Eschweiler - Zukünftiges Prinzengespann kann Sessionsstart kaum erwarten

Zukünftiges Prinzengespann kann Sessionsstart kaum erwarten

Von: Sonja Essers
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Christian Leuchter und Frank Lersch (beide Mitte v.l.) können es kaum noch abwarten, dass die Karnevalssession beginnt.

Eschweiler. Am Sonntag ist es soweit. Wie in jedem Jahr warten die Jecken in Eschweiler sehnsüchtig auf den Beginn der neuen Session. Auch Christian Leuchter und Frank Lersch können es kaum noch abwarten. Schließlich repräsentieren die beiden Scharwächter in der kommenden Session als Prinz und Zeremonienmeister die Indestadt. Im Interview erzählen die Vollblutkarnevalisten, warum der Wahlabend einer der „schlimmsten“ ihres Lebens war und wieso beim Thema Erbsensuppe ihre Meinungen auseinander gehen.

Christian, Frank, die Prinzenwahl habt ihr nun hinter euch und konntet den Wahlausschuss mit eurer Darbietung überzeugen. Welche Erinnerungen habt ihr an diesen Abend?

Frank: Ich war noch nie so angespannt wie an diesem Abend. Das war ganz schrecklich für mich. So kannte ich mich gar nicht. Und das, obwohl ich die meisten, die dort waren ja kannte. Christian: Aber vielleicht war genau das das „Schlimme“. Dass man sich vor den Menschen präsentieren musste, die man bereits gut kennt und die dann darüber urteilen, ob man für dieses Amt geeignet ist oder nicht. Aber die Vorstellung an sich ist zum Glück reibungslos gelaufen.

Wie habt ihr euch auf den Wahlabend vorbereitet?

Christian: Wir hatten von einigen Prinzenpaaren gehört, dass sie für diesen Anlass ein ganzes Wochenende weggefahren sind, um sich in Ruhe vorzubereiten. Bei uns ist das etwas anders gelaufen (lacht). Frank: Genau. Wir haben die Proben immer wieder verschoben. Am Abend vorher haben wir uns dann das erste Mal zusammengesetzt und sind alles durchgegangen. Aber die Generalprobe war die reinste Katastrophe, da wir mehrfach unterbrochen worden sind. Christian hat mit seinem Teil angefangen, und ich war davon total begeistert. Dann habe ich meinen Teil vorgestellt, habe aber nicht, wie später auf der Wahl, angefangen zu brutzeln. Im Nachhinein hätte ich das vielleicht mal lieber machen sollen, denn auf der Wahl bin ich nicht fertig geworden. Christian: Das hat aber niemanden gestört. Das rohe Mett ist auch sehr gut angekommen (lacht).

Wie habt ihr euch gefühlt als das Ergebnis verkündet wurde?

Frank: Als ich das Ergebnis gehört habe, war das der erste Moment, in dem ich begriffen habe, dass das alles echt ist. Die ganzen Vorbereitungen hindurch war das für mich alles nur Theorie. Der Rest vom Abend ist dann wie ein Film an mir vorbeigelaufen.

An diesem Abend haben sich nicht nur eure Familien und eure Gesellschaft mit euch gefreut. Auch viele Karnevalsgesellschaften haben gratuliert.

Christian: Ja, das stimmt. Das hat mich wirklich sehr berührt. Mich hat überhaupt sehr beeindruckt, wie viele Leute da waren, um uns zu unterstützen. Frank: Besonders toll war auch der große Fackelzug durch die Innenstadt. Ich war überrascht, wie viele Leute an den Fenstern standen und uns gewunken haben. Christian: Aber auch die vielen Details waren einfach der Wahnsinn. Es gab Fackeln, Wunderkerzen, ein Banner. Das haben wir erst im Nachhinein alles realisiert.

Nachdem ihr dann ausgiebig gefeiert habt, ging es am nächsten Morgen sofort weiter. Und diese Tour war für dich etwas ganz Besonderes, Frank.

Frank: Wir sind schon früh auf Korporalschaftstour nach Brüssel gefahren und auf dieser Tour habe ich dann von meiner Korporalschaft auch unser Maskottchen, den Esel, überreicht bekommen. Den erhält jeder Zeremonienmeister, der aus der vierten Korporalschaft stammt. Er ist in der Session auf meinem Zeremonienmeisterstab angebracht und wird mich die ganze Zeit über begleiten.

Und was ist seitdem noch passiert? Wie ist der aktuelle Stand eurer Vorbereitungen?

Christian: Im Oktober haben wir die CD mit unseren Prinzenliedern aufgenommen. Wir beide sind samstags nach Mützenich ins Tonstudio gefahren und haben unser Lied eingesungen. Sonntags waren wir mit unseren Pagen da.

Wie hat Frank sich denn geschlagen?

Christian: Frank hat das hervorragend gemacht. Damit hätten wir alle gar nicht gerechnet (lacht). Nach zwei Stunden waren wir mit der Aufnahme durch.

Christian, du hast bereits zuvor viele Prinzenlieder geschrieben. Fiel es dir da leicht, ein eigenes zu komponieren?

Christian: Ganz und gar nicht. Ich habe bestimmt 20 Lieder in den Mülleimer geworfen und mich dann für einen Titel entschieden, den ich schon vor 15 Jahren geschrieben habe. Vor allem bei unserem Kinderlied habe ich mich schwer getan. Wenn ein Prinz nicht aus einem Verein aus der Innenstadt kommt, dann gibt es viele Anhaltspunkte, die man in den Titeln verwenden kann. Eine Tollität aus Stadtmitte hat es da nicht ganz so einfach.

