Eschweiler - Zehn Jahr nach der Euregionale: Positive Entwicklungen in Eschweiler

Zehn Jahr nach der Euregionale: Positive Entwicklungen in Eschweiler

Von: Patrick Nowicki
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Der Kreisverkehr oberhalb des Seezentrums zählte zu einem vierteiligen Kunstprojekt der Euregionale 2008. Die von Waldschülern gestalteten Tonfische wurden zerstört. Die Stele, von der Künstlerin Angelika Keller gestaltet, ist erhalten geblieben. Foto: Patrick Nowicki
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Im August waren die Bauarbeiten an der Seebühne bereits abgeschlossen. 1,5 Millionen Euro kostete der Bau.
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Die Baustelle am Blausteinsee: Im Frühjahr 2008 begannen die Arbeiten an der Seebühne und -tribüne. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Die Euregionale vor zehn Jahren sorgte für reichlich Aufbruchstimmung im Dreiländereck. 132 Millionen Euro wurden in insgesamt 40 Projekte im Dreiländereck gesteckt. An mehreren war auch Eschweiler beteiligt. Zehn Jahre später fällt das Fazit oft ernüchternd aus – in der Indestadt jedoch nicht. Der Bau der Seebühne war der Startschuss für eine positive Entwicklung am Blausteinsee.

„Dies war ein Signal für den Strukturwandel, und für die zukünftigen Pläne sehr wichtig“, sagt Bürgermeister Rudi Bertram. Die Grünroute hingegen bleibt ein Insidertipp und lockt zwar nicht viele, aber immer wieder Radfahrer aus der Region nach Eschweiler – etwa 330000 Euro Landesmittel flossen in den Bau der Strecke durch die Stadt. Dort besteht auch in den Augen des Eschweiler Verwaltungschefs Nachholbedarf: „Bisher ist die Route nicht ausreichend touristisch vermarktet worden.“ Dies wolle man in den kommenden Jahren verbessern.

Dass die Euregionale 2008 an der Inde vor allem positive Signale setzen sollte, zeichnete sich früh ab. Im Rathaus verknüpfte man die Entwicklung am Blausteinsee unmittelbar daran. Zu diesem Zeitpunkt war jedoch noch vorgesehen, einen Großinvestor mit ins Boot zu holen, der über 40 Millionen Euro in ein Hotel-Projekt am See stecken sollte. Deswegen mussten alle Bauten, die im Rahmen der Euregionale errichtet und eröffnet werden sollten, abgestimmt sein.

Vorgesehen war, die Landesmittel in öffentliche Bauten zu investieren, ohne damit das Hotel-Projekt zu gefährden. Das sich letzteres als Luftschloss entpuppte, ahnte zwar damals schon mancher Kommunalpolitiker, wissen konnte es jedoch keiner. Da sich die Planung immer weiter verzögerte, wurde jedoch schnell klar, dass nur die Bühne rechtzeitig zur Euregionale in Betrieb gehen konnte.

Die geplante Gesamtinvestition hatte es in sich: 4,2 Millionen Euro kosteten der Bau der Seebühne, des Aussichtspunktes in Form eines Absetzers und des Vorplatzes mit den Seitenbauten. Für die Blausteinsee GmbH wäre dieser Betrag nicht zu stemmen gewesen. Auch die klamme Stadt hätte diese Summe nicht aufbringen können: Zuschüsse aus dem Topf der Euregionale, aber auch Zuschüsse von RWE und Indeland GmbH verringerten den Betrag für die Stadt Eschweiler auf unter einer Million Euro.

Im Frühjahr 2008 rückten die Bagger an mit dem Ziel, im August des gleichen Jahres die 900 Quadratmeter große Tribüne und die Bühne zu eröffnen. Der Zeitplan ging auf. Die beiden Landräte Carl Meulenbergh (Aachen) und Wolfgang Spelthahn (Düren) schnitten das symbolische Band zur Eröffnung durch, die das „Trompetenkorps Die Kaafsäck“ musikalisch begleitete. Die Natur-Arena kostete rund 1,5 Millionen Euro. Sie wurde aber auch zu einem Wahrzeichen der vor zehn Jahren noch jungen Indeland-GmbH, der Gesellschaft, der viele Kommunen am Tagebau Inden angehören und die nun den Strukturwandel mitgestaltet.

