Die Kälte lässt die Kalterherberger kalt
Monschau. Am Dienstag ist Margarethe Gomberts Wandertag. Ob es regnet, schneit oder rekordverdächtig friert. Die dicken Schuhe hat Margarethe Gombert, 87, geschnürt, die Mütze aufgesetzt und die Handschuhe übergestreift.
«Costa Concordia»: Erste Entschädigungen ausgezahlt
Aachen. Nach der Havarie der «Costa Concordia» vor der Insel Giglio sind die ersten Entschädigungszahlungen überwiesen worden. Wie der Kreuzfahrtpassagier Patrick Gottschalk, 41, aus Titz bei Jülich am Dienstag gegenüber unserer Zeitung sagte, hätten zwei seiner Mitreisenden aus Köln die von der Reederei Costa Corciere angebotene Entschädigung in Höhe von 11.000 Euro erhalten.
Baumangel auch in Aachener JVA
Aachen/Düsseldorf. In 15 Gefängnissen Nordrhein-Westfalens, darunter das in Aachen, ist nach Jahrzehnten eine gravierende Sicherheitslücke entdeckt worden.
«Solar Decathlon Europe»: Eine Verkleidung aus 32.000 alten CDs
Aachen. Die Uhr tickt. Noch rund 250 Tage, dann muss das Studententeam der RWTH beim «Solar Decathlon Europe» in Madrid ihren Wettbewerbsbeitrag präsentieren. Seit etwas mehr als einem Jahr tüftelt die Mannschaft an dieser Herausforderung: Sie soll ein Energie-Plus-Haus bauen, also ein Gebäude, das mehr Energie erzeugt, als es verbraucht.
Mitsubishi-Arbeiter in Born planen Protest
Born. Nach dem angekündigten Rückzug des japanischen Autobauers Mitsubishi Motors aus den Niederlanden wollen die Beschäftigten an diesem Freitag die Arbeit niederlegen und damit die Konzernspitze unter Druck setzen.
Rheinland-Pfalz trennt sich von Privatbetreibern des Nürburgrings
Mainz. Die rheinland-pfälzische Landesregierung trennt sich von den Privatbetreibern des kriselnden Nürburgrings. Das Kabinett billigte am Dienstag den Vorschlag von Infrastrukturminister Roger Lewentz (SPD), wonach die größtenteils landeseigene Nürburgring GmbH den Pachtvertrag mit der privaten Nürburgring Automotive GmbH kündigt.
Olympische Athleten mit Herz und Leidenschaft
Von Andreas Gabbert | 06.03.2010, 11:50
Hendrik kommt aus Imgenbroich, einem Ortsteil von Monschau. Alle zwei Wochen bringen seine Eltern ihn zum Training ins Behindertensportzentrum der Deutschsprachigen Gemeinschaft im belgischen Bütgenbach. Die ankommenden Sportler nehmen sich gegenseitig in den Arm, drücken und herzen sich. Sie nehmen sich an der Hand, motivieren sich gegenseitig und gratulieren sich zu gelungenen Aktionen. So viel Nähe ist Hendrik manchmal etwas unheimlich.
Er ist Autist und hat das Asperger-Syndrom. Es fällt ihm schwer, zwanglose Beziehungen zu anderen Menschen herzustellen. Hendrik nimmt nicht wahr, wenn ihn jemand mag. Der Verein hat ihm geholfen, einen kleinen Bekanntenkreis aufzubauen. Er ist selbstbewusster geworden und strahlt jetzt auch über das ganze Gesicht. Er freut sich wieder da zu sein.
«Was ist denn mit Dir los», fragt Hednrik, als er Alex Langer entdeckt. Langer beobachtet seine Schützlinge heute von der Tribüne aus - der Trainer hat es im Rücken. Sein Kollege leitet das Training - sechs Trainer und Betreuer mischen sich unter die Sportler. Auch Menschen ohne Behinderung nehmen gerne an den Übungen teil - Langers Sohn Peter ist oft dabei.
