Zum zweiten Mal steht Hertie zur Zwangsversteigerung

Von: tob
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Eschweiler. Es gab den einen oder anderen Indestädter, der in den vergangenen Tagen etwas irritiert auf die Ankündigung des Zwangsversteigerungstermins am 5. Dezember dieses Jahres, 9.30 Uhr, schaute. Das Objekt ist eine Gewerbeeinheit mit einer Verkaufsfläche von rund 4400 Quadratmetern, einer Gesamtnutzfläche von etwa 7300 Quadratmetern und einer Grundstücksgröße von 6345 Quadratmetern.

Der Verkehrswert liegt bei 2.510.000 Euro. Als Adresse ist die Otto-Wels-Straße 17 angegeben. Mit anderen Worten: Es handelt sich um das ehemalige Hertie im City-Center. Dawnay Day, eine niederländisch-britische Fondsgesellschaft, ist Besitzerin der Immobilie.

Nun mögen einige denken, dass mit der Zwangsvollstreckung Bewegung in das Thema kommt. Mitnichten! Die Stadt muss diesen Schritt gehen, um die finanziellen Forderungen erfüllt zu bekommen. Denn Forderungen wie Kanalgebühren und Grundsteuer A sowie B bleiben derzeit offen. „Wir sehen keinen anderen Weg, an das Geld zu kommen“, sagt Bürgermeister Rudi Bertram.

Es ist nicht das erste Mal. Bereits Mitte 2011 standen die ehemalige Hertie-Filiale und das Parkdeck zur Zwangsversteigerung. Kurz vor dem Termin wurde das Geld überwiesen. Über 100.000 Euro waren es damals.

Regelmäßige Zahlungen gab es danach erneut nicht. Für Bertram unverständlich, immerhin werden neben den üblichen Gebühren auch Mahngebühren fällig. So wurde bereits am 20. April des Vorjahres eine erneute Zwangsversteigerung beantragt, nun wurde diese auf den 5. Dezember terminiert. Rudi Bertram geht davon aus, dass erneut kurz vor dem Termin bezahlt wird. Rund 70.000 Euro werden bis dahin aufgelaufen sein, erneut inklusive der Mahngebühren.

Ähnliches erlebte die Stadt bereits mit einer Ordnungsverfügung. Von dem kleinen Grünstreifen an der Gebäuderückseite zur Dürener Straße hin wuchsen vor einer Weile Pflanzen in Richtung Straße. Ein Großteil des Bürgersteigs war bereits bedeckt. Erst in allerletzter Sekunde wurden die Pflanzen zurückgeschnitten. Allerdings nur bis direkt an die Grenzen zum Bürgersteig. Der Verkehrssicherungspflicht war damit Genüge getan.

Der Verkehrswert von rund 2,5 Millionen Euro wurde in einem Gutachten ermittelt. Die Ursprungsforderung für das im März 2009 geschlossene Gebäude lag bei über vier Millionen Euro. Ortsbesichtigungen fanden am 12. und 18. Juli 2012 statt. Der Zustand des Gebäudes ist inzwischen sehr schlecht.

Es gibt etliche Vandalismusschäden nach diversen Einbrüchen. Nahezu alle Glasflächen an Türen und Fenstern wurden zerstört, diese wurden daraufhin zugemauert oder mit Brettern versehen. Einige Mauern wurden auch wieder zerstört. Sanitäranlagen und Fliesen wurden teilweise zertrümmert, Teile der Decken, Kabel, Löschvorrichtungen und Leitungen wurden herausgerissen. Im Jahr 2011 wurden im Erd- und Obergeschoss zwei Brände ausgelöst. Ruß und Brandreste sind nach wie vor zu sehen.

„Bundesweit tut sich was“

Etwas Neues bezüglich eines Verkaufs der Immobilie gibt es nicht. Ende des Jahres 2012 hatte es geheißen, dass im ersten Quartal mit einer Entscheidung zu rechnen sei. „Man hat uns wieder bis September vertröstet“, sagt der Bürgermeister.

Investoren stehen laut Bertram nach wie vor bereit. Was den Bürgermeister hoffen lässt, ist die Tatsache, „dass sich bundesweit langsam etwas tut“. 33 Hertie-Filialen in 31 Kommunen waren von der Insolvenz betroffen.

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