1600 Unterschriften: Marienberger Bürgerinitiative mit breitem Rückhalt

Von: Jan Mönch
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Übach-Palenberg. Im Vorfeld der am Dienstag stattfindenden Bauausschusssitzung beklagt die Marienberger Bürgerinitiative (BI) mangelnde Transparenz von Seiten der Stadtverwaltung und den Versuch der Gegenseite, ihr Engagement als politisch motiviert darzustellen.

Zugleich gibt sie bekannt, dass bislang 1600 Bürger sich auf ihrer Unterschriftenliste eingetragen hätten und damit Position gegen das Baugebiet Mariental beziehen. Damit gibt es erstmals einen konkreten Anhaltspunkt, wie groß die Zahl der Gegner des Projekts ist.

Der Bauausschuss soll heute Abend das Baugebiet in die Wege leiten, indem er die Rahmenplanung, einen Flächennutzungsplan und einen Bebauungsplan beschließt. Das Projekt muss zwar noch weitere Hürden nehmen, jedoch handelt es sich um eine politische Willensäußerung mit durchaus wegweisendem Charakter.

Nach allem, was im Vorfeld von Seiten der Fraktionen verlautbart wurde, müsste die Sitzung im Sinne von Stadtverwaltung und des Investors, der Sparkassentochter S-Bauland GmbH, verlaufen. Die BI indes macht sich für einen „fundierten Alternativweg“ stark, „bei dem Kommune, Fraktionen und Bürger gewinnen“.

Am Waubacher Weg, der an das zukünftige Baugebiet grenzt, wohnen auch zwei stadtbekannte Mitglieder der SPD-Fraktion, Tim Böven und Dr. Sascha Derichs. Die BI monierte gestern, dass sie aufgrund dieses Umstands als politisch eingefärbt dargestellt würde. „Es erscheint uns als Ungerechtigkeit am Bürger, [die Gegner des Projekts] potenziell als instrumentalisierte Marionetten darzustellen und einem Transparenzprozess keine Chance einzuräumen.“ Böven und Derichs haben sich bei den bisherigen Abstimmungen zu Mariental stets wegen Befangenheit enthalten.

Die Bürgerinitiative äußert auch Zweifel daran, ob die Stadtverordneten überhaupt in die Lage versetzt worden sind, eine fundierte Entscheidung zu treffen. Die Stadtverwaltung habe immer nur die Vorteile des Baugebiets dargelegt, jedoch nie die Nachteile. „Wie kann eine gute und zukunftssichere Abwägung von Fakten stattfinden, wenn nur eine Waagschale Gewicht erhält?“, fragt die BI rhetorisch.

Verwirrung herrscht im Vorfeld der Bauausschusssitzung noch um die Rolle der Bezirksregierung. In den vergangenen Monaten war von CDU und Verwaltung immer wieder gestreut worden, dass Mariental – insbesondere in dieser Größe – eigentlich von der Bezirksregierung gewollt sei. Dies trifft so nicht zu, wie die Behörde gestern auf eine Anfrage unserer Zeitung hin mitteilte. Im Rahmen eines informellen Gesprächs habe man lediglich „unverbindlich angemerkt“, dass solch eine größere Variante „unter Umständen sinnvoll erscheinen“ könne.

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