Zum Jubiläum ein Festtag in der Dreieinigkeitskirche

Von: ran
Letzte Aktualisierung:
14642660.jpg
Gesang und Instrumentalmusik: Während des Festtags zum 125-jährigen Bestehen der Kantorei der Evangelischen Kirchengemeinde Eschweiler erhielten die Musiker Gelegenheit, ihr breites Spektrum zu präsentieren. Foto: Andreas Röchter
14642663.jpg
Informationen aus erster Hand: Nach dem Konzert des Handglockenchors „Bells of Glory“ rückten die Zuhörer näher heran, stellten den Musikerinnen Fragen, begutachteten die Instrumente und unternahmen selbst Versuche, den Glocken Töne zu entlocken.
14642608.jpg
Außergewöhnliches Grußwort: Der 93-jährige Friedel Radermacher, der den Chor der Evangelischen Kirchengemeinde in den Nachkriegsjahren leitete, zeigte sich beeindruckt vom Repertoire und der Qualität der Musikgruppen innerhalb der Kantorei. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. „Alles was Odem hat, lobe den Herrn!“ Mit Psalm 150 eröffnete Pfarrer Thomas Richter am Sonntagmorgen den feierlichen und würdevollen Festgottesdienst in der Dreieinigkeitskirche, mit dem der Festtag zum 125-jährigen Bestehen der Kantorei innerhalb der Evangelischen Kirchengemeinde Eschweiler seinen Anfang nahm.

Und dieser Aufforderung kamen die Sängerinnen und Sänger sowie die Instrumentalisten voller Begeisterung und Enthusiasmus nach. Die Musiker stellten ihr erstaunlich breites Repertoire, das in den zurückliegenden Jahren unter der Gesamtleitung von Kantor Gerhard Behrens entwickelt wurde, einen ganzen Tag den Gottesdienst- und Konzertgästen vor und präsentierten dabei eine Qualität, die allen Ehrenamtlern zur Ehre gereichte.

„Wir erleben Gemeinschaft und musizieren in Dankbarkeit gegenüber Gott und aus Zuversicht gegenüber dem Wirken des Heiligen Geistes“, unterstrich Thomas Richter, bevor Pfarrer Dieter Sommer in seiner bewusst kurzen Predigt die Bedeutung der Kirchenmusik für den Glauben der Menschen als „unschätzbar“ bewertete. „Ohne Gesang, Melodien und Lieder würden wir verarmen.“

Gemeinsames Singen könne tröstlich wirken und sei stets Ermutigung. „Lieder bringen Menschen dem Glauben näher. Sie machen die Gemeinde im besten Sinne des Wortes mündig“, so der Geistliche. Mitzusingen bedeute, Gott mit seiner eigenen Stimme zu loben und ihm ein gesungenes Gebet darzubringen. Die Gemeinde mündig zu halten, gehöre zu den vordringlichsten Aufgaben der Verantwortlichen. „Eindeutig ist, dass nicht nur wir Pfarrer, sondern auch der Kantor einen Verkündigungsauftrag hat“, erklärte Dieter Sommer.

Diesem Verkündigungsauftrag war der Posaunenchor bereits zu Beginn des Gottesdienstes nachgekommen, als die Instrumentalisten zum Einzug das „Allemande“ von Claude Gervaise hören ließen. Weiterhin gestalteten der Seniorenchor und das Vocalensemble mit den Solisten Margeth Böhland, Yvonne Debald, Conny Schmidt, Marion Swiechota, Wilfried Schultheis und Uli Sonntag den Gottesdienst gesanglich.

Instrumental verzückten das Bläserensemble sowie Brigitte Petrovitsch, Kathrin Lindemann-Docter (Violinen), Hilde Grünewald (Viola), Maren Paulmann (Violincello), Wolfgang Bruns (Kontrabass), Markus Platzbecker (Orgel), Christoph Lingemann (Oboe), Heike Bonczek (Klarinette), Claudia Buchholtz (Flöte), Gerrit Köster (Fagott), Wolfgang Junker und Vera Richert (Hörner) die Gläubigen.

Den zuvor bereits angesprochenen „Verkündigungsauftrag“ stellte Gerhard Behrens zum Start des „Grußwort-Reigens“ in den Vordergrund: „In unserer Kantorei engagieren sich zahlreiche Menschen beinahe jedes Alters ehrenamtlich. Sie haben Spaß, sind aber auch bereit, Verantwortung zu übernehmen und eben diesen Auftrag wahr- und ernstzunehmen“, so der Kantor.

Einen außergewöhnlichen Moment erlebten die Gäste, als mit dem 93-jährigen Friedel Radermacher ein Mann das Wort ergriff, der in den Nachkriegsjahren als Leiter des Chores der Evangelischen Gemeinde die Geschicke der Kantorei mitgeprägt hatte: „Damals war so manches schwieriger. Die Kirche war noch nicht wieder nutzbar, so dass alle Aktivitäten im Gemeindesaal stattfanden“, so der Rückblick auf ganz andere Zeiten. Die Qualität und die Vielseitigkeit der Kantorei heutzutage sei jedenfalls bemerkenswert, lobte der ehemalige Chorleiter, dem Rudi Bertram kurz darauf ein Kompliment machte.

„Wenn sie mir versprechen, dass ich mit 93 Jahren noch so auftrete, dann bin ich am Donnerstag zur Probe vor Ort“, versprach der Bürgermeister augenzwinkernd an Gerhard Behrens gewandt. Die zahlreichen ehrenamtlich in der Kantorei Mitwirkenden brächten eine Botschaft herüber.

„Es macht Spaß, ihnen zuzuhören. Binden sie diese Menschen weiterhin in ihrer Gemeinde. Es ist gerade in der heutigen Zeit wichtig, dass Menschen an etwas glauben und Werte vertreten“, betonte der Verwaltungschef. Pfarrer Thomas Richter erklärte, dass jeder in die Kantorei investierte Cent „gut angelegtes Geld“ sei. „Nichts bringt so viele Menschen in die Kirche wie die Musik. Deshalb: Weiter so in Richtung des 150. Geburtstages“, so der Ausblick des Geistlichen.

Vor und nach den Grußworten stand selbstverständlich die Musik im Vordergrund: Das „Aachener Bläsersaixtett“ interpretierte das im Jahr 1904 vom damals 80-jährigen Carl Reinecke (1824-1910) komponierte „Sextett op. 271“, bevor die neun Protagonistinnen des Handglockenchors „Bells of Glory“ unter der Leitung von Monika Pfennigs ihre Zuhörer mit Meisterwerken von Mozart bis Vivaldi sowie grandioser Filmmusik in vollkommen ungewohnte Klangsphären entführten.

Anschließend konnten die Musikliebhaber im Rahmen von Instrumentenschauen Tuchfühlung mit den unterschiedlichsten Instrumenten aufnehmen. Kantor Gerhard Behrens gewährte am Nachmittag von interessanten Erläuterungen begleitete Einblicke in das Außen- und Innenleben „seiner“ Orgel in der Dreieinigkeitskirche, bevor die vom vielstimmigen Gospelchor „The Trinity Gospel Company“ gestaltete „Abendmusik“ den Schlusspunkt unter einen abwechslungsreichen Festtag voller wohltuender Klänge und Melodien setzte.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert