Zahl der Umweltsünder nimmt weiter ab

Von: Tyrone Schwark
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Seit einem halben Jahr dürfen nur noch Autos mit einer grünen Feinstaubplakette durch die Eschweiler Innenstadt fahren. Dafür wurden am 1. Oktober des vergangenen Jahres mehrere Warnschilder aufgestellt. Foto: Tyrone Schwark

Eschweiler. Seit etwas mehr als einem halben Jahr gibt es sie in Eschweiler: die Umweltzone. „Bis heute haben wir keine wirkliche Reaktion der Bürger auf die Einführung bekommen“, sagt Edmund Müller, Fachdienstleiter der Stadt für Gefahrenabwehr und Straßenverkehr. Und das sei ja „ein positives Zeichen“.

Seit Oktober des vergangenen Jahres gehen seine Kollegen vom Ordnungsamt neben Falschparkern auch auf die Suche nach Umweltsündern. Heißt: Autofahrern, die ohne die nötige grüne Plakette in die Zone fahren, droht ein Bußgeld in Höhe von 80 Euro – plus einer Bearbeitungsgebühr von 28,50 Euro.

Der Mythos, dass es auch einen Punkt in Flensburg gibt, hält sich zwar wacker, stimmt aber nicht. Damit dieser entfällt, wurde im Jahr 2004 das damalig übliche Bußgeld von 40 Euro verdoppelt.

Aber es gibt immer noch Pkw-Fahrer, die sich nicht an die Regelung halten. Auch wenn eine „abnehmende Tendenz“ zu erkennen ist, wie Müller sagt. „Anfänglich wurden werktäglich rund 60 Verfahren wegen der Verletzung der Umweltzone eröffnet. Die Zahlen gehen aber immer weiter zurück und schwanken derzeit sehr stark, so dass wir momentan eine Spannbreite von etwa fünf bis zu 20 neue Verfahren werktäglich haben“, sagt er.

Die Eschweiler Umweltzone umfasst ein Gebiet von circa 2,35 Quadratkilometern, das sind 25,1 Kilometer Straßenlänge, in der unter anderem die Innenstadt und das Berufskolleg fallen. Auch wenn viele Einkaufsmöglichkeiten und der Hauptbahnhof außerhalb der Zone zu finden sind, ist ein problemloses Durchqueren der Stadt mit einem nicht autorisierten Fahrzeug ziemlich kompliziert.

Für das Gebiet zugelassen sind nur Pkws mit einer grünen Feinstaubplakette, also der Schadstoffgruppe vier – ein Bußgeld gibt es auch, wenn ein Auto zwar eigentlich zugelassen werden würde, aber trotzdem ohne den Aufkleber auf der Windschutzscheibe fährt. Obwohl die Polizei in Eschweiler laut eigenen Angaben keine Extrakontrollen realisiert, wird bei jeder routinemäßigen Kontrolle das Vorhandensein geprüft.

Dabei ist die Anschaffung mehr als einfach. Zwischen fünf und zehn Euro kostet der Aufkleber und kann bei der Stadt, beim TÜV oder per Onlineformular bestellt werden. Es muss nur an die Fahrzeugpapiere gedacht werden, eine Besichtigung des Fahrzeugs durch einen Prüfer ist nicht notwendig. Wichtig ist nur, dass das Kennzeichen auf der Plakette mit dem Kennzeichen am Pkw übereinstimmt. Es ist also auch eine neue Plakette nötig, wenn das Auto umgemeldet oder das Kfz-Zeichen geändert wird.

Aber muss jedes Fahrzeug eine grüne Plakette haben? Nein, es gibt auch Ausnahmeregelungen. Allerdings nicht viele, da der Nutzen der ganzen Regelungen – den Feinstaubwert in der Stadt zu verringern – sonst nicht realisierbar wäre. Aber es gilt: Ist das Nachrüsten eines Fahrzeugs wirtschaftlich nicht tragbar oder technisch unmöglich oder stellt das Fahrverbot eine „besondere soziale Härte“, wie es auf der Internetseite der Stadt heißt, dar, dann kann es eine Ausnahme geben.

Übrigens: Motorräder, landwirtschaftliche Fahrzeuge und bestimmte Oldtimer sind bereits im vorhinein von den ganzen Regelungen ausgenommen.

Doch warum der ganze Aufwand? Das Ziel ist die Reduzierung der zunehmenden Stickstoffoxid- und Feinstaubbelastung in städtischen Ballungsgebieten.

Damit soll die Luft- und damit auch die Lebensqualität in Städten deutlich verbessert werden. Um diese Ziele weiterhin zu erreichen, wird sogar schon über eine blaue Plakette diskutiert – einer Einführung der neuen Schadstoffklasse steht allerdings noch nicht zu hundert Prozent fest.

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