World-Café in Eschweiler-Ost: Gespräche über Stadtentwicklung

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Nach den beiden World-Café-Stunden gab es noch ein Sonderkonzert mit der Band der Eschweiler Jazz & Street Academy. Foto: Jana Röhseler

Eschweiler. Bei strahlendem Sonnenschein fand am Samstag in der Bürgerbegegnungsstätte Eschweiler-Ost das erste Eschweiler World Café unter dem Motto: „BEO – Das Haus für alle in Eschweiler–Ost“ statt. Dieses World Café ist nicht etwa ein weiteres Gebäude an der Moselstraße, sondern es ist ein Begriff aus der Organisations-Entwicklung, eingeführt von Dr. Klaus Lumma vom IHP (Institut für Humanistische Psychologie), selbst Mitglied im Trägerverein.

Lumma: „Die Methode World Café habe ich auch im Stadtteil Tremé von New Orleans angewandt, als dort nach Hurricance Katrina vielen Menschen und Organisationen vor einem Neu-Anfang standen.“

Der Tagungsraum der Bürgerbegegnungsstätte Eschweiler-Ost ist tatsächlich wie ein Café hergerichtet, und die Gäste werden auch bedient wie in einem Café. Sechs Tisch-Quadrate sind aufgebaut, und an jedem Quadrat stehen sieben Stühle, sechs für Besucher und ein Stuhl für den jeweiligen Tisch-Gastgeber.

Was ist nun anders als in einem „normalen“ Café? Jeder Tisch ist einem Thema oder einer Frage gewidmet, die im Zusammenhang mit dem steht, was mit dieser Methode erreicht werden soll, nämlich das Einholen von neuen Ideen für die weitere Ausgestaltung des BEO-Programms mit dem neuen Vorstand des Trägervereins. Dazu findet man auf dem Tisch in der Mitte die entsprechende Themenkarte und außerdem bunte Filzschreiber mit dickem und dünnem Enden sowie Ölpastell-Kreiden – beides gedacht zum Schreiben und Malen auf den weißen Papiertischdecken.

An jedem Tisch sitzen also vier bis sechs Gäste, Anwohner, und jeder Tisch hat einen festen Gastgeber aus dem erweiterten Vorstand des Vereins. Der Gastgeber führt jeweils erneut in das Tisch-Thema ein, wenn die Gäste den Tisch wechseln und „erlaubt“ das Schreiben und Malen auf der Tischdecke.

Die verschiedenen Tisch-Themen lauten:

Tisch 1: Wo drückt der Schuh in Eschweiler–Ost?

Tisch 2: Kids erobern Eschweiler-Ost. Jugend packt an. Wie?

Tisch 3: BEO. Ist das so etwas wie Heimat? Für wen?

Tisch 4: BEO multikulturell! Wie soll das sein?

Tisch 5: Senioren in Eschweiler-Ost: Wie beteiligen?

Tisch 6:Welche Angebote fehlen bei BEO?

Das erste World Café in Eschweiler-Ost hat eine weitere Besonderheit aufzuweisen, nämlich Livemusik mit der Renew Brass Band, selbst auch Mitglied im BEO-Verein.

Dr. Klaus Lumma alias Fats spielt dort Posaune: „Ich werde oft gefragt, warum ich mich persönlich und auch mit dieser Musik in Eschweiler-Ost engagiere. Meine Antwort: Dieser Stadtteil erinnert sehr stark an Tremé und die St.-Augustine-Kirche. Dort hat der Jazz seinen Anfang, und zwar aus dem Phänomen der interkulturellen Verständigung heraus.

Tremé ebenso wie Eschweiler-Ost hat keinen Platz für Rassismus. Beide leben aus dieser Haltung heraus, und in beiden entsteht auf solche Weise viel Neues und Wertvolles für unsere fast überall in Not geratende Gesellschaft. Diese Haltung bringt auch alle Mitglieder der Renew Brass Band dazu, mittels ihrer fetzigen Musik das Feuer der Verständigung in Gang zu halten.“

Nach den beiden World-Café Stunden gab es noch eine Stunde Sonderkonzert für die Mitglieder des Vereins mit dieser Band der Eschweiler Jazz & Street Academy, die bereits seit Jahren dazu beiträgt, dass der New Orleans Jazz am Leben bleibt.

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