Eschweiler-Röhe - Zweiter Platz im Dorfwettbewerb: Auf Röhe wartet noch ein bisschen Arbeit

Zweiter Platz im Dorfwettbewerb: Auf Röhe wartet noch ein bisschen Arbeit

Von: Anne Schröder
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...und das ehemalige Nickel-Stift, das jetzt ein Wohnhaus ist. Foto: Anne Schröder
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Oben: Die Vertreter der örtlichen Einrichtungen freuen sich über einen Anteil am Preis, den das Dorf überraschend gewonnen hat. Klaus Fehr (ganz links) war bei der Bewerbung Röhes federführend und zeigte der Jury die Umgebung,... Foto: Anne Schröder
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...unter anderem den Rinkensplatz mit dem Geburtshaus des Komponisten Wilhelm Rinkens... Foto: Anne Schröder

Eschweiler-Röhe. Es hat einen Hauch von Heiligabend: Die Plätzchen liegen auf dem Tisch, und freudige Gesichter gucken gespannt auf den Mann, der gleich Geschenke verteilen wird. Es ist Klaus Fehr, Vorsitzender der Interessengemeinschaft (IG) Röhe, der vor Vertretern örtlicher Einrichtungen steht und gleich den Gewinn, den Röhe in einem städteregionalen Wettbewerb gemacht hat, weitergeben wird.

Röhe hat nämlich überraschend den 2. Platz gemacht, bei dem die IG die Bewerbung organisiert hat. Mit dem Ruhm der Silbermedaille kommen auch 1250 Euro sowie zwei Sachpreise einher, die nun dem Dorf zugutekommen sollen.

„Der Wettbewerb heißt ‚Unser Dorf hat Zukunft‘, also soll das Geld vorwiegend an die Jugend gehen, aber wir wollten unsere Senioren nicht vergessen, die sehr aktiv sind.“ Daher erhielten Vertreter des Kindergartens, der Grundschule, der Schulkinderbetreuung, der Seniorenbetreuung und des Hilfswerks St. Augustine International vor Ort jeweils einen dreistelligen Geldbetrag.

Ursprünglich sollte auch ein Teil des Geldes an das Trommler- und Pfeiferkorps Röhe gehen, das aber freiwillig auf den Geldbetrag zu Gunsten der anderen Einrichtungen verzichtete, da dieser sich das Geld selber einspielen könne und somit die anderen Einrichtungen profitieren sollen.

Kleinste Grundschule Eschweilers

Die Vergabe der Preise fand in der neuen Mensa der Grundschule Röhe statt, die auch gleichzeitig die kleinste Grundschule in Eschweiler ist. Fehr hat den Ort bewusst gewählt, nicht nur, weil die Schule schon bei der Bewerbung beteiligt war – sie war vor allem lange Zeit Sorgenkind. Aufgrund von schlechten Prognosen bezüglich der Anmeldezahlen schien die Zukunft ungewiss. 92 Kinder müssten mindestens an der Schule angemeldet sein, sonst droht die Schließung.

Das Zittern scheint aber nun der Vergangenheit anzugehören, wie Schulleiterin Katrin Berentzen den Publikum vor Ort berichtet: „Wir haben sehr stabile Anmeldezahlen. Dieses Jahr waren 90 Kinder vorausgesagt, wir haben aktuell 95.“ Petra Seeger, Leiterin des Schulamts, kann diese positive Entwicklung bestätigen und verkündet am Nachmittag noch eine freudige Nachricht: „Die letzte Fortschreibung sagt ganz klar, die 92 erreichen wir jetzt immer dicke im kompletten Prognosezeitraum von vier Jahren.“ Durchatmen. Applaus im Raum.

Mit dem Geld des Wettbewerbes, 300 Euro, will die Schule eine Leseecke einrichten und Sitzsäcke sowie neue Bücher anschaffen. Neben dem Geld verteilt Fehr im Auftrag der IG Röhe aber auch noch die zwei Sachpreise, die sie für die Wettbewerbsteilnahme bekommen haben. Es sind zwei Slacklines, breite Bänder zum Balancieren, die an das Kinderferienwerk und die Pfadfinder gehen.

