Zu hohe Müllgebühren in Eschweiler kein Thema

Von: Sonja Essers
Letzte Aktualisierung:
11044888.jpg
In Eschweiler spielt das Thema Müllgebühren keine Rolle. Hier wird der Abfall nämlich von kommunalen Unternehmen wie den Wirtschaftsbetrieben und dem Zweckverband Regio-Entsorgung entsorgt. Foto: Sonja Essers

Eschweiler. Sind die Indestädter etwa Opfer von zu hohen Müllgebühren? Das neue Vorhaben des Bundeskartellamtes lässt diese Schlussfolgerung zumindest vermuten. Wie das Amt nun bekanntgab, will es in Zukunft prüfen, ob die Müllgebühren in den einzelnen Kommunen zu hoch sind.

Der Grund dafür: Immer weniger Entsorger nehmen an den Ausschreibungen der Kommunen teil. Auf diese Weise nehme der Wettbewerb immer weiter ab. Gilt dies etwa auch für Eschweiler? Die Antwort von Michael Uhr, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit für den Entsorger AWA ist deutlich: „Für Eschweiler hat dieses Thema keine Relevanz.“

Schließlich seien die Firmen, in die die Müllgebühren der Indestädter fließen, in kommunaler Hand. Neben dem Eschweiler Eigenbetrieb, die Wirtschaftsbetriebe Eschweiler (WBE), der sich unter anderem um das Einsammeln von Sperrmüll kümmert, gehört die Stadt auch dem Entsorgungszweckverband Regio-Entsorgung, einer Anstalt des öffentlichen Rechts, an.

Eschweiler ist nicht die einzige Kommune der Städteregion, die der Regio-Entsorgung angehört. Auch die Stadt- und Gemeindegebiete der Kommunen Alsdorf, Baesweiler, Herzogenrath, Inden, Langerwehe, Linnich, Niederzier, Roetgen, Simmerath, Stolberg und Würselen sind dem Zweckverband angeschlossen.

Die Aufgaben des Verbandes sind vielfältig. Dazu zählen neben der Einsammlung von fortgeworfenen und verbotswidrig abgelagerten Abfällen, auch das Leeren der Papierkörbe auf öffentlichen Straßen, Wegen, Plätzen und Anlagen sowie die Reinigung der Sammelplätze für Altglascontainer. Auch die Sortierung, Verwertung, Behandlung, Lagerung, Verbrennung und Deponierung nimmt der Zweckverband wahr.

Das Bundeskartellamt will künftig Kommunen prüfen, die ihre Dienstleistung ausschreiben. In der Städteregion Aachen würde dies nur die Stadt Monschau betreffen, meint Uhr. Sie wäre die einzige, die den Mülltransport noch ausschreiben würde. „Alle anderen sind so organisiert, dass sie selbst Betriebe haben oder Mitglied im Zweckverband sind.“ Uhr kommt zu dem Schluss: „Für fast die gesamte Region Aachen und Düren ist dieses Thema uninteressant.“

Aber wie setzen sich die Abfallgebühren in Eschweiler eigentlich zusammen und wer muss wie viel zahlen? Gebührenpflichtig ist grundsätzlich „der Eigentümer des Grundstückes, von dem die Benutzung der Abfallentsorgung ausgeht oder der Nießbraucher oder sonstige zur Nutzung des Grundstückes dinglich Berechtigte“, ist in der aktuellen Gebührensatzung über die Abfallentsorgung in der Stadt Eschweiler, die am 1. Januar dieses Jahres in Kraft trat, zu lesen.

Die Höhe der Abfallentsorgungsgebühr richtet sich nach der Zahl und dem Fassungsvermögen der Abfallbehälter. In den Gebühren sind zudem die Kosten der sonstigen Entsorgungsleistungen, darunter Sperrmüll, Schadstoffmobil sowie Ast- und Strauchschnitt, enthalten.

Die Jahresgebühr für einen 60 Liter-Abfallbehälter beträgt in der Indestadt 137,88 Euro ohne Nutzung der Biotonne. Mit Nutzung einer Biotonne müssen die Indestädter 17.341 Euro jährlich zahlen.

Zum Vergleich: In der Nachbarstadt Stolberg werden die Gebühren nicht nur nach der Größe des Behälters berechnet, sondern auch danach, wie oft dieser geleert wird. Dies kann wöchentlich, im Rhythmus von 14 Tagen, drei Wochen oder bei größeren Behältern auch einmal im Monat oder bei Bedarf erfolgen. Ein 60-Liter-Abfallbehälter, der wöchentlich geleert wird, kostet 343,56 Euro im Jahr. Bei einer 14-tägigen Leerung kommt eine Summe von 184,32 Euro zusammen. Wird der Behälter alle drei Wochen geleert, fallen 131,28 Euro an.

Der größte Container in Eschweiler und Stolberg umfasst 1100 Liter Abfall. Die Nutzungsgebühr ohne Biotonne beträgt für die Indestädter jährlich 1856,24 Euro, mit Biotonne 1929,68 Euro. Ein 1100 Liter-Abfallbehälter kostet die Kupferstädter bei einer wöchentlichen Leerung 6088,20 Euro im Jahr. Wird dieser 14-tägig geleert kommen 3075,60 Euro im Jahr zusammen. Die monatliche Leerung kostet 1458,96 Euro. Wird der Container nur bei Bedarf, aber mindestens einmal im Monat geleert, fällt eine Gebühr von 126 Euro an.

Für Abfallsäcke würde eine Gebühr von 5,20 Euro pro Sack fällig und für Papiersäcke für Grün- und Bioabfälle wird eine Gebühr von 3.10 Euro pro Sack erhoben. Beide sind an der Information im Rathausfoyer erhältlich. Bei Grundstücken, auf denen die Anzahl der Biotonnen die Anzahl von Restmülltonnen übersteigt, wird für jede zusätzliche Biotonne eine Gebühr von 107,82 Euro jährlich erhoben. Müllsäcke, die nicht von der Stadt ausgegeben wurden, werden nicht von den Wirtschaftsbetrieben Eschweiler entsorgt.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert