18 Tonnen Salz verhindern das Schneechaos

Von: lbe/st/rh
Letzte Aktualisierung:
4798942.jpg
Drei große Räumfahrzeuge waren gestern in Geilenkirchen im Einsatz, räumten die Hauptstraßen und verteilten insgesamt 18 Tonnen Salz. Foto: Udo Stüßer
4798951.jpg
Taxifahrer Jürgen Kochs ist früher aufgestanden, um sein Auto frei zu räumen.
4798952.jpg
Rentner Karl-Heinz Risse setzt bei Schnee auf festes Schuhwerk und seinen Rollator.
4799641.jpg
Hubert Wagels räumt mit seinem kleinen Schneepflug die nötigen Wege. Foto: Georg Schmitz
4798953.jpg
Die Busse liegen besser auf der Straße, weiß Rainer Honnerlagengrete. Fotos (3): L. Beemelmanns Foto: Beemelmanns

Geilenkirchen. Das große Schneechaos ist bislang in Geilenkirchen und Umland ausgeblieben, auch wenn bereits am Dienstagnachmittag viele feine Schneeflocken den Weg auf die Straßen suchten. Durch den konstanten Schneefall in der Nacht und dank der Minusgrade blieb der Schnee zum ersten Mal in diesem Jahr liegen und überraschte Auto- und Busfahrer ebenso wie Fußgänger. Doch die waren allesamt gut gewappnet.

Auf Nordrhein-Westfalens Autobahnen sah es anders aus. Dort herrschten am frühen Morgen rund 417 Kilometer Stau. Der deutsche Wetterdienst hatte für gesamt NRW und speziell für Heinsberg eine Wetterwarnung herausgegeben. Auch wenn der Schneefall leicht abklingt, müssen vor allem Autofahrer mit leichtem bis mäßigem Dauerfrost am Tag und strengem Frost bei Nacht rechnen. Doch Geilenkirchen zeigte sich nach wie vor unbeeindruckt. Die Straßen waren weitestgehend frei, wurden schon in den frühen Morgenstunden geräumt.

Sechs Männer des Geilenkirchener Bauhofes rückten am Mittwochmorgen um 4 Uhr aus: Mit einem Kleinschlepper wurden Bürgersteige und Radwege von Eis und Schnee befreit, drei Großfahrzeuge räumten mit Schneeschilden die Hauptstraßen, Steigungen und Gefahrenpunkte im ganzen Stadtgebiet. Dabei wurden 15 Gramm Salz pro Quadratmeter gestreut.

Zwei Männer des Bauhofes waren zu Fuß unterwegs und streuten besondere Gefahrenpunkte ab, wie beispielsweise vor Schulen. Insgesamt wurden beim gestrigen Einsatz etwa 18 Tonnen Salz gestreut. Wie Wolfgang Jansen, Leiter des Bauhofes, erklärt, habe die Stadt noch 50 Tonnen Salz. Am heutigen Donnerstag werden zwei Lastzüge mit insgesamt weiteren 50 Tonnen Salz erwartet, so dass dann wieder 100 Tonnen Salz in den drei Silos der Stadt Geilenkirchen lagern. „Sobald 25 Tonnen verbraucht sind, bestellen wir neu“, erklärt der Bauhofleiter. „Diese Vorräte reichen vollkommen, wenn wir nicht solche Engpässe wie vor zwei Jahren bekommen.“ Auch nachdem die Straßen am Mittag von Schnee und Eis befreit waren, fuhren die Räumfahrzeuge die Straßen ab. „Der restliche Schneematsch muss von den Straßen runter. Denn wenn es in der Nacht richtig friert, gibt das eine Eisschicht“, so Wolfgang Jansen.

Bereits am Dienstagabend ging gegen 19.50 Uhr ein Notruf bei der Polizeileitstelle Heinsberg ein: Ein Streuwagen des Landesbetriebs Straßenbau war auf der L 42 zwischen Kogenbroich und Nirm in den Graben gerutscht. Später wurde er von einem Abschleppwagen rausgezogen.

In Übach-Palenberg hat sich die monatelange Planung bewährt. Wie Udo Langendorf vom städtischen Betriebshof bestätigte, konnte der Räum- und Streuplan problemlos umgesetzt werden: „Wir hatten schnell ,schwarze Decke‘ auf den Straßen.“ Selbst Busse und Lastwagen bekamen zügig freie Bahn.

