Eschweiler - Yvonne Laws: Für sie endet die Session erst am Sonntag

Yvonne Laws: Für sie endet die Session erst am Sonntag

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Für sie könnte – wie für viele andere Eschweiler auch – Karneval im ganzen Jahr sein: Yvonne Laws organisiert die Stadtmeisterschaften im karnevalistischen Tanz mit, die am Sonntag in der Festhalle Weisweiler stattfinden. Foto: Martin Leclaire

Eschweiler. Ein Leben ohne Karneval? Für Yvonne Laws ist das, wie für die meisten Indestädter wahrscheinlich auch, nur schwer vorstellbar. Die 39-jährige war selbst jahrelang Tanzmarie und ist in ihrem Karnevalsverein, der Prinzengilde Eschweiler-Bergrath, ein aktives Mitglied. Sie organisiert unter anderem die Stadtmeisterschaft in karnevalistischen Tänzen, die am Sonntag in der Weisweiler Festhalle stattfindet.

Dieses Freundschaftsturnier findet zum 20. Mal statt und wird von der Prinzengilde ausgerichtet.

Die Session ist gerade einmal drei Wochen vorbei. Für Sie, Ihren Verein und die Teilnehmer des Tanzturniers steht aber schon wieder ein karnevalistisches Wochenende an. Ist das nicht komisch?

Laws: Nein überhaupt nicht. Generell ist für die Prinzengilde die Karnevalssession erst nach den Stadtmeisterschaften, die immer rund drei Wochen nach dem offiziellen Sessionsende stattfinden, vorbei. Ich freue mich schon sehr auf dieses Wochenende, auch wenn es mit viel Arbeit verbunden ist.

Sie sind Mitorganisatorin des Turniers. Was müssen für Vorbereitungen getroffen werden, damit das Turnier reibungslos abläuft?

Laws: Wir organisieren das Turnier in einem Dreierteam. Gemeinsam mit meinen Vereinskollegen Sven Mansfeld und Rainer Winnen kümmern wir uns um alles, was mit der Organisation zu tun hat. Im Herbst muss die Festhalle gebucht werden, das ist meistens der erste Schritt. Gegen Ende des Jahres werden dann die Einladungen mit der Ausschreibung rausgeschickt. Während der Session, aber vor allem auch danach, trudeln dann die Anmeldungen ein. Dann geht es natürlich daran, Starterlisten zu erstellen, um einen geregelten Ablauf während des Turniers zu gewährleisten. Eigentlich ist bei dem Turnier der ganze Verein involviert, schließlich nehmen auch unsere Kinder und Jugend Tanzgruppen daran teil, genauso wie unsere Showtanzgruppe „Op Zack“. Außerdem kümmern sich auch alle Vereinsmitglieder um das leibliche Wohl der Teilnehmer, machen Salate, Brötchen oder Kuchen. Die werden dann am Turniertag verkauft. Die Einnahmen fließen wieder in unsere Vereinskasse.

Wie ist die Resonanz bei diesem Turnier?

Laws: Ich organisiere das Turnier seit ungefähr sieben Jahren mit. Anfänglich gab es so viele Anmeldungen, dass das Turnier an zwei Tagen stattfinden musste. Zwischendurch waren die Anmeldezahlen auch mal rückläufig. Bei dem diesjährigen Turnier gab es allerdings wieder sehr viele Anmeldungen, was uns natürlich sehr freut. Wir haben in diesem Jahr 120 Starter. Das ist auch die absolute Obergrenze. Mehr Starter würden wir an einem Tag gar nicht bewerten können. Nicht nur viele Eschweiler Karnevalsvereine nehmen die Möglichkeit eines Freundschaftsturniers gerne an, auch Karnevalsvereine von etwas weiter weg, zum Beispiel aus Wuppertal oder Essen, kommen zu uns.

Auf was achtet die Jury denn bei diesem Tanzturnier?

Laws: Die Jury besteht insgesamt aus neun tanzerfahrenen Frauen. Drei von ihnen bewerten den ganzen Tag über, sechs Frauen werden nur jeweils einen halben Tag in der Jury sitzen. Denn unser Turnier wird den ganzen Sonntag über andauern. Nicht jede von den Jury-Damen kann ihren ganzen Sonntag zur Verfügung stellen, zum Beispiel aus familiären Gründen. Bewertet werden die Tänzer und ihre Darbietungen also immer von sechs Damen. Die höchste und die niedrigste Bewertung werden gestrichen. Die Damen achten dann zum Beispiel auf Schrittvielfalt, Synchronität und Gleichmäßigkeit. Aber auch auf Kleinigkeiten wird geachtet, ob die Füße durchgestreckt sind oder ob die Uniformen gut passen. Ob mit Hut getanzt wird oder ohne, wird natürlich auch bewertet. Denn Tänzer ohne Hut haben es bei akrobatischen Elementen deutlich einfacher, als diejenigen mit Hut. Die Tänze werden nicht nach Verbandsregeln beurteilt, da es ja ein Freundschaftsturnier ist. Konkurrenzdenken ist aber trotzdem vorhanden, und das ist auch gut so.

Sie wissen wovon Sie reden, schließlich waren sie selbst jahrelang aktive Tänzerin…

Laws: Ja, ich habe schon im Alter von sieben Jahren mit dem Karnevalstanz angefangen und dementsprechend viele Auftritte hinter mir. So konnte ich natürlich einiges an Erfahrung sammeln, auf was es auf der Bühne ankommt. Ich habe auch schon selbst in der Jury bei unserem Turnier gesessen. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht und viele schöne Momente beschert. Besonders wenn man die strahlenden Augen der Kinder sieht, wenn sie einen Pokal überreicht bekommen. Bis vor vier Jahren habe ich selbst noch aktiv getanzt. Unsere große Showtanzgruppe hat sich allerdings schon vor zehn Jahren aufgelöst.

Warum?

Laws: Nennen wir es Tanzrente. Unsere Gruppe hat einfach beschlossen, nicht mehr weiterzumachen. Ich vermisse die Zeit auch sehr. Ich darf während der Session bei unseren Veranstaltungen, Ausmärschen und im Straßenkarneval aber immer noch meine Uniform tragen. Da ist unser Verein nicht so traditionell wie andere, wo nur die Aktiven die Uniform tragen dürfen. Das tröstet einen dann über die aktive Tanzzeit hinweg. Außerdem sind nach wie vor die meisten Mitglieder in der Prinzengilde, deswegen verliert man sich auch nicht wirklich aus den Augen. Außerdem gibt es im Verein auch ohne Tanzen genug zu tun. Ich bin auch im Vorstand und im Damenelferrat der Prinzengilde.

Wie sind sie zur Prinzengilde gekommen?

Laws: Ich bin in Eschweiler geboren und wohnte mit meinen Eltern und meinem Bruder in Bergrath. Durch meine Eltern kam ich in die Prinzengilde. Die sind beide schon lange dort Mitglied. Im Alter von sieben Jahren habe ich dann, wie gesagt, angefangen in der Prinzengilde zu tanzen. Karneval gehört also schon seit meiner frühesten Kindheit zu meinem Leben. 1986, als Ralf Boltz Prinz war, war mein Vater, Michael Schröder, sein Zeremonienmeister. Mein Bruder Björn und ich durften die beiden dann als Pagen begleiten. Das war zwar eine anstrengende, aber auch wunderschöne und spannende Zeit. Ich habe heute noch eine Kiste voller Orden von damals. Die könnte ich niemals wegschmeißen, weil die einfach einen unglaublich hohen emotionalen Wert für mich haben.

Generell hat der Karneval also einen sehr hohen Stellenwert in Ihrem Leben...

Laws: Ja natürlich. Ich bin mit dem Karneval und der Prinzengilde groß geworden. Daraus haben sich auch viele Freundschaften entwickelt. Mit Andrea Grundig und Danica Nowicki bin ich beispielsweise schon seit Kindesbeinen an befreundet, seit wir angefangen haben, gemeinsam in der Prinzengilde zu tanzen. Wie nennen uns inzwischen auch die glorreichen Drei. Und auch sonst ist es immer wieder toll, während der Session Leute zu treffen, die man schon seit Jahren kennt. Generell ist die Prinzengilde für mich so etwas wie eine riesige Familie.

Sie haben im Oktober letzten Jahres geheiratet und sind der Liebe wegen nach Niederzier gezogen. Ist ihr Mann denn auch ein Karnevalsjeck, so wie Sie?

Laws: Nein überhaupt nicht. Ich glaube, mein Mann würde niemals eine Uniform anziehen oder einem Verein beitreten. Das ist aber gar nicht schlimm. Ich denke nicht, dass man in einer Ehe oder Beziehung zwangsläufig die gleichen Interessen haben muss. Mein Mann begleitet mich inzwischen aber zu Sitzungen. Er unterstützt mich und gibt mir auch die Zeit, die ich in meinem Verein verbringe.

Was machen Sie denn so, wenn Sie nicht gerade karnevalistisch unterwegs sind?

Laws: Dann fahre ich gerne mit meinem Mann Fahrrad oder wir gehen mit unseren beiden Hunden spazieren. Das sind natürlich auch wunderschöne und wertvolle Momente.

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