Die Grundelemente des Trainings müssen aber erhalten bleiben, damit alle mitmachen können. «Sonst wären einige Athleten verloren», sagt Alex Langer. Denn das Niveau ist sehr unterschiedlich. «Die Kraft ist meist vorhanden, aber mental oft nicht umsetzbar. Nicht alles, was im Körper steckt, ist umsetzbar», sagt der Trainer. Einer der Läufer kann zum Beispiel nicht überholen. Er passt sich lieber dem Tempo der anderen an - in einer langsamen Gruppe ist auch er langsam, in einer schnellen Gruppe ist es genau umgekehrt.
Nach dem Aufwärmen teilen sich die Athleten in drei Gruppen auf: Basketball, Netzball und Leichtathletik. Das sind gleichzeitig die Disziplinen, in denen die Athleten bei den nationalen Special Olympics am 13. Mai in Brüssel antreten werden. «Das ganze Stadion ist ruhig, gleich geht es los», beginnt der Übungsleiter seine Ansprache, um die Sportler mental auf die kommenden Herausforderungen vorzubereiten. Die Athleten sollen lernen, sich zu konzentrieren, daneben geht es auch um Schnelligkeit und Ausdauer.
Im Mannschaftssport scheint das leichter zu fallen. Die Basketballer, zwischen 1,50 und 2,00 Metern groß, experimentieren mit dem Ball. Jeder ist beschäftigt. Ähnlich sieht es beim Netzball aus. Die Regeln sind die gleichen wie beim Volleyball, der einzige Unterschied ist, dass der Ball gefangen werden darf.
Hendrik gehört zu den Leichtathleten. Da geht es ein wenig turbulenter zu. Wenn kleine Pausen entstehen, beschäftigen sich die Sportler schnell mit sich selbst, aus einer Reihe wird dann eben ein Pulk. Auch Hendrik lässt sich gerne ablenken und macht nicht immer das, was gerade verlangt wird. Die Betreuer müssen mehr Arbeit investieren. Mühe scheint es ihnen aber nicht zu machen, sie lachen viel mit den Athleten. Ihr Lohn ist die Entwicklung ihrer Schützlinge - sportlich und auf vielen anderen Ebenen.
Die meisten Vereinsmitglieder sind Schüler beziehungsweise ehemalige Schüler der Grundschule für differenzierten Unterricht in Elsenborn. Dort unterrichtet Alex Langer Sport. «Ich wollte die Athleten nachdem sie die Schule verlassen haben, weiterhin sportlich unterstützen und fit halten und habe deshalb vor rund 20 Jahren mit meiner Frau den Verein gegründet.» Seit 14 Jahren ist der Verein als «Leistungszentrum für Athleten mit einer geistigen Behinderung» anerkannt.
In dieser Zeit haben die Athleten des Behindertensportclubs durch die Special Olympics schon viel von der Welt gesehen. Siebenmal haben sie bereits an den internationalen Winterspielen teilgenommen und Nagano in Japan oder Toronto in Canada kennengelernt. Hendrik war im vergangenen Jahr bei den Winterspielen im us-amerikanischen Idaho, wo er im Langlauf die Bronzemedaille und mit der Staffel die Silbermedaille gewonnen hat. Als nächstes stehen die nationalen Special-Olympics-Wettkämpfe in Brüssel an, dort war Hendrik schon mehrmals erfolgreich. Im kommenden Jahr werden einige Athleten auch zu den Sommerspielen nach Griechenland reisen. Dann will Hendrik wieder mit dabei sein.
«Tut, Tut, tut alles aufräumen.» Mit lauter Stimme gibt der Übungsleiter das Signal zum Abbau. Genauso herzlich wie sich die Sportler begrüßt haben, verabschieden sie sich auch von einander. Mit einem Lachen im Gesicht geht es wieder zurück nach Hause. Bis zum nächsten Mal.
Die meisten tragen die blau-schwarzen Trainingsanzüge mit dem Aufdruck «B.S.C. - Leistungszentrum der D.G.» - auch Hendrik.
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