Zwölf Lieder: Kindergartenkinder mit eigener CD

Von: tob
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In Kürze sind sie auf einer eigenen CD zu hören: die Kinder und Erzieherinnen des katholischen Kindergartens St. Wendelinus in Hastenrath. Foto: Tobias Röber

Eschweiler-Hastenrath. Max gähnt noch mal eben, Anna streicht sich eine Strähne aus dem Gesicht und Manuel tippelt ein wenig aufgeregt mit den Füßen auf dem Boden der Turnhalle. Alle 45 Kinder blicken nach vorne. Und zwar auf Ralf Dreßen, der ein paar Minuten lang Kabel verlegt und das Mikro anschließt. Dann geht es endlich los.

Bereits zum vierten Mal ist Dreßen im Katholischen Kindergarten St. Wendelinus in Hastenrath zu Gast, denn zum vierten Mal nehmen die Kinder ihre eigene CD auf. Am Dienstag war es wieder so weit.

Es ist das Jahr 1999, als hörspiel- und Musikproduzent Ralf Dreßen erstmals in der Hastenrather Einrichtung ist, als eine der ersten Kitas überhaupt. Und da das Projekt CD-Aufnahme allen so gut gefällt, folgt alle drei bis vier Jahre die nächste Einladung. So wie jetzt. Seit Ostern haben die Kinder fleißig geübt, immerhin werden zwölf Lieder eingesungen, für jeden Monat ein typisches. Vor jedem Lied tritt ein Kind ans Mikrofon und sagt einen Satz, der zum Lied und zum Monat passt.

Los geht es nach einem Begrüßungssatz mit dem „Schneemannlied“. Die Mädchen und Jungen sind von der ersten Sekunde an bei der Sache. Kitaleiterin Maria Potzel und ihre Kolleginnen Erika Holly, Ute Harter, Claudia Preuschoff sowie Praktikantin Lena Schors haben nicht nur lange mit den Kindern geprobt, sondern sich bei der Aufnahme auch um die Kinder gruppiert, denn dann und wann muss schließlich ein wenig Hilfe sein. Für den guten Ton sorgt auch Organistin Ursula Ritzen, die am Klavier sitzt.

Es wird aber nicht nur lautstark gesungen. Mal klatschen die Kinder in die Hände, etwa als im Februarlied „Die Hex‘ ist da“ eben jene Hexe wie eine Katze schleicht, machen die Mädchen und Jungen wellenförmige Bewegungen mit ihren Händen.

Zwischen den Liedern ist natürlich immer wieder Zeit, um Luft zu holen, so eine CD-Aufnahme ist schließlich anstrengend und erfordert von den Zwei- bis Sechsjährigen ordentlich Konzentration. Ralf Dreßen hat aber auch immer stets den richtigen Spruch parat. Nach dem Einführungssatz „Im März gibt es mehr Sonnenschein, denn Frühling wird es bald nun sein“ für das Märzlied „Kommt zum Fest“ sagt Dreßen: „Das wird aber auch Zeit, dass der Frühling kommt, ich will schließlich leckere Würstchen grillen.“ Aus rund 40 Kinderkehlen schallt es nur eine Sekunde später: „Ich auch!“

Weiter geht es in den April. „Was kommt nach März?“, fragt Dreßen. „Ostern“, so die Antwort. „Der Hase Augustin“ wird eingesungen, übrigens das Lieblingslied vom kleinen Manuel. „Bei uns zu Hause läuft nichts anderes mehr“, sagt seine Mutter mit einem Lächeln und Manuel erwähnt mit einem verschmitzen Grinsen: „Das macht richtig Spaß!“

Wenig später folgen „Liebe Mutter Gottes, jetzt ist Mai“, „In der Schule lernt man lesen“ (das vor allem die Schulkinder singen und „Möge die Straße“.

Die Mädchen und Jungen singen nach wie vor voller Inbrunst mit, wofür es im Anschluss von Ralf Dreßen ein großes Lob gibt. „So wie hier ist das selten. Alle machen toll mit“, zollt er ein großes Lob.

Nun steht der Endspurt an. „Willkommen hier im Kindergarten“, das „Apfellied“, „Der wilde Wind“ und Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne“ werden eingesungen. Dann meldet sich noch mal ein Mädchen zu Wort. „Weißt du was, ich kriege ein Baby“, sagt sie. Ralf Dreßen lacht und sagt: „Weißt du was, ich kriege heute Nachmittag neue Reifen“. Und natürlich bekommt das Mädchen ein Geschwisterchen. Nach „Ja, dann ist Advent“ gibt es den Schlusssatz „Das Jahr ist rum, wir haben gesungen, wir hoffen es hat gut geklungen“, und jedes Kind sagt noch seinen Namen. In rund 45 Minuten ist alles eingesungen und -gesprochen.

Für Ralf Dreßen geht die Arbeit jetzt weiter. Er schneidet zusammen und produziert die CD, die dann 51 Mal nach Hastenrath geliefert wird. 15 Euro kostet der Spaß pro Person. Und in drei oder vier Jahren ist Ralf Dreßen ziemlich sicher wieder zu Gast im Kindergarten St. Wendelinus.

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