Zustand des Stadtwaldes verschlechtert sich deutlich

Von: Patrick Nowicki
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Patient Wald: Der Baumbestand im Gebiet der Stadtförsterin Susanne Gohde hat unter den Stürmen und Schädlingen arg gelitten. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Der Zustand des Patienten Wald verschlechtert sich weiter. Zwar liegen die Werte in Eschweiler im NRW-Landesdurchschnitt, beruhigen dürfte die Entwicklung jedoch Försterin Susanne Gohde keineswegs.

Im aktuellen Schadensbericht wird deutlich: Trotz vieler Maßnahmen, den Kohlendioxidausstoß in die Umwelt zu reduzieren, wächst die Zahl kranker Bäume weiter. Lediglich jeder vierte Baum gilt in Eschweiler als gesund. Und dafür sind viele Faktoren verantwortlich.

Heftige Sturmfolgen

Natürlich machen sich die Folgen der heftigen Stürme in den vergangenen Jahren wie „Kyrill” im Januar 2007 weiter im Stadtwald bemerkbar. Alleine in diesem Jahr werden 10.800 Laubbäume und 800 Nadelbäume gepflanzt.

Im vergangenen Jahr wurden sogar 14.421 Laubhölzer und 1909 Nadelhölzer gesetzt. Teilweise wurde dies finanziert mit Mitteln der Europäischen Union, die 6851,29 Euro für die Beseitigung von Sturmschäden zur Verfügung stellte.

Werden Schädlingsattacken vorrangig biologisch bekämpft und chemische Mittel nur in Ausnahmefällen eingesetzt, so macht ein anderer Aspekt der Waldarbeitern gehörig zu schaffen: das Müllaufkommen. „Die Aufwendungen für die Entsorgung des Unrats besonders an den Stadtwaldstraßen und -parkplätzen ist unverändert hoch”, berichtet Susanne Gohde.

Im vergangenen Jahr waren dafür 7172,60 Euro Lohnkosten fällig. Immer wieder müssen auch Bänke und die Reitwege unterhalten werden, so dass die Försterin in diesem Bereich mit Kosten von 15.000 Euro in 2009 rechnet.

Kalk wird in diesem Jahr wieder nicht gegen die Übersäuerung des Waldbodens eingesetzt. Hierfür müsste ein Hubschrauber bestellt werden. Da aber außer Eschweiler keine Kommune in der Nachbarschaft Bedarf hierfür anmeldete, sind die Kosten zu hoch.

Zudem fällt der Zuschuss aus: Eschweiler liegt unterhalb des Fördermindestsatzes.

Dass der Stadtwald als Naherholungsgebiet durchaus beliebt ist, unterstreichen andere Zahlen. Bei 16 Veranstaltungen im vergangenen Jahr informierten sich über 400 Menschen über den Forst. Dies geschah bei Führungen durch den Stadtwald, Vorträgen und Baumpflanzungen.

Auch der 2. Eschweiler Waldtag im September des vergangenen Jahres trug dazu bei, dass umfassend über die Aktivitäten zur Pflege und zum Erhalt informiert wurde.

Dabei wurden auch die zahlreichen Projekte im Rahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege vorgestellt. In Zusammenarbeit mit dem „Arbeitskreis Amphibien und Reptilien des Kreises Aachen” sowie mit dem Kreis Aachen selbst entstehen zwei Feuchgebiete.

Dem Artenschutz dienen auch Strauchpflanzungen, die in diesem Jahr am Ringofengelände vorgesehen sind. Der BUND, Ortsgruppe Eschweiler, ist beteiligt, wenn Maßnahmen zum Schutz und Erhalt der Fledermäuse und des Orchideenvorkommens getroffen werden. Ein Augenmerk gilt natürlich ebenfalls der Roten Waldameise, die einen besonderen Schutz erfahren soll.

Auch in diesem Jahr werden im Rahmen der Waldpflege Bäume gefällt: Eine Ernte von 996 Festmetern ist vorgesehen. Allerdings lässt sich der Erlös daraus nur schwer beziffern, weil der Holzmarkt deutlichen Schwankungen unterliegt.

Die Einnahmen werden vorsichtig mit 25.550 Euro beziffert. Dem stehen geschätzte Ausgaben in diesem Jahr von 144.500 Euro gegenüber. Darin sind auch die Anschaffung und Pflege der Maschinen und Geräte mit 26.700 Euro enthalten.
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