Eschweiler - Wo sind bloß all die Blumenkübel hin?

Wo sind bloß all die Blumenkübel hin?

Von: Andreas Gabbert und Anja Klingbeil
Letzte Aktualisierung:
blümchen-bu
Pflanzkübel sollen aus dem Stadtbild weitgehend verschwinden: Ihren Platz werden Bäume und Stauden einnehmen. Foto: Andreas Gabbert

Eschweiler. Sie verschwinden langsam aber sicher aus dem Stadtbild. Ein Pflanzkübel nach dem anderen wird ersetzt. Ihre Plätze sollen in Zukunft Bäume und Stauden einnehmen. Das hat der Planungs-, Umwelt- und Bauausschuss beschlossen. So will die Stadt pro Jahr rund 6000 Euro einsparen.

In der Vergangenheit seien die Kübel als Gestaltungselement, zur Verkehrsberuhigung und zur Verhinderung des Falschparkens im Stadtgebiet eingesetzt worden, heißt es in der Sitzungsvorlage des Ausschusses. Da die Unterhaltung aber sehr aufwendig sei und sich an vielen Orten die Grundlage für ihr Aufstellen verändert habe, beabsichtige die Verwaltung nun, die vorhandenen Standorte zu überprüfen und zu reduzieren.

Zur Unterhaltung der Blumenkübel zählt die Bepflanzung mit Sommer- und Winterflor, der Austausch der Pflanzenerde und die regelmäßige Bewässerung. „Bei Temperaturen wie in den vergangenen Wochen, kann da schon ein hübsches Sümmchen zusammen kommen”, sagt Heinz Rehahn, der Leiter des Organisationsamtes der Stadt Eschweiler. Im Jahr gibt die Stadt dafür rund 10.000 Euro aus.

„Das ist seelenlos”

In der Graben- und in der Neustraße sind die Pflanzkübel bereits durch Bäume ersetzt worden. Im Bereich der Marienstraße werden die Kübel im Rahmen der laufenden Baumaßnahme ebenso ersetzt. Danach bleiben noch 177 Kübel im Stadtgebiet übrig, die noch überprüft werden sollen. Um mehr Farbe ins Spiel zu bringen, sollen Zwiebeln von Frühlingsblühern in die Baumbeete eingebracht werden.

„Eine Stadt ohne Blumen ist eine tote Stadt”, sagt Anita Engert. Sie hatte sich direkt an die Stadt gewendet, als die Blumenkübel an der Wilhelmstraße verschwanden. Dort hat sie seit langem ihre Galerie. „Meine Künstler und Kunden kommen von überall her. Ich denke schon, dass es den Menschen auffällt, wenn die Kübel weg sind”, sagt Engert, die diese Entscheidung „seelenlos” findet. Auf der einen Seite sollten sich die Geschäftsleute kümmern, doch auf der anderen Seite habe man direkt das Ordnungsamt vor der Tür, wenn man etwa Musik spiele zur Werbung. „Ich hätte es besser gefunden, wenn die Stadt wenigsten die Kübel stehen gelassen hätte. Ich bin mir sicher, wir als Händler hätten diese auch in Eigenregie bepflanzt.

Das geschieht an anderer Stelle bereits. Entlang der Inde, an Graben- und Neustraße, hat das City Management die Bepflanzung von Blumenkästen selbst in die Hand genommen. „Das Auge will ja auch immer was zu sehen haben”, sagt Ursula Dittrich, Büroausstatter Weyermann. Dass die Kübel nun vielleicht bald in der ganzen Stadt verschwinden, findet sie „für das Image von Eschweiler nicht so gut”. Auch wenn sie die Notwendigkeit zum Sparen durchaus einsieht: „Irgendwo müssen die Verantwortlichen wohl anfangen.” Blumen zu pflanzen sei das eine, die Nachsorge ist das andere. „Vielleicht sollten sich da auch die Geschäftsleute und Einzelhändler mehr selber in die Pflicht nehmen und kümmern - wenigstens vor der eigenen Haustüre”, appelliert Ursula Dittrich.

Adäquaten Ersatz für die verschwundenen Blumenkübel wünscht sich Klaus-Dieter Bartholomy, Vorsitzender des City Management Eschweiler. Wobei auch er einräumt: „Die Stadt steht vor dem Problem, dass sie Sparmaßnahmen finden muss.” Gleichzeitig bemängelt er allerdings, dass die bisher vorhandenen Pflanzkübel „ohnehin nicht vernünftig gepflegt wurden”.

Bartholomy verspricht sich indes viel von den Umbauarbeiten, die derzeit in der Marienstraße laufen. „Wenn ich mir das so ansehe, sieht das schon sehr freundlich und fröhlich aus. Das ist eine Aufwertung für die City.” Dort würden auch die Blumenkübel nicht fehlen.

Auch Heinz Rehahn rechnet damit, dass die Maßnahme auf Dauer von der Bevölkerung und Einzelhändlern positiv aufgenommen wird. Denn: Kaum seien die Blumen gepflanzt, würden sie auch gleich wieder heraus gerissen. „Das sieht auch nicht schön aus - lieber einen schönen Baum, als ein zerfledderter Blumenkasten”, sagt Rehahn. Er glaubt, dass die Stadt durch die neu gepflanzten Bäume und eingebrachten Blumenzwiebeln am Ende grüner wird. „An der Jülicher Straße blühen im Frühling schon jetzt die Narzissen - ein herrliches Bild.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert