Wo soll´s denn lang gehen mit der Entwicklung der Indestadt?

Von: rpm
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Eschweiler. An Eschweiler hängt er. Das macht die Tatsache deutlich, dass er sich nach wie vor Gedanken darüber macht, wohin die Stadt planerisch steuert.

An denen, die das in Händen haben - an der Verwaltungsspitze wie im Rat - aber lässt er kaum ein gutes Haar: Wilfried Schulze, noch bis Mitte des Jahres Technischer Beigeordneter der Indestadt.

„Die Stadt Eschweiler holt sicherlich in den letzten Jahren auf mit ihren Perspektiven und konkreten Projekten”, sagt Schulze. Dazu gehöre das Planwerk Innenstadt als Renaissance der zentralen Stadt ebenso wie die Zukunftsstandorte Weisweiler West/Eschweiler Ost, Langwahn und Hauptbahnhof.

Dazu gehöre aber auch die Aufwertung von Landschaft und Entwicklung einer Freizeitkultur mit den Konzepten Inde-Renaturierung und Blausteinsee.

„Wollen wir jedoch in ein Zukunfts-Portfolio einzahlen, so müssen wir uns fragen: Wo wollen wir hin in dieser Stadt und in der Region? Wir sollten also nicht Ist-Zustände verwalten, sondern vielmehr Soll-Zustände gestalten.”

Demografischer Wandel

Angesichts des täglichen Krisenmanagements zwischen schrumpfenden Strukturen, Armut öffentlicher Kassen und wirtschaftlicher Depression sei neben einer exakten Analyse eine Neudefinition von Leitbildern angezeigt.

Dabei, so Schulze, sei neben einer wachsenden Bedeutung der Region der demografische Wandel („kleiner, älter bunter”) von besonderer Bedeutung, der sich zwar schon seit geraumer Zeit bemerkbar mache, aber erst in etwa zehn Jahren vollends durchgreife, wenn nicht nur die Bevölkerungszahl, sondern auch die Zahl der Haushalte zurückgehe.

„Stadtregionales Denken” und „nachfrageorientiertes Planen” sind die Stichworte, unter denen Schulze dem Wandel begegnen will: „Demografischer Wandel wird auch vielfältige differenzierte Herausforderungen stellen, die regional zu lösen sind.

Die Kosten der Infrastruktur werden bei Schrumpfung steigen, infrastrukturelle Anpassungen werden erforderlich sein, wachsender sozialer Benachteiligung muss entgegengewirkt werden.

Für die Kommune wie auch für die Region wird es darauf ankommen, den Wandel aktiv zu begleiten und zu gestalten.” Dies, so Schulze, werde Einfluss haben auf die wirtschaftliche Entwicklung, die Finanzierung öffentlicher Ausgaben, die Lebensqualität und das soziale Miteinander.

„Für Eschweiler bedeutet dies: Wenn die Entwicklungen greifen, muss es selber positioniert sein. Es bedarf einer Perspektive Eschweiler 2020.”

Kritik am Management

Statt Ausbau müsse Umbau betrieben werden, es müsse eine Bauland- und eine Gewerbeflächenstrategie sowie ein Wohnbaulandkonzept entwickelt werden.

Von all dem sieht Schulze die Indestadt weit entfernt: „Das wären Ansätze eines Handlungskonzeptes für Eschweiler. Wer aber hat mal gesagt Das ist die Richtung, in die wir gehen wollen oder gefragt: Wie soll die Stadt in 20 Jahren aussehen? Wo liegen die Aufgaben? Wo lauern Gefahren? Wo bieten sich Chanchen? Welche Mittel wollen wir einsetzen? Welche Wege erkunden?

So fragt man erst gar nicht - von Antworten ganz zu schweigen. Dazu braucht man ja auch ein Management, das ebenso mutig und damit zukunftsfähig wie umsetzungsorientiert ist”, sagt Schulze. „Ohne Kompass eben keine Richtung.”
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