Eschweiler - Wohnungsbrand: Rettung in letzter Minute

Wohnungsbrand: Rettung in letzter Minute

Von: rpm
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Gerettet
Drei Bewohner des dritten Obergeschosses, die sich vor den Flammen auf den Balkon geflüchtet hatten, konnte die Feuerwehr mit Hilfe der Drehleiter aus dem tödlichen Qualm retten. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Dass sie noch am Leben sind, das haben sie dem schnellen Einsatz der Feuerwehr zu verdanken: Die holte am Morgen drei Menschen mit der Drehleiter vom Balkon eines Hauses an der Gutenbergstraße, während im Stockwerk darunter Flammen tobten und das darüber liegende Geschoss in dichten, tödlichen Rauch hüllten.

„Das war Rettung in letzter Sekunde”, konstatiert Stadtbrandinspektor Harald Pütz erleichtert. „Die Leute hätten keinerlei Chance mehr gehabt, durchs Treppenhaus zu entkommen.”

Begonnen hatte der Einsatz der Feuerwehr um 10.14 Uhr: Zu diesem Zeitpunkt informierte ein ausländischer Mitbürger telefonisch die Feuerwache darüber, dass er Flammen aus einer Wohnung schlagen sehe. Von nun an stand das Telefon nicht mehr still.

Mit Kräften der Hauptwache und der beiden Löschzüge Stadtmitte machte sich Einsatzleiter Harald Pütz auf den Weg zum Einsatzort, beorderte gleichzeitig auch Kräfte der Hauptwache zur Gutenbergstraße, die zu einem Serienunfall auf der Aachener Straße eingesetzt waren.

Als sie eintrafen, drangen an der Vorderfront des Hauses dichte Qualmwolken Wohnung im zweiten Obergeschoss - an der Rückseite schlugen Flammen aus den Fenstern und drohten, auf das darüber liegende Geschoss überzugreifen.

Zu diesem Zeitpunkt wusste niemand, ob sich in den beiden betroffenen Wohnung noch Menschen aufhielten. Also schickte Pütz zunächst einen Trupp Männer unter schwerem Atemschutz in die brennende Wohnung des zweiten Stockwerks. Sie trafen in der offenstehenden Wohnung niemanden an.

Gleichzeitig sahen Pütz und seine Leute nun schemenhaft Menschen auf dem völlig verqualmten Balkon des dritten Stocks: Als an der Rückfront des Hauses die Flammen auf das dritte Geschoss überschlugen, hatten sie sich auf den vorderen Balkon geflüchtet.

Eine Flucht durchs Treppenhaus war zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr möglich. Der 39-jährige Mann, seine 37-jährige Frau und ihre fünfjährige Tochter waren fast in Panik, nur ab und zu war von der Straße aus einer ihrer Köpfe im dichten Rauch zu sehen.

Inzwischen erreichten Rettungswagen aus Eschweiler, Stolberg, Würselen und Herzogenrath die Unglücksstelle. Notärzte nahmen sich sofort der geretteten Familie an.

Derweil erblickte Harald Pütz vor dem Haus eine völlig verstörte Frau mit versengten Haaren: Die 34-Jährige, so stellte sich heraus, war gemeinsam mit ihrem dreijährigen Sohn in der Wohnung gewesen, in der das Feuer ausbrach. Den Jungen habe sie bei Bekannten in einem Nebenhaus untergebracht, berichtete sie.

Pütz ließ dennoch vorsichtshalber die Wohnung noch einmal durchsuchen, ehe der Junge bei Nachbarn gefunden wurde. Beide - Mutter und Sohn - mussten ebenfalls mit Rauchgasvergiftungen notärztlich behandelt werden, ehe die fünf Verletzten ins Stolberger Bethlehem-Hospital gebracht wurden.

Insgesamt 14 Kräfte des Rettungsdienstes waren mit zwei Notarzt- und fünf Rettungswagen vor Ort; hinzu kamen 38 Wehrleute der Hauptwache und der Löschzüge Stadtmitte sowie Dürwiß. Kräfte der Löschzüge Röhe, Kinzweiler und Lohn standen in Bereitschaft.

Nachdem die Flammen mit einem C-Rohr vom Treppenhaus her gelöscht waren, beschlagnahmte und versiegelte die Kripo die Wohnung, in der heute ein Sachverständiger nach der Brandursache forschen soll. Das Eschweiler Ordnungsamt, gemeinsam mit Bürgermeister Rudi Bertram vor Ort, kümmerte sich um die Unterbringung der beiden betroffenen Familien.

Den Sachschaden schätzen Polizei und Feuerwehr auf rund 100.000 Euro.
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