Die Jury des Wettbewerbes wurde mit einer zweistündigen Präsentation, die durch das Dorf führt, von Röhe überzeugt. Zuerst gab es eine Vorstellungsrunde in einer Gaststätte, wo viele Zeitungsausschnitte und Fotos der vergangenen Jahre gezeigt wurden. Von dort aus ging es dann per Bus durch den Ort, um die Entwicklungen und die Vorzüge zu zeigen. Vorbei ging es unter anderem am Neubaugebiet, am Hohen Stein mit Blick auf den Propsteier Wald, vorbei am ehemaligen Helene-Nickel-Stift und heutigem Wohngebäude, um die historische Entwicklung von alt nach neu zu beleuchten, und am Rinkensplatz.

Das Trommler- und Pfeiferkorps hatte für die Präsentation extra den Rinkensmarsch eingespielt, um so den Komponisten, der in Röhe geboren ist, und seine Bedeutung zu betonen. Zwischenstationen gab es in Form von Besuchen beim Kindergarten und der Grundschule, dessen Schüler vor allen das Friedenslied sangen. So hat die Jury einen kleinen, aber wirkungsvollen Eindruck des Dorfes bekommen, was Röhe schließlich neben dem 2. Wettbewerbsplatz auch noch den Sonderpreis, die „Dorfwerkstatt“, für die konzeptionelle Entwicklung eingebracht hat. Im Zuge dieser Dorfwerkstatt werden zusammen mit zwei Vertretern der Städteregion Verbesserungs- und Entwicklungsmöglichkeiten im Dorf aufgezeigt und Änderungsansätze erarbeitet.

„Ich bin sehr stolz auf diesen Sonderpreis, denn das macht es eigentlich aus“, erklärt Fehr und bezieht sich auf die Arbeit im und mit dem Dorf, das sich durch so einen Workshop weiterentwickeln kann. „Man hat irgendwann nur den Blick von innen und der Blick von außen fehlte uns. Man muss diesen Tunnelblick verlieren und mit der Nase drauf gestoßen werden“, hebt Fehr die Wichtigkeit der Dorfwerkstatt hervor. Der Termin für den eintägigen Workshop steht noch nicht genau fest. Bisher ist dieser im März/April angedacht und alle Röher sind herzlich eingeladen, ihre Ideen und Anregungen einzubringen, betont der Vorsitzende der IG und hofft auf eine hohe Bürgerbeteiligung. Die Dorfwerkstatt wird komplett von der Städteregion getragen.

Zwei Baustellen sind für ihn zurzeit besonders wichtig. Das ist zum einen, das Dorf barrierefreier zu gestalten und vor allem das Einkaufen für ältere Menschen leichter zugänglich und komfortabler zu gestalten. Zum anderen sei die Situation am Römerberg ausbaufähig. „Es wäre immens wichtig, dass sich am Römerberg ein Investor findet. Der Bebauungsplan ist seit Jahren da. Wenn dort jemand anfangen würde, das würde uns richtig zukunftsfähig machen“, erklärt er.

Dorf soll wachsen

Die Lage sei optimal, nah am Stadtrand mit guter Anbindung. Wenn dort Familien Häuser bauten, könne das Dorf wachsen und auch der Kindergarten und die Grundschule profitierten davon. Das weiß auch Leiterin Berentzen. „Ich wünsche mir, dass das Dorf zusammen steht, neuer Wohnraum für Familien geschaffen wird und dass unsere Schule fest zur Zukunft Röhes gehört.“ Der Erfolg bei dem Wettbewerb hat in jedem Fall einen großen Anstoß gegeben, so dass sich das Dorf mit seiner Zukunft weiter auseinandersetzt weiterhin gut aufstellt.

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