Wer steht euch in dieser Vorbereitungszeit besonders zur Seite?

Frank: Unser Prinzenstab leistet tolle Arbeit. Dazu gehören die prinzlichen Adjudanten Manfred Sittard und Thorsten Ingermann, Schatzmeister Axel Sawall und Simon und David Hendriks. Die beiden kümmern sich um den Fuhrpark und die Fanfarenbläser. Christian: Auch unser Wagenbau-Team ist sehr wichtig. Seit einem Jahr arbeiten die Jungs an dem Rosenmontagswagen und legen so viel Herzblut in ihre Arbeit, das ist der Wahnsinn. Und natürlich unsere Familien.

Wie bereitet ihr euch auf die kommende Session vor? Habt ihr euch von ehemaligen Prinzengespannen Tipps geholt?

Frank: Wir haben uns tatsächlich Tipps geholt. Die bieten uns immer wieder ihre Hilfe an. Das ist so ein herzlicher Kreis, in den man da aufgenommen wird. Das ist einfach nur sensationell. Christian: Viele kommen zu uns und sagen: „Wenn Ihr Hilfe braucht, sagt uns einfach Bescheid.“ So viel Hilfe, wie wir angeboten bekommen, kann man gar nicht annehmen.

Was steht in diesem Jahr noch auf eurem Programm?

Frank: Jetzt geht es in die Feinplanung. Langsam fangen Erbsensuppe-Essen und Sessionseröffnungen an und die ganzen Termine müssen unter einen Hut gebracht werden. An einem Abend sind wir auf fünf Erbsensuppe-Essen. Bei uns wird es vorläufig erstmal keine Erbsensuppe mehr geben (lacht). Christian: Ich freue mich darauf schon sehr, dann bei uns Zuhause gibt es so gut wie nie Erbsensuppe (lacht).

Und wie sieht es mit euren Kostümen aus? Wie fühlt es sich an Strumpfhosen zu tragen?

Frank: In meiner Kluft fühle ich mich sehr wohl. Sogar mit den etwas höheren Schuhen habe ich überhaupt keine Probleme (lacht). Christian: Und die Strumpfhose ist auch nicht so unangenehm, wie ich gedacht hätte. Mir ist in meinem Kostüm nur jetzt schon immer sehr warm.

Morgen stellt ihr euch den Jecken in Eschweiler vor. Seid ihr deswegen schon nervös?

Frank: Der Tag des Karnevals ist für mich etwas ganz Besonderes. Ich war nämlich noch nie da, weil ich immer arbeiten musste. Im Rosenmontagszug bin ich das letzte Mal vor 20 Jahren mitgegangen. Für mich sind viele Dinge, die ich in dieser Session erlebe, gleich zwei Premieren auf einmal. Christian: Ich bin vor dem Tag des Karnevals nicht so aufgeregt wie vor der Wahl. Aber ich bin froh, dass ich nicht alleine auf der Bühne stehe.

Wie geht ihr mit der Erwartungshaltung um, die die Jecken an euch haben?

Frank: Ich denke, wir müssen einfach so bleiben, wie wir sind. Jupp Carduck hat mal gesagt: „Jeder Prinz ist in seinem Jahr der Beste.“ Ich hoffe, dass Kritik an uns abprallen wird. Viele haben mir bereits nach der Wahl gesagt, dass man uns ansieht, wie viel Spaß wir haben. Wir wollen unsere innere Freude nach außen kehren, und unsere Emotionen sind nicht aufgesetzt. Christian: Natürlich vertreten wir unsere Stadt. Aber vielleicht können wir auch zeigen, dass die Vorurteile, die es immer wieder gegenüber der Scharwache gibt, nicht zutreffen. Aus diesem Grund wollten wir auch nicht bei einem Vereinsjubiläum kandidieren, sondern haben uns ein ganz normales Jahr ausgesucht. Dann muss der Verein auch keinen Spagat machen. Für mich überwiegt die Vorfreude auf das was kommt mehr, als die Erwartungshaltung der Menschen an uns. Ich denke, dass man es sowieso nicht jedem recht machen kann. Aber wenn wir zu uns selbst sagen können „Es war super“, dann haben wir gewonnen. Frank: Wir müssen einfach Gas geben und Spaß haben. Alles andere kommt dann von selbst.

Gibt es Veranstaltungen, auf die ihr euch besonders freut?

Christian: Besonders freue ich mich auf die Besuche in den Kindergärten und Altenheimen. Frank: Gerade dort erlebt man ehrliche Freude. Und was in den Kindergärten geboten wird ist sowieso eine Sensation. Aber mindestens genauso freue ich mich auf den Scharwachball. Das ist eines meiner persönlichen Highlights.

Denkt ihr bereits an das Ende der Session?

Frank: Der absolute Horror ist für mich der Karnevalsdienstag. Daran denke ich sehr oft. Die Pagenverabschiedung wird bestimmt einer der emotionalsten Momente der ganzen Session. Da bin ich mir sicher. Christian: Darüber mache ich mir noch keine Gedanken. Schließlich ist es noch nicht mal richtig losgegangen. Da will ich an das Ende noch gar nicht denken.

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