Zuschuss für die OGS-Träger wird erhöht

Von: Patrick Nowicki
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Der Zuschuss der Stadt für die Offenen Ganztagsschulen in Eschweiler wird ab dem 1. August erhöht. Dies wird dennoch nicht reichen, um die Kosten der Träger zu decken. Foto: Felix Kästle/dpa

Eschweiler. Die landesweite Initiative der freien Wohlfahrtsverbände, die Offenen Ganztagsschulen (OGS) auf festere Füße zu stellen, kann zumindest in Eschweiler einen ersten Erfolg verbuchen: Die Stadt wird ihre Zuschüsse erhöhen. Diese einhellige Empfehlung sprach nun der Schulausschuss aus.

Damit ist sicher, dass der Stadtrat in seiner Sitzung am 5. Juli ebenfalls zustimmen wird. Der städtische Anteil wird für das kommende Schuljahr um 41.664 Euro auf 330.143 Euro zunehmen. Zugleich einigten sich die drei OGS-Träger, der Kinderschutzbund Eschweiler, der Verein Betreute Schulen Aachen-Land und das Haus St. Josef, mit der Stadtverwaltung, dass der städtische Anteil vor jedem Schuljahr um drei Prozent wachsen soll. Auch der Landeszuschuss nimmt jedes Jahr um drei Prozent zu.

Die OGS-Träger – mit Ausnahme des Elternvereins in Weisweiler, der keinerlei Zuschuss der Stadt erhält – haben sich in Eschweiler zusammengeschlossen, um eine gemeinsame Position bei den Gesprächen mit der Stadt zu beziehen. Eines ihrer Ziele haben sie erreicht: Sämtliche Träger werden nun finanziell gleichgestellt. Der städtische Zuschuss beläuft sich nun auf 386 Euro pro Kind. Dies ist die Summe, die bisher ausschließlich dem Kinderschutzbund gezahlt wurde.

Hinzu kommt noch die dreiprozentige Erhöhung. Die umliegenden Städte verfahren unterschiedlich, wie die Offenen Ganztagsschulen finanziell unterstützt werden. Rechnet man die Zahlen auf einen Zuschuss pro Kind um, so beträgt dieser in Alsdorf 376 Euro, in Aachen 421 Euro und in Herzogenrath 337 Euro.

Einig sind sich die Parteivertreter im Stadtrat, die Verwaltung und die Träger, dass die derzeitige finanzielle Ausstattung nicht ausreicht. Mariethres Kaleß, Vorsitzende des Kinderschutzbundes Eschweiler und sachkundige Bürgerin im Schulausschuss, machte darum nochmals die prekäre Lage der Träger deutlich. „Wir sind dankbar dafür, dass die Stadt Eschweiler uns mehr unterstützt, aber es besteht nach wie vor eine strukturelle Unterfinanzierung unseres Angebots“, sagte sie. Man habe einen Bildungsauftrag zu erfüllen, der bestimmte Qualitätsstandards erfordere.

Damit bestätigte sie die landesweite Initiative, die als finanziellen Bedarf für eine Gruppe mit 25 Kindern nach öffentlichem Tarif einen finanziellen Bedarf von 79.273,94 Euro errechnete. Diese Summe setzt sich aus den Personalkosten für eine Fachkraft mit 27,5 Wochenstunden, eine Ergänzungskraft mit 15 Wochenstunden, für Küchenpersonal mit 12,5 Wochenstunden und weiteren Nebenkosten zusammen. Pro Kind, so fordert die Initiative, seien also 3170,96 Euro erforderlich, um alle Kosten zu decken.

Auch in Eschweiler wird diese Summe bei weitem nicht erreicht. In der vom Haus St. Josef getragenen Offenen Ganztagsschule Dürwiß ergibt sich eine Einnahme von 1869,65 Euro pro Kind aus den Elternbeiträgen, dem Landeszuschuss sowie dem Zuschuss der Stadt. Das Haus St. Josef ist als kirchlicher Träger an einen Tarif für das Personal gebunden – andere Träger wie der Kinderschutzbund und der Verein Betreute Schulen sind dies nicht.

Dies führt nicht nur zu größerem finanziellen Druck für das Haus St. Josef, sondern auch zu einem weiteren Problem: Es wird für bestimmte Träger zunehmend schwierig, passendes Personal zu finden. „Wir verdanken es dem Engagement unserer Mitarbeiter, die zum Teil bei uns ausgebildet wurden und uns mit Freude unterstützen, dass wir bisher nicht viel Personal verloren haben“, sagte Mariethres Kaleß. Allerdings lasse sich dieser Zustand nicht dauerhaft halten, betonte sie im Schulausschuss.

Die landesweite Initiative setzt sich nicht nur für eine bessere finanzielle Ausstattung ein, sondern auch für landesweite Standards und damit ein sicheres pädagogisches Fundament, das per Gesetz vorgegeben werden soll. Bisher waren stets Erlasse vom Landesministerium notwendig. Unterstützt werden die OGS-Träger von den Kommunen.

In einem Brief an die Landesregierung setzt sich auch der Städte- und Gemeindebund NRW für eine bessere Ausstattung der Offenen Ganztagsschulen ein. „Man sieht daran, dass das Problem der Träger erkannt und die Unterstützung groß ist“, meinte Bürgermeister Rudi Bertram. Er legte Wert darauf, dass man den Brief bereits vor den Landtagswahlen verfasst habe, dies also nichts mit dem Regierungswechsel in Düsseldorf zu tun hat.

Wenn der Stadtrat dem Finanzierungsmodell der Stadtverwaltung zugestimmt hat, können die Vereinbarungen verlängert werden. „Die Trägervertreter der drei betroffenen Träger haben die Fortführung der Kooperationsverträge unter diesen Voraussetzungen zugesagt“, heißt es dazu in der Vorlage der Stadtverwaltung.

330.143 Euro aus der Stadtkasse für die Offenen Ganztagsschulen

Die Stadt beteiligt sich mit 330.143 Euro an dem Betrieb der Offenen Ganztagsschulen in Eschweiler für das kommende Schuljahr. Der Anteil wurde nun um drei Prozent erhöht und soll auch in den kommenden Jahren jeweils ab dem 1. August um drei Prozent gesteigert werden.

Der Kinderschutzbund Eschweiler erhält 180.726 Euro für die Betreuung von 477 Kindern. Das Land steuert 516.376 Euro hinzu. 84 der vom Kinderschutzbund betreuten Schüler bedürfen einer besonderen Förderung.

Dem Verein Betreute Schulen Aachen überweist die Stadt Eschweiler 121.621 Euro. Das Land beteiligt sich mit 350.784 Euro. 320 Kinder befinden sich in der Betreuung des Vereins, der zur Arbeiterwohlfahrt gehört, 57 davon mit einem besonderen Förderbedarf.

Das Haus St. Josef ist für die Offene Ganztagsschule an der Grundschule Dürwiß zuständig. Diese besuchen 83 Kinder. 33.005 Euro beträgt der städtische Zuschuss. Aus Düsseldorf kommen weitere 84.992 Euro hinzu.

Die OGS-Träger finanzieren sich auch mit Elternbeiträgen, die jedoch nicht alle Kosten abdecken.

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