Eschweiler - Zusätzliches Bäderteam: Die Schwimmflügel haben bald ausgedient

Zusätzliches Bäderteam: Die Schwimmflügel haben bald ausgedient

Von: Patrick Nowicki und Andreas Röchter
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Hinein ins Vergnügen: Die Teilnehmer des Stadtschwimmsportfests der Grundschulen zeigten, dass Schwimmen Spaß macht. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Immer mehr Kinder können sich im Schwimmbecken nicht über Wasser halten. Es fehlt vor allem an qualifiziertem Betreuungspersonal, denn genügte es vor Jahren noch, einen Rettungsschwimmerschein in der Tasche zu haben, muss man nun auch nachweisen, dass man die Unterrichtszusammenstellung beherrscht.

Auch die Möglichkeiten haben sich verringert, im Wasser seine Bahnen zu ziehen – Eschweiler verfügt über nur noch eine Schwimmhalle. Kurz vor den Sommerferien setzten sich Lehrer, Schwimmbadpersonal, Vertreter von Vereinen, Verwaltung und Regiosportbund zusammen, um Ideen zu entwickeln, wie man häufiger Schwimmunterricht auf den Stundenplan setzen kann. Eine erste Maßnahme steht nun fest: Die Stadt stellt eine Schwimmlehrerin mit einem Kontingent von 20 Wochenstunden ein.

18.200 Euro jährlich

„Wir gehen damit als Schulträger in Vorleistung“, macht Bürgermeister Rudi Bertram deutlich. Die neue Stelle belastet den städtischen Haushalt mit 18.200 Euro jährlich. Für Personal an Schulen ist üblicherweise das Land Nordrhein-Westfalen zuständig. Im Eschweiler Etat wird die Schwimmlehrerin das Bäderteam verstärken. Lob bekam Bertram von Dr. Christoph Herzog, Vorsitzender des Schwimmvereins Wasserfreunde Delphin und des Stadtsportverbands: „Ich bin positiv überrascht, dass in Eschweiler so schnell eine Lösung gefunden wurde“, sagte der SPD-Kommunalpolitiker.

Es ist geplant, die neue Schwimmlehrerin vor allem vormittags einzusetzen, um das Schulschwimmen zu unterstützen. In den Ferien soll sie zudem Schwimmkurse leiten. Die Dame war bereits vor ihrer Einstellung im Bäderteam tätig – als Aushilfe im Freibad. Als studierte Sportlehrerin – sie besuchte die Hochschule in Leningrad – mit Rettungsfähigkeitsnachweis bringt sie alle Voraussetzungen mit, den Schwimmunterricht zu gestalten. Damit sollen die Lehrer der Schulen entlastet werden.

Dabei will es die Stadt Eschweiler nicht belassen: Schon vor Monaten wurde Kontakt zur Bezirksregierung aufgenommen, die die Fortbildung für Lehrer koordiniert und in Köln veranstaltet. Die Idee: Das Angebot wird nach Eschweiler verlagert, um mehr Lehrer zu überzeugen, daran teilzunehmen. Laut Verwaltung habe man von Rathausseite mehrere „Versuche unternommen, diesbezüglich einen Ansprechpartner zu finden“ – bisher ohne Ergebnis.

Bei der Umfrage in den Schulen wurde schon vor den Ferien deutlich, dass sich manche mehr Hallenzeiten wünscht, um Schwimmunterricht anzubieten. Schon jetzt ist dieser Wunsch in manchen Fällen erfüllt worden. In Zukunft soll auch die Aufteilung des Beckens im Jahnbad diskutiert werden.

Dadurch ließe sich eine „Steigerung der Nutzungsfrequenz erreichen“, will sagen: Es können dann mehr Klassen gleichzeitig Schwimmunterricht erfahren. Im Frühjahr will man die Konzeption mit Lehrern besprechen. Zum laufenden Schuljahr sei diese Neuregelung noch nicht möglich gewesen, weil die Stundenpläne schon erstellt und die Busse entsprechend geordert worden seien.

An der Arbeitsgruppe, die den Schwimmunterricht in Eschweiler neu konzipieren will, beteiligen sich insgesamt neun Schulen. Vier Grundschulen hatten bei der Befragung kundgetan, dass nicht genügend qualifiziertes Lehrpersonal zur Verfügung steht und Stellen aktuell unbesetzt sind. Auch der Schwimmverein Wasserfreunde Delphin hat sein Schwimmkurs-Angebot erweitert.

Dass Schwimmen durchaus auch bei den Jüngsten beliebt ist, beweiesen nun 221 Teilnehmer aus elf Grundschulen, die in 371 Einzel- und zahlreichen Staffelmeldungen, zwölf Wettkämpfen und 88 Läufen beim Stadtschwimmsportfest der Eschweiler Primarstufen starteten. Das Kampfgericht um Schiedsrichter Dr. Christoph Herzog, Starter Thomas Marquard, Sprecher Hartmut Schwartz sowie Auswerter und Protokollführer Eric Reimann (alle Wasserfreunde Delphin Eschweiler) schickte Nachwuchssportler der Jahrgänge 2007 bis 2011 auf die 25-Meter-Bahn des Hallenbads Jahnstraße.

Teilnehmer waren die Katholischen Grundschulen Bergrath, Bohl, Dürwiß, Eduard-Mörike, Kinzweiler, Röthgen, Röhe, die Barbaraschule, die Don-Bosco-Schule Eschweiler, die Evangelische Grundschule Stadtmitte und die Gemeinschaftsgrundschule in Weisweiler.

Voller Einsatz

Während der Brust- und Freistilwettkämpfe sowie vor allem in den Staffelrennen zeigten die 118 Athletinnen und 103 Athleten vollen Körper- und Stimmeinsatz. Denn natürlich war es Ehrensache, die Mannschaftskameraden vom Beckenrand aus durchaus lautstark anzufeuern, um so noch die eine oder andere Zehntelsekunde herauszukitzeln. Waghalsig sprangen die Grundschüler nach dem Startsignal ins Wasser, um so schnell als möglich in die Freistil- oder Brustlage zu gelangen und die Strecke bis zum Anschlag technisch sauber zurückzulegen.

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