Zwei Vollblutmusiker in perfekter Harmonie

Von: ran
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Ein Duo der Extraklasse: Sabin
Ein Duo der Extraklasse: Sabine Kühlich und Adam Rafferty boten den Zuhörern auf Einladung des Jazzclubs Eschweiler einen Stilmix, der keine Wünsche offen ließ. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Eine Kombination Aachen/New York City verspricht so manches. Am Samstagabend hielt sie alles, was das Musikherz begehrt. Sabine Kühlich (Gesang und Saxophon) und Adam Rafferty (Gitarre) bescherten den Gästen im Restaurant „Der Grieche” auf Einladung des Jazzclubs Eschweiler ein Konzert der absoluten Spitzenklasse.

Dabei ließen die beiden Vollblutmusiker, die im vergangenen Jahr als Duo zu den Preisträgern des Montreux Jazz Festivals gehörten, kaum eine Stilrichtung aus. Pop, Jazz, Blues, Swing, Samba, Hip Hop standen auf dem Programm. Und, und, und...Mehrere Male unterstützt durch einen spontan gebildeten Zuhörerchor, unternahmen „Adam and Sabine” eine charmante, mal witzige, mal melancholische, aber immer grenzenlose Musikreise über Kontinente und Weltmeere hinweg.

Gleich zu Beginn des Konzerts stellte Sabine Kühlich, die 1973 in Gera geboren wurde, seit Jahren aber in Aachen beheimatet ist, die Gäste auf eine harte Probe. „Schließen sie einfach die Augen, stellen sie sich vor, es herrschen 32 Grad Celsius und sie liegen an einem Strand in Brasilien”, so ihre Aufforderung. Keine ganz leichte Aufgabe bei deutschem Dezemberwetter. Doch spätestens als die ersten Bossanova- und Samba-Klänge ertönten, dürfte sich so mancher Zuhörer an die Copacabana versetzt gefühlt haben. Anschließend gab es mit „Fifty ways to leave your lover” etwas für die „Schmuseabteilung”, bevor Sabine Kühlich ihre beeindruckende Stimmbreite beim „Tuxedo Junction”-Swing aus den 30er Jahren unter Beweis stellen konnte.

Stets in perfekter Harmonie begleitet vom Ausnahmegitarristen Adam Rafferty, der (manchmal etwas zu) unaufdringlich, aber immer präsent agierte. Ein Beispiel seiner im wahrsten Sinne des Wortes „Kunst” gab der Instrumentalist aus dem „Big Apple”, als er während eines kurzen Solo-Spots ganz selbstverständlich Michael Jacksons „Billy Jean” quasi aus dem Ärmel schüttelte. Zuvor hatte es noch einen kleinen Abstecher in die Welt des Hip-Hops mit „Ein Tag am Meer” von den „Fantastischen 4” gegeben. Sabine Kühlich am Saxophon und Paolo Contes „It´s wonderful” rundeten den ersten Teil des Konzerts ab.

Auch nach der Pause jagte ein Höhepunkt den nächsten: Wunderbar interpretierte Sabine Kühlich den Eurythmics-Welthit „Sweet Dreams”, um kurz darauf am Saxophon den Blues „Ain´t I good to you”, der sich unter anderem auch in den Repertoires von Ella Fitzgerald und Nat King Cole befand, gefühlvoll wiederzugeben. Der Bill Withers-Welthit „Ain´t no sunshine” gab beiden Musikern ein weiteres Mal die Gelegenheit, ihre Stimm- beziehungsweise Gitarrenvirtuosität zur vollen Entfaltung zu bringen. Dem vorläufigen Abschluss des Konzerts ging die (berechtigte) Aufforderung zum Tanzen voraus: Denn Sabine Kühlich und Adam Rafferty entwickelten mit Chaka Khans „Ain´t nobody” einen Groove, der Stillsitzen eigentlich unmöglich machte.

Fühlten sich die Zuhörer schon während des Konzerts immer wieder zu Szenenapplaus animiert, ließen sie nun ihrer Begeisterung freien Lauf. Ohne mehrere Zugaben „durfte” das Duo sein Gastspiel nicht beenden. „Hit the road, Jack” machte den Anfang, bevor es besonders feierlich wurde: Adam Rafferty zupfte die ersten Noten von „Stille Nacht” an, und im Nu war der Publikumschor zur Stelle und stimmte gemeinsam mit Sabine Kühlich die erste Strophe an. Einfach schön. Und gut!
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