Eine Frau aus Kraudorf, die Kurzgeschichten schreibt
Geilenkirchen-Kraudorf. Sie liebt die Natur. Und sie liebt Tiere. Ihre Schafe, ihre Katzen, ihren Mischlingshund Isis und ihre beiden Ponys Nino und Sir Henry, die sich in ihrem weitläufigen Garten in Kraudorf sichtlich wohl fühlen. Beatrix Hötger-Schiffers liebt auch Bücher, vor allem Krimis.
Abiturienten haben Spaß beim 1Live-Schulduell
Übach-Palenberg. Ein bisschen Aufregung machte sich am Mittwoch breit, als das Team vom WDR-Jugendradiosender «1Live» auf dem Schulhof des Carolus-Magnus-Gymnasiums sein Equipment auspackte.
Feuerwehr im Auslandseinsatz: Fuchs rettet Hund
Landgraaf/Scherpenseel. Einsätze auf niederländischem Boden sind für die Mitglieder der Löschgruppe Scherpenseel Routine. Einsätze im niederländischen Boden finden dagegen nicht alle Tage statt - so wie am Rosenmontag, als es um die Rettung eines verschwundenen Hundes ging.
Die «Heinselmänner» ziehen eine erste Bilanz
Kreis Heinsberg. Aufgabe des Vereins «Die Heinselmänner» unter Vorsitz von Landrat Stephan Pusch ist es, unverschuldet in Not geratenen Menschen im Kreis Heinsberg zu helfen.
Anlaufstelle für Angehörige von Demenzkranken
Kreis Heinsberg. Die Selbsthilfegruppe für Angehörige von an Alzheimer erkrankten und dementen Menschen, die in der Trägerschaft des Caritasverbandes für die Region Heinsberg steht, trifft sich von nun an jedem letzten Donnerstag im Monat, also auch heute, am 23. Februar, von 20 bis 22 Uhr in den Räumlichkeiten der Caritas-Pflegestation in Hückelhoven an der Parkhofstraße 45.
Klamme Stadtkasse, boomende Wirtschaft
Übach-Palenberg. Wenn man die äußerst desaströse Finanzlage Übach-Palenbergs betrachtet, kommt man nicht zwangsläufig auf den Gedanken, dass die Wirtschaft in der Stadt brummt.
Mit Musik und Literatur in den Winterabend
Von Johannes Gottwald | 27.01.2012, 17:04
Die Bezeichnung «Konzert» traf für die Veranstaltung sicherlich nicht ganz zu, obwohl das Schul-Orchester eine sehr wichtige Rolle übernahm. Vielmehr kann man von einem «musikalisch-literarischen Abend» sprechen, bei dem jedoch auch Fotografie und Tanz integriert wurden. Der Publikumszuspruch war jedenfalls sehr groß, die Aula der Schule entsprechend besetzt. Den Anfang machte das «Lied der Eiszapfen» von Friedl Hofbauer - nicht etwa ein Gesang, sondern ein höchst interessantes Beispiel für gesprochene Musik - Textbrocken, die aus verschiedenen Richtungen erklangen, sorgten überdies für einen delikaten Effekt von Stereophonie.
Im weiteren Verlauf war das Programm durch einen reizvollen Wechsel aus Gedichtvorträgen und Musikstücken geprägt: Zunächst hörte man das Gedicht «Der Winter» von Mascha Kaleko, dann folgten die Streicher des Schulorchesters mit dem alten Volkslied «Ach bitt'rer Winter, wie bist du kalt». Eine eher humorvolle Betrachtungsweise von Schnee und Kälte beschreibt der Morgenstern-Text von den drei Spatzen, während «Ich komme aus der Ewigkeit» eher entrückten Charakter besaß.
Expressionistische Züge
Dazwischen schoben sich zwei weitere Variationen des Liedes «Ach bitt'rer Winter». Ausgesprochen expressionistische Züge trug «Der Winter» von Alfred Lichtenstein, wo die Worte gleichsam zum Farbenspiel wurden, auch der schwermütige «Wintermorgen» aus der Kindersuite Nr. 6 von Solotarjow wurde vom Streichorchester auf herb-moderne Weise intoniert.
Dagegen führte das Gedicht «Am Kamin» von Adolf Friedrich von Schack inhaltlich durch sämtliche Jahreszeiten. Alle Texte wurden übrigens von Mitgliedern des Literaturkurses «Theater» (Jahrgangsstufe 12) vorgetragen, die allesamt ein gutes Einfühlungsvermögen und ein beachtliches Talent zum Deklamieren an den Tag legten. Beim «Winter» aus den «Jahreszeiten» von Antonio Vivaldi kam dann das Schulorchester der Klassen 8 und 9 zum Einsatz. Zunächst erklang der zweite Teil mit dem Titel «Regen», den man übrigens im glucksenden Pizzicato der Bratschen sehr gut heraushören konnte.
