Zeppbach: Der Bach, der meist gar keiner ist

Von: Rudolf Müller
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Von wegen Bachlauf: Der Graben ist längst zugewuchert. Foto: Rudolf Müller
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Alles andere als eine Zierde für den Ortskern: Seitenansicht eines Teils des offenen Zeppbach-Grabens in der Nickelstraße. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler-Röhe. Wasser bringt Leben. Das gilt auch für Stadträume. Wasserläufe beleben triste Asphalt- und Pflasterflächen. Das zeigen gelungene Beispiele – zum Beispiel am Würselener Markt. Was aber, wenn das plätschernde Nass zur Sumpflandschaft mutiert? Dann muss dringend etwas geschehen, sagen viele Röher. Ihnen ist der vor Jahrzehnten offengelegte Zeppbach ein Dorn im Auge.

Der frühere Röher SPD-Ratsherr Robert Lumma war es, der sich gemeinsam mit der damaligen Stadtplanerin Gerlinde Brockmann federführend dafür einsetzte, dass der Bach in der Nickelstraße ans Tageslicht geholt wurde. Ein Projekt, das von Anfang an umstritten war. „Lumma wollte etwas Schönes für Röhe schaffen. Das wäre auch gelungen, wenn der Zeppbach genügend Wasser führte. Aber das tut er nun mal nicht,“ sagt Klaus Fehr, der in der Nachfolge Lummas die SPD und Röhe im Stadtrat vertritt.

Der Zeppbach entspringt gerade mal ein paar hundert Meter von der Nickelstraße entfernt im Sterzbusch, speist einen Angelteich und kommt allenfalls als Rinnsaal im Ortskern an. Meist stehen die Betonbecken trocken, beherbergen Wildwuchs und häufig genug auch Müll. Schön, darin sind sich die Röher einig, ist anders.

Dass der Angelteich daran Schuld sein soll, dass vom Bach kaum noch etwas in der Nickelstraße ankommt, lässt Fehr nicht gelten. „Das Problem ist so alt wie der Bau des offenen Bachbetts. Ich will den Anglern nichts unterstellen. Ganz im Gegenteil: Der Angelteich ist eine der schönsten Ecken in ganz Röhe. Da kann man sich hinsetzen und die Seele baumeln lassen – trotz der Geräusche von der nahen Autobahn.“ Selbst wenn der Angelteich so umgestaltet würde, dass mehr Wasser abfließe, würde das kaum einen Unterschied machen.

Bereits vor einem Jahr hatte der SPD-Ortsverein Eschweiler-Mitte auf Fehrs Anregung hin einen Antrag an Bürgermeister Bertram gestellt, diesen unerfreulichen Zustand zu beenden und den Zeppbach unterirdisch zu verrohren.

Ein positiver Nebenaspekt, so Klaus Fehr, wäre natürlich, damit auch den Parkdruck an der Nickelstraße zu entzerren: Heute zerschneiden die beiden Teile des Zeppbach-Grabens den Straßenraum und machen ihn in weiten Teilen auch abseits des Grabens unbefahrbar. Der Bürgermeister allerdings musste abwinken: Zuständig ist nicht die Stadt, sondern der Wasserverband Eifel-Rur (WVER).

„Unser dorthin weitergeleiteter Antrag hat bisher zu keinem Erfolg geführt“, bedauert Fehr. Dafür, dass der Verband den Bachlauf nicht so regelmäßig reinigt, wie die Röher das gerne hätten, hat er Verständnis: „Die öffentliche Hand kann nicht alles machen. Dafür gibt es einfach zu wenig Personal und zu wenig Mittel. Der WVER betreut ein riesiges Einzugsgebiet. Da steht so eine kleine Ecke in Röhe nicht gerade im Fokus.“

Klaus Fehr und andere Röher haben deshalb schon im vergangenen Jahr selbst die Ärmel hochgekrempelt und die verwilderten Abschnitte gesäubert.

Mieter winken ab

Auch Seud Abdo griff zum Hochdruckreiniger, um rund um den Graben im alten Röher Ortskern für mehr Sauberkeit zu sorgen. Der Mann, dem an der Nickelstraße drei Häuser gehören, kann die Forderung der SPD nur unterstreichen: „Das sieht nicht nur schlimm aus, das kostet auch etliche Parkplätze. Ich habe große Probleme, Mieter zu finden, weil es hier so gut wie keine Stellplätze gibt. Also: Zuschütten, den Graben!“

Abdo ist sich sicher: „Wenn jemand hier eine Unterschriftenaktion startet, um den Bach zu verrohren – ich bring sofort ein paar Dutzend Unterzeichner!“

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