Geilenkirchen - 178 Abiturienten verlassen St. Ursula

178 Abiturienten verlassen St. Ursula

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Rekord am Bischöflichen Gymnasium St. Ursula in Geilenkirchen: 178 Abiturienten konnten bei der Feier in der Turnhalle ihre Abiturzeugnisse in Empfang nehmen. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Das ist Rekord, wird nach aktuellen Zahlen aber in den nächsten Jahren wieder übertroffen: 178 Schüler des Bischöflichen Gymnasiums St. Ursula in Geilenkirchen haben ihr Abitur geschafft.

Bei der Entlassfeier in der Turnhalle standen für Schulleiter Matthias Küsters viele Fragen im Raum. Die Schulzeit würde heute als unglaublich intensive Zeit erlebt. Das deutsche Wort „Schule” stamme von einem griechischen Wort, das „Muße” bedeute. Küsters: „Muße ist geschenkte, freie schöpferische Zeit.”

Schule heute sei dagegen bestimmt von Schulzeitverkürzung, Verdichtung des Unterrichtsstoffs, zentralen Prüfungen und immer neuen Reformen. Da komme kein Gedanke mehr an Lernen in Muße, an Bildung durch behutsames Aufnehmen von Bildern, an Zeit, sich in Ruhe umzusehen in der Welt der Natur und des Geistes.

Die Freiheit, über Zeit zu entscheiden, sei noch nie so groß gewesen wie heute, aber: „Von welchen Maßnahmen lassen wir uns leiten, wenn wir über Zeit entscheiden?”

Wer dies an Geld koppele, an Reichtum, der komme zwangsläufig unter Zeitdruck. Küsters: „Wir müssen also lernen, selbstständig über Zeit zu entscheiden.” Eine Frage ergebe sich dabei: „Wie gehen wir mit den neuen Medien um, welche legen wir uns zu?” Denn die Medien selbst, das Handy, der Computer übten Zeitdruck aus, und zwar den Druck, möglichst alles, was der Computer biete, mitzumachen. Solche Geräte verlangten eine unwahrscheinliche Zeitsouveränität, besonders im Verzicht. Daher sei es wichtig, auch an Schulen eine Beratung anzubieten, wie mit dieser Freiheit umzugehen ist, ohne sich unter Stress setzen zu lassen.

Weil die Gesellschaft auf Schnelligkeit aus sei, würde es immer weniger Kinder geben. „Wir leisten uns immer weniger Kinder, weil Kinder Zeit brauchen - und zwar Zeit, die nicht in Geld verrechenbar ist”, so Matthias Küsters. Auch Familien würden unter der beschleunigten Gesellschaft leiden, weil das Familienleben Zeit brauche.

Menschen ließen sich nicht beliebig beschleunigen, weil sie Naturwesen seien. Küsters: „Der Mensch etwa wird müde, der Computer nicht. Aber wie viele Fehler entstehen dadurch, dass müde Menschen arbeiten?”

Die Big Band des Gymnasiums unter Leitung von Leo Jansen sorgte mit musikalischen Einlagen für willkommene Abwechslung während der Abi-Feier.

Dr. Armin Leon richtete ein paar Worte für die Jahrgangsstufenpflegschaft und Kevin Hermanns als Sprecher für die Abiturientia 2010 an die über 400 Gäste in der gefüllten Turnhalle, bevor die 178 jungen Frauen und Männer ihre Zeugnisse ausgehändigt bekamen.
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