Ein zweiter Räumschild war in der Gemeinde Gangelt zur rechten Zeit angeschafft worden. Das Gerät hatte jetzt Premiere beim Einsatz auf einem Teil des 55 Kilometer langen Straßennetzes, das die Gemeinde im Winterdienst betreut. Der große Schneeschieber wurde an einen leistungsstarken Traktor montiert und war, wie die anderen Sonderfahrzeuge auch, am Mittwoch seit 4 Uhr im Einsatz. Schon am Dienstagabend war die Bauhofkolonne – vier Mitarbeiter in zwei Gruppen – lange unterwegs, sagte Bauhof-Koordinator Christoph Meiers. An keiner Stelle des Winterdienst-Parcours habe es größere Schwierigkeiten gegeben.

Im Kreis Heinsberg ereigneten sich nach Angaben von Polizei-Pressesprecher Karl-Heinz Frenken seit den frühen Morgenstunden bis zum Mittag nur sechs Unfälle – allesamt mit leichtem Sachschaden. Die Verkehrsteilnehmer hätten sich auf die Witterungsverhältnisse eingestellt und würden entsprechend vorsichtig fahren, erklärt der Polizeisprecher.

Insgesamt bedurfte es vor Ort also lediglich einiger Vorbereitung – der Situation entsprechend. „Ich bin eine Stunde früher aufgestanden, habe den Eingang zum Haus und mein Taxi frei geräumt, damit die Schulkinder, die ich fahre, auch pünktlich zur Schule kommen“, sagt Taxifahrer Jürgen Kochs.

Wie gewohnt hatte er seinen Wagen vor dem Bahnhof abgestellt und wartete nach den ersten Touren auf Fahrgäste. „Ich bin der Witterung entsprechend langsam und vorsichtig gefahren, aber alle fahren vorsichtig, das war eine ganz normale winterliche Situation“, berichtet er. Auch mit Verspätungen habe er wenig zu tun gehabt.

Ebenso wie Busfahrer Rainer Honnerlagengrete. Seit 34 Jahren ist er nun schon auf Geilenkirchens Straßen unterwegs. „Wir müssen uns den Verhältnissen anpassen. Sicherheit geht vor, daher gibt es die eine oder andere Verspätung.“ Laut Honnerlagengrete sind die Busfahrer jedoch im klaren Vorteil: „Die Fahrzeuge liegen besser auf der Straße. Dennoch muss man mit Gefühl fahren und mitdenken, das war jedoch nicht der schlimmste Wintertag in all den Jahren“, sagt er. Nach Angaben von West-Verkehrsbereichsleiter Udo Winkens gab es im Schnitt zehn bis 15 Minuten Verspätung auf allen Linien.

Und selbst Rentner Karl-Heinz Risse trotzt dem Schnee. „Es ist alles ganz normal, wie immer, wenn man das richtige Schuhwerk anzieht“, erklärt er. Risse hatte gut besohlte Turnschuhe angezogen, sich dick eingepackt und zur Sicherheit seinen Rollator dabei.

Sogar die Schulen waren bestens vorbereitet. „Unser Hausmeister ist früher aufgestanden und hat alles frei geräumt und gestreut“, sagt Anne Laumen, Sekretärin am St.-Ursula-Gymnasium. „Es ist alles ganz normal gelaufen, die Busse kamen nicht zu spät, und es hat sich niemand beschwert.“

Ein wenig mehr Verspätungen habe es an der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule gegeben. „Ja, es gab vermehrt Verspätungen, aber wir sind als Schule mit großem Einzugsgebiet daran gewöhnt, dass auch Busse morgens ein wenig zu spät kommen können“, erklärt Schulleiter Uwe Böken.

Das sei jedoch nicht nur in den Wintermonaten der Fall. „Ich selbst war heute in der ersten Stunde im Unterrichtseinsatz, und mein Kurs der Jahrgangsstufe 12 war erst nach zehn Minuten komplett anwesend.“ Die Schulhausmeister hatten die wichtigen Zugangswege der Schule in einer extremen Frühschicht geräumt. „Mit Verspätungen“, sagt der Schulleiter, „muss man an solchen Tagen auch leben können.“

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert