Zahl der Eschweiler Kita-Plätze wächst und wächst

Zahl der Kita-Plätze wächst und wächst

Von: Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
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Der Bedarf an Betreuungsplätzen in Eschweiler Kindertagesstätten ist weiterhin hoch: Ab Sommer stehen laut Stadtverwaltung 1932 Plätze in Einrichtungen und 220 Plätze bei Tagespflegepersonen zur Verfügung. Foto: René Costantini

Eschweiler. Der Ausbau der Plätze in der Kinderbetreuung schreitet weiter voran. In Kinzweiler werden zwei weitere Kita-Gruppen zum kommenden Kindergartenjahr in Betrieb gehen. Der Clou: Dafür muss kein neues Gebäude errichtet werden, sondern es wird der Sitz der ehemaligen Gemeindeverwaltung genutzt, wo bis vor wenigen Jahren eine Einrichtung für Kinder mit besonderem Förderbedarf untergebracht war.

Die Stadt Eschweiler ist nach wie vor zum Handeln gezwungen, weil ein rechtlicher Anspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder über drei Jahren besteht. In der Wilhelmstraße wird eine weitere fünfgruppige Einrichtung gebaut. Mittelfristig ist auch eine Kindertagesstätte im Rathausquartier vorgesehen. Sie ist Bestandteil der Pläne des Investors und soll nach derzeitigem Stand an der Peilsgasse stehen.

„Nach wie vor stellen wir einen steigenden Betreuungsbedarf fest“, sagt Sozialdezernent und Kämmerer Stefan Kaever. Dazu führe die konstant hohe Geburtenrate, die Ausweisung neuer Baugebiete und der Zuzug junger Familien. Aktuell rechnet die Stadtverwaltung für das kommende Kindergartenjahr mit 1932 Plätzen (im laufenden Kindergartenjahr: 1891). Hinzu kommen 220 (210) Plätze bei Tagespflegepersonen. Damit wird eine Versorgungsquote von 64,7 (54,76) Prozent bei den Unter-Dreijährigen und von 95,65 (95,6) Prozent bei den Überdreijährigen erreicht.

Ob das Kita-Angebot in Eschweiler allerdings zum Bedarf der Eltern passt, soll auch eine Befragung in den Einrichtungen klären. Vor allem die gewünschten Betreuungszeiten stehen dabei im Fokus. Die Kommunalpolitiker richteten in den vergangenen Monaten mit verschiedenen Anträgen ihr Augenmerk auf die sogenannte Randzeitenbetreuung. Auch die wachsende Zahl von Kindern mit besonderem Förderbedarf führte zu einer Verschiebung der Zahlen: Inklusive Betreuung zieht eine Verringerung der Gruppengröße und damit den Wegfall von Betreuungsplätzen nach sich. Im kommenden Kindergartenjahr werden insgesamt 88 Kinder inklusiv in Eschweiler betreut.

In Dürwiß hat sich die Lage entspannt. Der Wasserschaden in der neuen Kita „Regenbogen“ an der Konrad-Adenauer-Straße ist beseitigt, die ersten Kinder werden dort bereits betreut. Bis Ende März sollen sämtliche Plätze belegt sein. Im Gegenzug wird die alte Kita an der Schillerstraße leergeräumt. Vorgesehen ist, dass das Gebäude verkauft wird. Es ist Bestandteil eines Bebauungsplans, der die Grundstücke zwischen Schiller- und Weisweilerstraße umfasst. Ein Eschweiler Investor will die Flächen dort für Wohnhäuser entwickeln.

Als im Spätherbst bekannt wurde, dass die neue Kindertagesstätte auf dem Gelände der ehemaligen Dürwisser Hauptschule wegen eines erheblichen Wasserschadens nicht öffnen kann, war die Aufregung bei manchen Eltern groß. Laut Kaever konnten jedoch alle Kinder untergebracht werden. So wurde nicht nur der Betrieb an der Schillerstraße fortgesetzt, zwei Gruppen konnten in zwei anderen Tagesstätten der Arbeiterwohlfahrt übergangsweise untergebracht werden: in den Familienzentren „Der kleine Prinz“ in Dürwiß und der „Zauberhut“ an der Franz-Rüth-Straße, also am ehemaligen Indestadion.

Der wachsende Zahl der Einrichtungen zur Kinderbetreuung hat allerdings auch Konsequenzen: „Es zeichnet sich ein deutlicher Fachkräftemangel ab“, berichtet Kaever. Die städtischen Kitas begegnen diesem Trend mit zusätzlichen Praktika, um junge Menschen für den Beruf als Erzieher zu begeistern.

Derzeit bestehen in Eschweiler auch für das neue Kindergartenjahr keine Pläne, auf Elternbeiträge zu verzichten. Man wolle zunächst das neue Kinderbildungsgesetz (Kibitz) abwarten, hieß es im Rathaus. Darin soll auch die zukünftige finanzielle Ausstattung für die Träger neu geregelt werden.

In diesem Jahr soll die Stadt etwa 9,26 Millionen Euro als Betriebskostenzuschuss des Landes erhalten. Die Elternbeiträge betragen 1,935 Millionen Euro. Dem stehen Ausgaben in Höhe von 10,114 Millionen Euro als Zuschuss an die freien Träger und 7,726 Millionen Euro Zuschuss an die Trägergesellschaft der städtischen Kitas gegenüber. Die Eltern tragen 12,7 Prozent der Gesamtkosten.

In Eschweiler ist der Beitrag gestaffelt. Familien mit einem jährlichen Einkommen von unter 18000 Euro brutto zahlen keinen Cent. Der Höchstbetrag in Höhe von 360 Euro pro Monat für eine 45-stündige Betreuung in der Woche muss erst bei einem Jahreseinkommen ab 84.000 Euro brutto entrichtet werden. Zunehmend werden 45-Stunden-Betreuungen gebucht.

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