Zehn statt fünf Plätze? Der Ball liegt beim Tennis-Club Blau-Gelb

Von: Patrick Nowicki
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Derzeit spielt der Tennis-Club Blau-Gelb auf der Anlage an der Jahnstraße mit fünf Plätzen. Vor allem im Sommer wird es dort manchmal eng. Foto: Günther Paulsen
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Da sich Stadt und Pächter in ihren Vorstellungen angenähert haben, könnte der Verein die Dürwisser Anlage übernehmen. Foto: Günther Paulsen

Eschweiler. Auf den Tennisanlagen in Eschweiler herrscht derzeit Stille. Dies ist nicht ungewöhnlich, beginnt die Freiluftsaison doch erst im Frühjahr. Allerdings bewegt sich derzeit viel hinter den Kulissen. Die Stadtverwaltung und die Verantwortlichen des Tennis-Clubs Blau-Gelb verhandeln darüber, die Anlage am Freibad Dürwiß wieder zu beleben.

Das Angebot: Blau-Gelb gibt sein Areal an der Jahnstraße auf und wechselt nach Dürwiß, wo zehn statt der bisherigen fünf Ascheplätze zur Verfügung stünden. Diese Möglichkeit scheiterte in der Vergangenheit am Veto des Pächters der Anlage in Dürwiß, allerdings scheint diese Hürde genommen.

Die Stadtverwaltung würde gerne schnell Vollzug melden, dem schoben die Verantwortlichen des TC Blau-Gelb jedoch einen Riegel vor: „Wir wollen das Projekt erst detailliert unseren Mitgliedern vorstellen“, sagt der Vorsitzende Jochen Wild. Dies soll bei der Jahreshauptversammlung am 3. Februar geschehen.

Der Matchball für einen Wechsel wird allerdings auch dort nicht geschlagen. Der Vorstand von Blau-Gelb plant, dass die Mitglieder vor den Sommerferien einen Entschluss fassen. „Einen Schnellschuss wollen wir nicht, weil manche Mitglieder durchaus gespalten sind, was einen möglichen Umzug nach Dürwiß betrifft“, berichtet Wild.

Einige der Tennisspieler bei Blau-Gelb denken sicherlich auch an den 19. März 2013. An diesem Tag wurde der TC Rot-Weiß Dürwiß aufgelöst. Vorausgegangen war ein viele Jahre dauernder Streit zwischen dem Pächter der Anlage am Freibad und dem Tennisclub, in dessen Zuge viele Mitglieder von Rot-Weiß zu Blau-Gelb wechselten. Zum Zeitpunkt der Auflösung zählte der einst große Dürwisser Verein noch 54 Mitglieder – es waren einmal 500.

Die jüngste Historie der Dürwisser Anlage ist unrühmlich. Im Jahr 2007 teilte der Erbpachtnehmer und Eigentümer der Tennisanlage den Dürwisser Vereinsmitgliedern mit: „Nach nunmehr 35-jähriger Tätigkeit in unserer Tennisanlage haben wir uns dazu entschlossen, in den Ruhestand zu treten. Aus diesem Grunde wird die Anlage Rot-Weiß Dürwiß ab der nächsten Saison 2008 nicht mehr geöffnet.“ Die Stadtverwaltung unternahm in der Folge im Auftrag des Stadtrats mehrere Versuche, das Gelände zurückzuerhalten – vergeblich.

Mehrere Anläufe

Gleich mehrere Anläufe wurden genommen. Zwei Jahre nach der Kündigung wurden zwei Gutachten von der Stadt erstellt, deren Ergebnis als Grundlage für die Verhandlungen über die 9415 Quadratmeter große Anlage diente. Pächter und Stadtverwaltung lagen in ihren Vorstellungen allerdings weit auseinander. Ende 2009 saß der Tennis-Club Blau-Gelb zum ersten Mal mit im Boot.

Das Konzept sah vor, mit dem TC Rot-Weiß Dürwiß die Anlage zu betreiben. Auch die Naturfreunde waren Teil dieses Konzepts. Nach ersten Überlegungen hätten sie Bocciaplätze und eine Fahrradstation betreiben können. Zu einer Einigung kam es dennoch nicht.

Auch ein juristischer Weg öffnete sich nicht: Laut Vertrag, der im Jahr 2069 endet, ist der Pächter dazu verpflichtet, Tennis auf der Anlage zu ermöglichen. Die Stadtverwaltung teilte mit, dass er dieser Verpflichtung nachkomme. Dem widersprachen allerdings die Verantwortlichen des Tennis-Clubs Dürwiß, die das Vorgehen der Stadtverwaltung mehrfach kritisierten. Im September 2011 unternahm die Stadt einen weiteren Versuch. Sie schrieb den Pächter an, ob er sich mit der Stadt zusammensetzen würde, um eine Lösung zu finden. Die Antwort: Die Forderungen seien bekannt.

Im Rathaus äußert man sich nicht zu den aktuellen Gesprächen und verweist auf die gebotene Verschwiegenheit während vertraglicher Verhandlungen. Warum die Stadtverwaltung zur Eile drängt, lässt allerdings Raum für Spekulationen. Dies gilt vor allem für die Frage, was mit dem Gelände an der Jahnstraße passieren soll. Zwar klingt eine Erhöhung der Kapazitäten von derzeit fünf auf zehn Plätze für die Mitglieder des Tennis-Clubs Blau-Gelb durchaus verlockend, aber manche müssen auch eine weitere Anfahrt zu ihrer Sportstätte in Kauf nehmen. Dies gefällt nicht jedem.

Bei Hochbetrieb wird es auf der Anlage an der Jahnstraße jedoch eng. Zu den etwa 90 aktiven Spielern gesellen sich 30 Jugendliche, die regelmäßig dort das Racket schwingen. „Ich gebe zu, dass uns mehr Plätze gut tun würden“, räumt Wild ein. Eine Erweiterung an der Jahnstraße ist nicht möglich. Auch das Gebäude ist in die Jahre gekommen. Nach Informationen unserer Zeitung soll es auch einen Interessenten geben, in das Haus an der Dürwisser Tennisanlage zu ziehen.

Details wird der Verein seinen Mitgliedern bei der Jahreshauptversammlung erläutern. Allerdings einen Fehler werden Stadt und Verein sicherlich nicht mehr begehen: die vertragliche Abhängigkeit von einem Pächter.

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