Eschweiler - Zeugnisse nicht überbewerten

Zeugnisse nicht überbewerten

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
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Wenn es in der Schule nicht läuft, stehen Mareike Spies (links) und Marie-Luise Maschmeier beratend zur Seite. Foto: S.M. Berners

Eschweiler. „Zeugnisse werden häufig überbewertet”, sagt Familienberaterin Mareike Spies. Klar, wer sich um einen Praktikumsplatz bewerben möchte oder eine Ausbildungsstelle sucht, braucht das Dokument und sollte darauf möglichst gute Noten vorzeigen können, „aber das Zeugnis bewertet nur einen Aspekt, nicht den Menschen”.

Deswegen ist es der Beraterin in der städteregionalen Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche in der Steinstraße besonders wichtig, dass die verteilten Zeugnisse zwar ernst genug, aber nicht falsch interpretiert werden.

Aber auch, wenn weder die Zeugnisse noch die darauf vermerkten Noten wirklich plötzlich kommen, so kann der Zeugnistag - das schwarz auf weiß Gedruckte - doch für manche Kinder belastend sein oder dafür sorgen, dass der Haussegen schief hängt. Folgen Eltern dem Rat der Fachleute, sollten sie ihre Kinder nicht verurteilen, sondern mit ihnen sprechen, versuchen, die Situation zu verbessern. Wichtig sei es, jeden Schüler, jedes Kind individuell zu betrachten, sagt Spies. Während ein Schüler eine vier mit nach Hause bringt, weil er lieber faulenzt, statt zu lernen, sei das eine ganz andere Situation, als die, in der ein Kind richtig gepaukt hat, um sich von einer fünf auf eine vier zu verbessern.

„Wir müssen auch immer nach den Ursachen für schlechtere Noten schauen”, sagt Beraterin Marie-Lusie Maschmeier vom Schulspsychologischen Dienst der Städteregion. Wie ist die Klassenkonstellation? Wie die Situation in der Familie? Stimmen die kognitiven Voraussetzungen oder hat das Kind vielleicht eine Lernschwäche? Ist es in der Lage, sich zu konzentrieren? Die Ursachen für schlechte Noten können vielfältig sein.

„Gerade deswegen ist der Dialog so wichtig”, sagt Spies. Und auf dessen Basis könne der Nährboden für neues Lernen geschaffen werden. Den Beraterinnen ist ein positiver Ansatz wichtig. „Wir müssen die Stärken eines Kindes hervorheben”, sagt Spies. „Wir müssen schauen, welche Stärken ein Mensch mitbringt und wie wir diese für die Schullaufbahn nutzen können.”

Mareike Spies und Marie-Luise Maschmeier kommen immer dann ins Spiel, wenn Eltern oder Lehrern auffällt, das etwas nicht stimmt. Sei es, weil die Noten im Keller sind oder ein Kind traurig aus der Schule kommt. „Es ist wichtig, dass Eltern frühzeitig Hilfe suchen”, sagt Maschmeier. Und das täten Eltern zunehmend. Sich Hilfe zu holen, Beratungen wahrzunehmen ist in der heutigen Gesellschaft akzeptiert. Vor einigen Jahren sah das noch anders aus. „Aber wenn die Nachbarin das auch macht, erleichtert das den Zugang unheimlich”, so Spies.

Zeugnisgeld ist ok

Und was halten die Beraterinnen von Zeugnisgeld? „Als Belohnung für das Erreichen eines realistischen Lernziels ist das ok, obwohl ich als Pädagogin einen gemeinsamen Ausflug natürlich befürworten würde”, sagt Spies. Wichtig sei es, vorab ein erreichbares Lernziel zu vereinbaren.

Bei wem es in diesem Jahr nichtrichtig hingehauen hat, der kann sich unter 0241/51985144 oder 0241/5198511 an die Beraterinnen wenden. Beide sitzen in der Eschweiler Steinstraße.
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