Wo Demokratie gelebt wird, haben Nazis keine Chance

Von: sh
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Demokratie leben: Autor Christian Linker las in der Stadtbücherei vor Schülern aus seinem Buch „Heldenprojekt” vor und diskutierte anschließend mit ihnen über das Thema „Jugendliche und Rechtsextremismus”. Foto: Stefan Herrmann

Eschweiler. „Neonazis haben sehr einfache Antworten”, weiß Christian Linker. Dass es die falschen sind, weiß der Schriftsteller natürlich auch. Doch viele tappen den Rechten und ihren populistischen Parolen immer wieder in die Falle.

Gerade Jugendliche sind dem braunen Gedankengut ausgesetzt - in der Schule, im Internet, auf der Straße, daheim. Unter dem Motto „Politische Bildung vor Ort” las Christian Linker nun in der Stadtbücherei aus seinem Jugendbuch „Heldenprojekt” vor und diskutierte anschließend mit den jungen Menschen über „Jugendliche und Rechtsextremismus”.

Dass der 34-Jährige einen guten Draht zu jungen Leuten hat, beobachteten auch Christine Rohe und Michaele Schmülling-Kosel von der Stadtbücherei.

Die Leiterin und ihre Stellvertreterin hatten eine Veranstaltung der Landeszentrale für politische Bildung „ergattert”. Die hat sich auf die Fahne geschrieben, Demokratie mit Aktionen wie nun in Eschweiler mit Leben zu füllen. Denn nur wenn man über Themen wie „Rechtsradikalismus im Alltag” offen redet, kann ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, wie man falschen Strömungen in der Gesellschaft begegnen kann.

Gesponsert von der Landeszentrale, die durch Katharina Ellgaard vertreten war, hat das Eschweiler Team die Organisation im Vorfeld übernommen.

„Der Besuch von Christian Linker ist der Abschluss der bundesweiten Bibliothekswoche, an der wir teilgenommen haben”, freute sich Christine Rohe, zum internationalen Vorlesetag - ein Freitag, der 13. - insgesamt 100 Acht- und Neuntklässler der Städtischen Real- und Gesamtschule begrüßen zu dürfen.

„Einige hatten das Buch von Linker sogar schon im Vorfeld gelesen”, so Michaele Schmülling-Kosel. „Das Thema hat bei uns ja auch lokal und regional eine große Bedeutung”, verwies Rohe unter anderem auf Neonazi-Aufmärsche in jüngster Vergangenheit in Aachen und Eschweiler und auf eine Regionalkonferenz antifaschistischer Organisationen, die in der Waldschule stattfand.

„Daneben wollen die Schüler vor allem wissen, wie ein Autor so lebt, wie er arbeitet, wie er zum Beruf des Schriftstellers gekommen ist”, kennt Katharina Ellgaard Fragen und Interessen der Jugendlichen.

Christian Linker nahm sich in Eschweiler reichlich Zeit, plauderte ein wenig aus dem Nähkästchen und diskutierte mit den Klassen über rechtsradikale Denkweisen, wie sie jedem irgendwo über den Weg laufen. „Demokratie leben” halt - die beste Antwort auf falsche Parolen Ewiggestriger.

Linker war bereits für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Gewonnen hat er zwar nicht, meint aber selbstironisch dazu: „Ich schreibe ja nicht für Preise, sondern um die Welt zu verbessern, auch wenn das jetzt eine Floskel ist.”

Sein Buch „Heldenprojekt” erzählt von der forschen Marie, die bei der Dichtergruppe „Das Projekt” einsteigt und sich dort aktiv gegen eine rechtsradikale Partei in ihrem Ort engagiert.

Nach ersten gelungenen Aktionen rücken einige rechte Schlägertypen auf. Die anfangs gefeierten Helden kommen in eine bedrohliche Situation. Marie merkt: Etwas „richtig tun” ist nicht immer einfach.

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