Windräder erhitzen die Gemüter

Von: Katharina Menne
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Rund 50 St. Jöriser waren auf Einladung von Christian Braune (FDP, stehend rechts) zur Bürgerversammlung gekommen. Hermann Gödde von der Stadt (stehend links) stand für Fragen bereit. Foto: Katharina Menne
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Die Bundesnetzagentur hat eine Kapazität von 1000 Megawatt ausgeschrieben. Symbolfoto: Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Eschweiler. Christian Braune (FDP) setzt sich ein für St. Jöris – vielleicht nicht ganz uneigennützig, denn er nennt den kleinen Ort selbst sein Zuhause. Aber er ist auch darüber hinaus der festen Überzeugung, „dass St. Jöris das Potenzial hat, sich zu entwickeln“.

Um über aktuelle Themen zu informieren, allgemeine Beschwerden entgegen zu nehmen und die Diskussion miteinander anzuregen, trommelte er am Donnerstagabend die Anwohner zu einer Bürgerversammlung in der Klosterkirche zusammen. Hermann Gödde, Technischer Beigeordneter der Stadt Eschweiler, stand den rund 50 Teilnehmern Rede und Antwort.

Dabei ging es vorrangig um den Bauantrag eines externen Investors für zwei neue Windräder. Diese sollen zwar auf Würselener Stadtgebiet entstehen, haben allerdings nach aktuellen Plänen auch zur Ortsgrenze von St. Jöris nur einen Abstand von gerade einmal 550 Metern.

Der Bau von Windkraftanlagen erhitzt immer wieder die Gemüter der betroffenen Anwohner. Es geht um den Schattenentwurf, Umweltbedenken, die Standsicherheit und auch um Lärmemissionen. In diesem Fall bemängelt Braune vor allem den zu geringen Abstand zum Ortsrand und drängt darauf, dass die Verantwortlichen vor dem Bau ein vielperspektivisches Schallemissionsgutachten erstellen, in dem auch andere umliegende Lärmquellen wie die Bahn, der nahe gelegene Flugplatz und die Autobahn berücksichtigt werden.

Sein Vorschlag: die Gründung einer Bürgerinitiative. „Es ist wichtig, dass die Bedenken von den Anwohnern an den Städteregionsrat herangetragen werden. Das hat mehr politisches Gewicht“, sagte er. Dabei geht es ihm gar nicht darum, grundsätzlich dafür oder dagegen zu sein, sondern ganz allgemein darum, dass die Interessen der Bürger berücksichtigt und gehört werden.

Noch nicht viele Details bekannt

Deren Fragen sind erwartungsgemäß vielschichtig: Ist der Bau überhaupt notwendig? Lohnt sich das und wenn ja für wen? Wie genau klingt so ein Windrad überhaupt? Hermann Gödde versuchte, die Fragen nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten. Allerdings liegt der Antrag gerade einmal sechs Wochen zurück, so dass noch nicht viele Details bekannt sind. Immerhin konnte er die Befürchtung, die Windräder würden sich überhaupt nicht lohnen, etwas zerstreuen. „Mit den aktuell gebauten und im Bau befindlichen 24 Windkraftanlagen auf dem Stadtgebiet können wir 70 bis 80 Prozent des gesamten städtischen Strombedarfs decken“, sagte er.

Weitere Themen der Versammlung am Donnerstagabend waren außerdem das geplante Neubaugebiet an der Merzbrücker Straße, die Busanbindung an die 2014 eröffnete Bahnstation St. Jöris, die Straßenbeleuchtung sowie, passend zum aktuellen Wetter, der Generalentwässerungsplan.

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