250 Jahre Schützengeschichte in Frelenberg

Von: Markus Bienwald
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1953 wurde fälschlicherweise das 75-jährige Bestehen gefeiert, ein Gruppenbild am Ehrenmal mit dem Königspaar Heinrich und Frieda Boymanns gehörte dazu. Repro: Markus Bienwald
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Übach-Palenberg. Die Ausrichtung eines Bezirksschützenfestes ist schon ein Höhepunkt für jede Schützenbruderschaft. Wenn dann noch ein wirklich rundes, großes Jubiläum ansteht, dann kommt an Freude und natürlich auch an Geschichten und alten Schwarz-Weiß-Fotos einiges zusammen.

So geht das natürlich auch beim anstehenden Bezirksschützenfest der St.-Dionysius-Schützenbruderschaft in Frelenberg. Sie feiern nicht nur von Freitag, 4. September, bis einschließlich Montag, 7. September, ihre Bezirksschützen. Die 1765 gegründete Bruderschaft blickt gleichzeitig zurück auf ein sattes Vierteljahrtausend eigener Historie.

Oder auch mehr, das lässt sich nur nicht belegen, wie Brudermeister Helmut Manczak beim Besuch unserer Zeitung erzählt. „Wir haben Beweise, dass unsere Bruderschaft bis ins Jahr 1765 zurückreicht“, sagt er, „darüber hinaus gibt es Indizien, die annehmen lassen, dass wir noch viel älter sind“. Belegen lässt sich diese These nicht, da sich der Titel St.-Dionysius-Schützenbruderschaft „nur“ 250 Jahre zurückverfolgen lässt.

Und das führte auch zu einer ganz besonderen Geschichte in der Historie der Brauchtumspfleger. „So ein Bezirksschützenfest gab es schon einmal“, sagt Manczak. „Das war 1978, und damals gingen wir davon aus, dass die Bruderschaft erst 100 Jahre alt ist“, erinnert er sich zurück. Doch das war falsch, später entdeckte Quellen wiesen aus, dass die Bruderschaft schon ein ganzes Stück älter ist.

„Einige Monate nach dem großen Jubelfest entdeckte Heimatforscher Herbert Simons in alten Quellen, dass die Bruderschaft bis ins Jahr 1765 zurückreicht. „ Aber da war es natürlich schon zu spät“, meint Manczak und freut sich, dass dieses Histörchen seinen Teil zur Entwicklung der Bruderschaft beitrug. Wer übrigens in der sehr ausführlichen Festschrift von 1978 blättert, wird erkennen, dass wohl eine alte, restaurierte Schützenfahne und ein Teil des noch vorhandenen Königssilbers die damaligen Historiker auf die falsche Fährte führten.

Vieles ging im Krieg verloren

Lorenz Plum, damaliger stellvertretender Brudermeister und späterer Ehrenbrudermeister, hatte es nicht leicht, wie er selbst in seiner vielseitigen Chronik schreibt. „Durch die Zerstörungen im letzten Weltkrieg gingen viele Urkunden, Aufzeichnungen und Berichte, sowie ein Teil des Königssilbers verloren“, beschrieb er seine Ausgangslage.

Auch solche Geschichten tragen zur Legendenbildung bei, wie die natürlich zum Selbstverständnis der Schützen in einer Bruderschaft geteilten Grundsätze „Glaube, Sitte, Heimat“. Und so bleiben die Worte von Lorenz Plum aus dem Jahr 1978 wohl immer gültig. Plum schrieb damals in seinem Grußwort: „Ein Jubiläum, gerade in der heutigen Zeit, ist sowohl Verpflichtung zur Rückschau in die Vergangenheit, sowie zur Vorschau in die Zukunft“.

Er freute sich schon damals, dass es etwas „Frohmachendes“ sei, „dass sich in Frelenberg immer wieder Männer fanden, die von ihrem Glauben getragen, versuchten, eine Gemeinschaft zu sein, und Ideen zu verwirklichen“.

Worte, denen der amtierende Brudermeister Helmut Manczak nur zustimmen kann. Und auch er kann in die Geschichte blicken, denn 1997, anlässlich des Stadtverbandsfestes zum 600-jährigen Bestehen der Orte Frelenberg und Zweibrüggen, setzte er sich schon mit Nachdruck für die Zukunft ein. „Der Jungschütze von heute ist der Schützenbruder von morgen“, konstatierte Manczak, und seine Worte haben natürlich auch heute noch Gültigkeit.

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