht nur einen Geldsegen von 270.000 Euro in den kommenden drei Jahren. Auch viel Arbeit muss in das Projekt investiert werden, schließlich soll es auch nach seinem Ende nachwirken. Vor dem Hintergrund einer sich ändernden Gesellschaft, so Fiedler weiter, sei es nötig, soziale Einzelprojekte zu fördern. Dazu gehören beispielsweise eine verbesserte soziale Integration, eine starke demokratische Bürgergesellschaft, geförderte kulturelle wie geschichtliche Identität, die Bekämpfung rechtsextremer Tendenzen vor allem bei jungen Menschen oder eine geförderte Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt. „Insgesamt steigt das Prekäre in der Gesellschaft”, fand der Erste Bürger, „und Angst ist als dauerhaft begleitendes Lebensgefühl präsent”.

Genau hier könne „Toleranz fördern - Kompetenz stärken” ansetzen, um die Gesellschaft dort zu fördern, wo sozialer Zusammenhalt zu brechen droht. Ulla Theising als Coach des Bundesprogramms und Beraterin vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, machte klar, dass solche Vorgänge auch außerhalb der viel zitierten „sozialen Brennpunkte” um sich greifen.

„Rechtsextremismus, Demokratie- und Fremdenfeindlichkeit sind kein Jugendproblem, sondern finden sich überall wieder”, unterstrich sie. Als Moderatorin des Abends klärte sie auch über die bald auch in Geilenkirchen auf der Tagesordnung stehenden Lokalen Aktionspläne (LAP) auf. Diese LAP sollen bis Ende des Jahres stehen, ein Begleitausschuss entscheidet schließlich über die Verteilung der Mittel. „Gefördert werden sollen konkrete Projekte, die länger wirken sollen”, schloss Theising. Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigte Nina Bramkamp von der Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz auf. Der Verein kümmert sich in der Stadt mit der Schwebebahn beispielsweise um den Kampf gegen Rassismus. Auch die aktive Auseinandersetzung mit der Nazi-Vergangenheit wird durch Projekte rund um das ehemalige Konzentrationslager Kemna in Wuppertal gefördert. Dazu gibt es Ausstellungen, Konzerte oder auch ein Zuwanderungsprojekt mit Menschen, die anderen gerne von ihren Wurzeln berichten.

In Geilenkirchen stehen Birgit Gerhards als Koordinatorin der Sozialen Dienste und ihr Verwaltungskollege Markus Kaumanns für die Umsetzung. Sie stellten neben einem dichten Zeitplan gleich auch drei Zukunftswerkstätten als Startpunkte von „Toleranz fördern - Kompetenz stärken” in Geilenkirchen vor. Dort sollen engagierte Bürger ergebnisoffen miteinander zusammenarbeiten, dabei vorhandene Ressourcen wie die 2009 erstellte Sozialraumanalyse nutzen und so zukunftsweisende Veränderungen vorbereiten und verankern. „Sie können bei uns gerne mal unverbindlich reinschauen”, lud Birgit Gerhards ein, „sie gehen nicht sofort eine Ehe mit uns ein”. Damit war der Weg nicht nur für die Umsetzung des Projektes frei, sondern auch für einen Abend bei Canapés, Kaltgetränken und guten Gesprächen - auch mit einem zufriedenen Verwaltungschef.

Anmeldeformulare für Bürger auf der städtischen Homepage

Von Juli bis September werden die drei Zukunftswerkstätten, die im September, Oktober und November stattfinden, vorbereitet.

Die vorläufigen Projektthemen sind die „Initiative Stadtentwicklung Bauchem” als heterogen gewachsenem Stadtteil, die „Initiative Innenstadt und Wurmauenpark” unter anderem mit Blick auf Sicherheit und Sauberkeit sowie die „Initiative Jugendinteressen”, die vor allem auf Engagement setzen soll.

Am 4. Juli wird erstmals die Sitzungsgruppe, die später den nötigen Begleitausschuss bildet, tagen. Der Begleitausschuss soll, so die Stadt, durch örtliche Politiker sowie sozial und kulturell engagierte Bürger Geilenkirchens besetzt werden.

Die Förderung ist gestaffelt und beträgt für dieses Jahr 60 000 Euro, für 2012 90.000 Euro und für 2013 80.000 Euro, wobei diese Summen als Maximalbeträge bezeichnet werden.

Weitere Informationen sind erhältlich bei Birgit Gerhards im Rathaus unter ? 02451/629309 und bei Markus Kaumanns unter ? 02451/629315 sowie per Fax unter 02451/629304 und auf der Homepage der Stadt Geilenkirchen, wo interessierte Bürger auch Anmeldeformulare finden.
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