Viele Kulturveranstaltungen

Bauten wie die Seebühne zeugen noch heute von der Euregionale vor zehn Jahren. Was weniger im Bewusstsein geblieben ist und in Eschweiler vom Stadtjubiläum überlagert wurde: Zahlreiche Kulturveranstaltungen umrahmten die Serie im Dreiländereck. Am Kreisverkehr oberhalb des Seezentrums wurde ein Kunstprojekt umgesetzt, an dem vier Kommunen beteiligt waren. Kunstobjekte sollten die vier Elemente darstellen: am Blausteinsee (Wasser), in Inden an der Goldsteinkuppe (Luft), im Römerpark in Aldenhoven (Feuer) und im Brückenkopf-Park in Jülich (Erde).

Das Kunstwerk am Blausteinsee entstand in der Gesamtschule in Zusammenarbeit mit der Künstlerin Angelika Keller. Von den aus Ton geformten Fischen in allen Größen, Farben und Formen ist nur noch die eineinhalb Meter große Stele geblieben. Die meisten von den Schülern gestalteten Fische wurden früh Opfer von Vandalismus.

Auch ein sportliches Großereignis wurzelt in der Euregionale 2008: der Indeland-Triathlon, der bei seiner Premiere von drei Vereinen veranstaltet wurde und 1000 Athleten im September vor zehn Jahren an den Blausteinsee lockte. Seitdem ist das Sportereignis, das die Teilnehmer vom Blausteinsee aus durch den Tagebau Inden bis in den Römerpark in Aldenhoven führt, aus dem Kalender nicht mehr wegzudenken. Am 24. Juni steht die Neuauflage in Dürwiß an.

Geblieben ist auch die Grünroute, der im Rahmen der Euregionale 2008 entstandene 370 Kilometer lange Radwanderweg durch die Region. Drei große „x“ kennzeichnen die Strecke, die von Aldenhoven am Blausteinsee vorbei, entlang der renaturierten Inde nach Weisweiler führt. Der ausgeschilderte Radweg leitet die Radfahrer dann weiter von Haus Palant durch den Weisweiler Kulturpark und die Inde-Auen südlich der Inde, dann über die Fußgängerbrücke zum Nordufer, entlang der Wasserwiese, vom Patternhof zum Talbahnhof, hinauf zum Stadtwald und weiter nach Stolberg, Südlimburg und schließlich Belgien.

Insgesamt 450.000 Euro kostete der Ausbau der Strecke in Eschweiler. Darin war die Pflanzung von fast 100 Bäumen entlang der Wasserwiesen-Trasse eingerechnet. Die Stadt hat ein Viertel der Summe übernommen. Die Radstrecke verbindet die ehemaligen Bergbau-Regionen, die sich von der deutschen Grenzregion über Niederländisch Limburg bis Belgisch Limburg erstrecken.

Die große Aussichtsplattform, die sich 6,60 Meter über dem Platz des Seezentrums befindet, war zum Start der Euregionale noch in der Planung. Erst ein Jahr später griffen die Verantwortlichen symbolisch zum Spaten und gaben den Start für den Bau. Im Jahr 2010 konnte schließlich Eröffnung gefeiert werden. „Wir hatten das Glück, mit dem RWE und der Indeland-GmbH starke Partner an unserer Seite zu wissen“, resümiert Bertram heute. Sie übernahmen einen Großteil der Kosten, die insgesamt 2,7 Millionen Euro ausmachten. Steg und Flügelbauten schlugen mit 1,5 Millionen Euro zu Buche, für die Außenanlagen mit dem großen Platz waren 1,2 Millionen fällig.

 

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