Hier konnten auch die Mitglieder des Literaturkurses «Neue Medien» erstmals ihr Können zeigen: Passend zur Musik wurden per Monitor fotografische Aufnahmen an die Wand geworfen, die gleichsam illustrative Kommentare darstellten. So zeigte man analog zum 1. Satz mit dem Untertitel «Frieren und Zittern» phantastische Winterlandschaften und vereiste Flüsse und Seen. Hinter dem «Lied, hinter dem Ofen zu singen» verbarg sich dagegen ein Text von Matthias Claudius, und bei der heiteren «Schlittenfahrt» von Franz Bonn wurde natürlich auch ein Schlitten auf die Bühne geschoben.
Wesentlich vornehmer ging es da bei der «musikalischen Schlittenfahrt» von Leopold Mozart zu, die eine reisende Adelsgesellschaft auf dem Weg zum Winterball schildert. Hier liefen Thomas Kamphausen und sein Schulorchester zu Hochform auf. Und auch die Illustratoren aus der Klasse 12 zauberten verschneite Alpenlandschaften über den Monitor an die Wand - diese Kulisse dürfte den damaligen Salzburger Konzertmeister Leopold Mozart zu seinem Werk inspiriert haben.
Den «Seufzer» lässt Christian Morgenstern in seinem Gedicht in einem vereisten See verschwinden, während der «Schneewalzer» von Thomas Koschat manche Schüler auf den oberen Rängen zum Schunkeln animierte. So mancher Zuhörer war vielleicht überrascht, zu erfahren, dass dieses sattsam bekannte Musikstück bereits im 19. Jahrhundert entstand. Eine kurze Lesung aus dem Roman «Tod einer Stadt», worin ein großer Pianist im besetzten Warschau des Zweiten Weltkrieges nur durch die Hilfe eines Wehrmacht-Offiziers, der sein Spiel bewundert, vor dem Erfrierungstod bewahrt wird, leitete über zu einem Ausschnitt aus der Filmmusik zu «Schindlers Liste» von John Williams. Auch hier gelang dem Schulorchester eine eindrucksvolle Wiedergabe, Elisabeth Peschen trat mit schönen Violinsoli hervor.
Bildillustrationen
Mit diesem Exkurs in das wohl dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte wurde das Publikum in die Pause entlassen. Auch im zweiten Teil des Abends wurden fast alle musikalischen Beiträge von Monitor-Bildillustrationen auf sehr gelungene Weise begleitet. Nach der «Petersburger Schlittenfahrt» von Richard Eilenberg folgten von Hans Zender orchestrierte Auszüge aus der «Winterreise» von Franz Schubert. Hier gelang der Sopransolistin Susanne Peschen eine sehr ansprechende Leistung - vor allem die ausweglose Eintönigkeit des «Leiermann» hinterließ eine tiefe Wirkung. Dazwischen bildeten die Gedichte «Winterlandschaft» von Hebbel und «Vereinsamt» von Nietzsche gleichsam literarische Pendants.
Natürlich durfte auch der große Klassiker Goethe nicht fehlen: Sein Gedicht «Ein großer Teich war zugefroren» bildete zusammen mit dem «Eislauf» von August Heinrich Hoffmann den textlichen Rahmen für den «Schlittschuhläufer-Walzer» von Emil Waldteufel, den das Schulorchester (diesmal unter Leitung von Laura Schmidt) mit viel Temperament musizierte. Und nach dem «Büblein auf dem Eis», das für seinen Leichtsinn mit dem Einbrechen (und der anschließenden Prügel zuhause) bestraft wird, kam auch der große Auftritt der Sportkurse für Gymnastik und Tanz: Zu der Ballettmusik aus der Oper «Die Sizilianische Vesper» von Verdi legten sie auf der Bühne einen glanzvollen Auftritt hin, der wohl den Höhepunkt des Abends bildete.
Die «Sehnsucht nach dem Frühling» von Heinrich Hoffmann von Fallersleben und das Volkslied «Winter ade» zogen dann einen Schlussstrich unter die kalte Jahreszeit. Mit stürmischen, langanhaltenden Ovationen bedachten die Zuhörer die zahlreichen Darbietungen.
Der einzige Wermutstropfen: Die prächtigen Winterlandschaften, die man an diesem Abend oft zu sehen bekam, wird man hierzulande wohl erst im kommenden Jahr wieder real genießen können.
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