Zum Finale greifen 200 Musiker zu Trommel, Flöte oder Lira

Von: Patrick Nowicki
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Bearbeitete den Marsch „Glüc
Bearbeitete den Marsch „Glück Auf” von Theo Knobel für das Finale beim 3. Tag der Eschweiler Spielleute: Thomas Graff. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Die Vorbereitungen für den 3. Tag der Spielleute gehen in die Endphase. Mittwochabend probten die beteiligten Spielmannszüge gemeinsam für das große Finale am kommenden Sonntag. Dann wird es nämlich eine Premiere auf dem Marktplatz geben: Die Musiker aus der gesamten Stadt studierten den Marsch „Glück Auf” in einer Version von Theo Knobel ein.

Den Takt gibt dann Thomas Graff an. Graff ist seit 1983 Korpsführer des Spielmannszuges Grün-Weiß Lohn, der neben seiner musikalisch hohen Qualität auch dafür bekannt ist, dass er auch ungewöhnliche Stücke interpretiert. Unter anderem wird Lady Gagas „Pokerface” in einer eigenen Version am kommenden Wochenende erklingen. Als Instrumente stehen natürlich nur Pauken, Flöten, Trommeln und Liren zur Verfügung. „Das funktioniert, weil man die deutlichen Merkmale, den Charakter eines Stücks herausarbeiten muss”, nennt Graff sein Rezept. Markante Melodielinien übernehmen dann die Flöten. Schließlich wolle man immer möglichst nah am Original bleiben. Versuchen könne man sich aber an jedem Stück.

Die Entscheidung, den Marsch „Glück Auf” von Theo Knobel fürs Finale zu bearbeiten, fiel schon vor vier Jahren. Damals einigten sich die Spielmannszüge nicht nur darauf, den Tag der Spielleute nur alle vier Jahre stattfinden zu lassen, sondern legten auch das gemeinsame Stück fest. „Natürlich ist der Laridah nach wie vor der beliebteste Marsch in der Stadt, aber die Spielmannszüge spielen ihn in unterschiedlichen Tonarten und Stimmungen”, erläutert Thomas Graff. Er fiel damit durchs Sieb, denn: Ein schon gelerntes Stück neu anzueignen sei schwieriger, als ein neues einzustudieren. „Knobels unbekannter Marsch passt zu Eschweiler als Bergbaustadt”, ist Graff überzeugt. Deswegen entschlossen sich die Vertreter der Vereine,

Seit Monaten wird nun gemeinsam geprobt - parallel zum normalen Probenbetrieb und den üblichen Terminen im Jahr. Etwa 45 Spieltermine hat zum Beispiel der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr im Jahr. „Dazu wird einmal in der Woche geprobt”, berichtet der Vorsitzende Marco Zimmermann. Ganz schön viel Zeit steckt jeder Spielmann in sein Hobby. Dafür übernehmen die meisten Korps die Kosten für die Anschaffung eines Instruments. „Während Flöten für bis zu 100 Euro zu haben sind, sind Trommeln mit 500 Euro schon deutlich teurer”, weiß Zimmermann. Damit die Anschaffungskosten keine potenziellen Mitglieder abschrecken, statten die Vereine die Spielleute nicht nur mit Instrumenten, sondern auch mit der Uniform aus. Das Geld dafür wird erspielt: bei den zahlreichen Festen und Konzerten.

So werden etwa 200 Spielleute gemeinsam am Sonntag um 18 Uhr zum Instrument greifen und den Anweisungen des musikalischen Leiters Thomas Graff folgen. Sie alle unter einen Hut zu bekommen, ist auch für einen so erfahrenen Korpsführer wie Graff eine Herausforderung. Übrigens sollen sich die Zuhörer dann nicht wundern, dass die Pauken und großen Trommeln in der Mitte aufgebaut sind: Schallwellen benötigen schließlich Zeit, größere Abstände würden zu Verzögerungen führen. „Das hat sich bei verschiedenen Veranstaltungen bewährt”, weiß Graff. Insgesamt drei Stücke werden die Vereine am Sonntag gemeinsam anstimmen. Dann muss man vier Jahre warten: auf den nächsten Tag der Spielleute.


Paveier & Co.zum Nulltarif auf dem Markt

Die Veranstaltungen im Rahmen des 3. Tages der Eschweiler Spielleute beginnen am kommenden Samstag mit dem Sternmarsch aller beteiligten Spielmannszüge. Er setzt sich um 18.30 Uhr am Talbahnhof in Bewegung und endet auf dem Marktplatz.

Dort startet um 19 Uhr ein attraktives Bühnenprogramm zum Nulltarif, denn dank des Sponsorings der Raiffeisen-Bank Eschweiler sind alle Konzerte kostenlos. Beim Fest der Spielleute tritt zunächst das RWE-Power-Orchester unter der Leitung von Ralf Conzen auf. Aus Düsseldorf reist der Solotrompeter Lutz Kniep an. Auch eine bekannte Eschweiler Formation ist vertreten: Die Indesingers werden den Fans vor dem großen Finale mächtig einheizen. Dieses gestalten die Paveier, die Kultband aus Köln.

Am Sonntag, 11. September, präsentieren sich alle Spielmannszüge nochmal beim großen Festzug durch die Innenstadt um 14 Uhr. Zum Abschluss spielen alle Musikgruppen gemeinsam auf dem Marktplatz um 18 Uhr.


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