Zwei Jecke zieht es hinauf auf Wolke sieben

Von: Laura Beemelmanns
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Der Augenblick des Triumphs: S
Der Augenblick des Triumphs: Soeben hat Komiteepräsident Norbert Weiland das Ergebnis der Wahl bekanntgegeben: Von 19 Stimmen entfallen 19 auf ein Ja für Tollität in spe Wolfgang Rosenfeld (rechts). Mit ihm freuen sich Zerm Frank und die Partnerinnen der beiden. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Sie sind nach eigenen Angaben „Jecke unter Jecken”, und auch wenn sie das „jeck” sein verbindet, so sind sie dennoch grundverschieden. Bei ihnen macht es sozusagen die Mischung, der Mix aus Gemütlichkeit und Aktion.

Und nun stehen sie an Eschweilers Spitze, um genauer zu sein, an Eischwieles närrischer Spitze. Man darf vorstellen: Prinz in spe Wolfgang Rosenfeld (noch 49, in wenigen Tagen feiert er seinen 50. Geburtstag) und sein Zeremonienmeister Frank Neuss (44), der Gemütliche und der Agile.

In diesem Jahr stellt die Nothberger Burgwache Prinz, Zerem und Gefolge. Passend zu ihrem 75. Jubiläum in der Session 2012/ 2013 entsenden die Rot-Gelben Eschweilers jeckstes Pärchen. Dass der Verein „ein Highlight zu stämmen” hat, weiß Geschäftsführer Heinz-Willi Thielen ganz genau. Doch die „ursinnigste Aufgabe einer Karnevalsgesellschaft” sei es, „den Prinzen zu stellen”.

Wolfgang Rosenfeld ist der vierte Prinz, Frank Neuss der vierte Zerem der Gesellschaft. Nach den Jahren 1988, 1996 und 2004 folgt nun die Jubiläumssession. Prinz und Zerem fühlen sich dieser „Mammutaufgabe” gewachsen. Die beiden verbindet eine rund achtjährige Freundschaft, sie spielen beispielsweise zusammen Tennis - mindestens einmal pro Woche. „Dann haue ich Wolfgang die Bälle um die Ohren”, sagt Frank Neuss und lacht. Außerdem „meiern” sie und fahren gemeinsam in den Urlaub - mit Frauen und Co. selbstverständlich. Vor Kurzem erst verbrachten sie allesamt ein gemeinsames Wochenende an der Mosel. Sie bezeichnen es als erstes „Trainingswochenende”: für den ersten großen Auftritt, für all die Abende, die sie durch Eschweilers jubelnde Hallen ziehen, feiern, Freude in die Menschenmeute bringen, singen und Fastelovend zelebrieren.

„Wir wären stolz, wenn wir Leute begeistern können”, erklärt Seine künftige Tollität Prinz Wolfgang Rosenfeld. „Wir sind jeck und wir bleiben jeck”, weiß Zerem Frank Neuss. Prinz Wolfgang träumt schon seit der Jugend davon, einmal Prinz zu sein. Spätestens jedoch seit 1983. „Seit damals bin ich Teilnehmer des Rosenmontagszuges und dachte immer: Einmal will ich an der Spitze stehen.” „Das ist der Kindheitstraum eines jeden Jecken”, ergänzt Neuss. Nun wird ihr Traum wahr. Ein wenig nervös sind sie auch schon. Denn so langsam geht es richtig los. Am 13. Oktober geht es auf ins Studio. Dann wird das Prinzenlied eingesungen und aufgenommen. „Ob wir singen können oder nicht, müssen andere beurteilen”, scherzt Rosenfeld. Eschweiler wird seine Tollitäten empfangen, wie es sich für Eschweiler gehört: laut, jubelnd, begeistert.

Und wie beschreiben sich die beiden selbst? „Wolfgang ist eher der Gemütliche von uns. Es gibt eine kleine Anekdote zu diesem Thema: Wir fuhren Kart, und Wolfgang bemerkte erst ziemlich spät, dass er wohl der Letzte sein muss - schließlich hatte ich ihn schon dreimal überrundet”, erinnert sich Zerem Frank.

Gerade erst hat Wolfgang Rosenfeld den Getränkefachgroßhandel Fehr übernommen. Elan hat er, lediglich sein Gemüt gleicht dem eines Bären. Frank Neuss jedoch klettert ständig auf Dächern herum, sagt der Dachdeckermeister. „Es ist schön, ganz oben zu sein” - welch gelungenes Motto. Nun sind sie gemeinsam „ganz oben”. Und man nimmt es den beiden ab: Dort, und zwar genau dort, gehören sie auch hin.
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