Wolfram Stolz kehrt der CDU-Fraktion den Rücken

Von: Rudolf Müller
Letzte Aktualisierung:
Will „als Einzelratsmitglied
Will „als Einzelratsmitglied der Stadt Eschweiler dienen”: Ex-CDU-Stadtverordneter Wolfram Stolz.

Eschweiler. Da warens nur noch 13. Seit Montagabend hat die CDU-Fraktion im Stadtrat ein Mitglied weniger. Wolfram Stolz, 50, seit 1998 CDU-Mitglied und seit Jahren in den eigenen Reihen äußerst umstritten, hat der Fraktion seinen Austritt erklärt.

Die CDU im Rat stelle sich den durch den Wähler übertragenen Aufgaben nur ungenügend, wirft er seinen bisherigen Kollegen mangelhafte Wahrnehmung ihrer Kontrollaufgaben vor. Ihre Arbeit sei „ziellos und konzeptionslos”. Deshalb, so erklärt Stolz in einem Schreiben an unsere Redaktion, habe er sich entschlossen, die Fraktion zu verlassen, um in Zukunft als Einzelratsmitglied der Stadt Eschweiler zu dienen.

Für den CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Willi Bündgens ist dies völliger Humbug: Stolz habe die Flucht nach vorn angetreten, als er gemerkt habe, dass auch die Letzten seine Getreuen in der Fraktion sich von ihm abgekehrt hatten und ihm der Rauswurf drohte. Seit Jahren, so Bündgens, arbeite Stolz an der Fraktion vorbei, ja gegen die Fraktion. Allein in den vergangenen Wochen habe er -zigmal gegen die CDU gesprochen, habe Anträge ohne deren Wissen oder gar Legitimation gestellt, habe der Fraktion zeitliche Ultimaten gestellt. Aufforderungen aus der Fraktion, sich teamfähiger zu zeigen und schädliche Alleingänge zu unterlassen, habe er mit den Worten quittiert: „Ich lasse mich nicht verbiegen. Wenn ihr Ruhe haben wollt, braucht ihr ja nur zu tun, was ich sage.”

„Wertvolle Tipps”

Schon vor Monaten sei ihm geraten worden, nicht länger gegen die Fraktion zu schießen, sondern sich ihr anzuschließen - oder sich eine andere Partei zu suchen, notfalls eine eigene zu gründen. Stattdessen sei Stolz Verhalten immer untragbarer geworden. Die für einen Fraktionsrausschmiss nötige Zweidrittelmehrheit sei inzwischen keine Hürde mehr. „Und jetzt kommt er seinem Rauswurf zuvor und macht auf Mutter Teresa”, macht Stadtverbandschef Willi Bündgens aus seinem Herzen keine Mördergrube. „Stolz ist nur auf Angriff gepolt. Der schlägt blindlings auf alles ein, am liebsten auf Bürgermeister Rudi Bertram, ohne aber irgendetwas in Händen zu haben.” Die sei keineswegs das, was er - Bündgens - in schwierigen Zeit als eine der Stadt hilfreiche Oppositionsarbeit betrachte.

Dass Stolz sich aus der Fraktion verabschiedet hat, wertet Bündgens als gutes Zeichen für eine künftig effektivere Arbeit: „Die fachlichen Quialitäten des Bauingenieurs Wolfram Stolz zweifle ich nicht an. Aber er ist nicht fähig, im Team zu arbeiten. Lieber mit 13 Leuten gut arbeiten als mit 14 immer im Kreis diskutieren. Stolz, der öffentlich dem gesamten Stadtrat Unfähigkeit und Inkompetenz unterstellt habe, habe die Fraktionssitzungen „ständig mit völlig konfusem Zeug lahmgelegt”, so Bündgens. Die Zeiten seien nun vorbei. Hofft Bündgens. Ob das tatsächlich sei sein wird, blebt abztuwarten. Immerhin schickte Stolz seinen Ex-Kollegen wenige Stunden nach seinem schriftlich erklärten Fraktionsaustritt eine E-Mail, in der er den „Kollegen” weiterhin seine Unterstützug zusicherte. Willi Bündgens: „Einer Fraktionskollegin gegenüber hat er angeboten, dass er - wenn sie ihm künftig aus der Fraktion berichten würde - der Fraktion wertvolle Tipps geben werde.”
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