Strichcode macht die Briefwahl deutlich leichter

Von Sarah Sillius | 22.03.2010, 19:27

Aachen. Ab dem 8. April werden die Wahlbenachrichtigungskarten für die Landtagswahl am 9. Mai verschickt. Einige Wahlberechtigte werden bei genauem Hinsehen eine Veränderung auf ihrer Karte entdecken: Oben rechts befindet sich erstmals ein Barcode, der einen zwölfstelligen Zahlenwert speichert. Er steht für die Nummer des Wahlkreises, des Stimmbezirks und des Wählerverzeichnisses.
Die Städteregion Aachen, Heinsberg, Wegberg, Erkelenz und Hückelhoven nutzen erstmals die Dienstleistung der Firma «Regio-IT» für die Landtagswahl am 9. Mai. Im Kreis Düren wurde der Barcode schon bei der Europawahl 2009 genutzt.

Für den Wähler bleibt trotz des Barcodes alles beim Alten. Er kann wie gewohnt mit Karte und Personalausweis am Wahlsonntag ins Wahlbüro gehen oder die Briefwahl auf gewohntem Wege beantragen. Die Barcodes spielen lediglich für die Briefwahl eine Rolle. Sie sollen den Mitarbeitern des Wahlamtes die Arbeit erleichtern. «Mit Hilfe des Scanners können wir die nötigen Informationen direkt einlesen und müssen sie nicht länger manuell eingeben», erklärt Helga Heckmann vom Wahlamt Aachen.

Bislang war die Organisation der Briefwahl mit einem großen Aufwand verbunden. Erst am 35. Tag vor der Wahl darf das Wählerverzeichnis aufgebaut werden. Dann bleibt den Angestellten im Wahlamt nicht viel Zeit, die Daten einzuspeisen und die Wahlscheine auszudrucken, die dann zusammen mit den übrigen Wahlunterlagen verschickt werden. «Bei der Bundestagswahl gab es allein bei uns 42.000 Briefwahlanträge, und diese Zahl steigt von Mal zu Mal», sagt Heckmann.

Für sie hat die neue Funktion einen weiteren entscheidenden Nutzen: «Bislang wurde schnell mal eine falsche Ziffer eingegeben. Mit dem neuen System können solche Fehlerquellen vermieden werden.» Das Wahlamt Aachen sieht das Ganze zunächst als «Testphase»: «Wenn wir gute Erfahrungen machen, werden wir bei den nächsten Wahlen verstärkt auf den Service zurückgreifen. Dann können wir vielleicht auch Personalkosten für zusätzliche Aushilfskräfte sparen.»

Ab dem 5. April können Wahlberechtigte, die lieber per Briefwahl ihre Stimme abgeben möchten, ihre Unterlagen auch online beantragen. Für Heckmann und ihre Mitarbeiter ist das die simpelste Methode: «Über das Internet werden die Daten automatisch in das System eingespeist, und wir müssen den Wahlschein nur noch ausdrucken.»