Eschweiler - Windkraft-Rotoren rücken St. Jörisern auf die Pelle

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Windkraft-Rotoren rücken St. Jörisern auf die Pelle

Von: Rudolf Müller
Letzte Aktualisierung:

Eschweiler. Von Windrädern umzingelt: Nicht nur im Osten der Indestadt, auf der Halde Nierchen, sollen gigantische neue Windkraftanlagen entstehen, auch im Westen der Indestadt sind weitere Windräder geplant.

Zwar auf Broichweidener Gebiet, aber unmittelbar an der Stadtgrenze Eschweilers. Hier – 1100 Meter von den Wohngebieten Kinzweilers, aber nur 500 Meter von der Wohnlage Neusener Straße in St. Jöris entfernt – will die REA GmbH Umweltinvest aus Düren zu den zwei bestehenden Anlagen zwei weitere hinzubauen. Die kleinere wird bei einer Nabenhöhe von 73 Metern insgesamt knapp 100 Meter hoch sein und 800 kW leisten, die größere bringt es bei einer Nabenhöhe von 98 Metern auf fast 140 Meter und 2300 kW.

Diskussion im alten Kloster

Eschweilers Technischer Beigeordneter Hermann Gödde informierte jetzt Eschweilers Ratsmitglieder über das Vorhaben, das nur mit einer Sondergenehmigung realisierbar wäre, da „damit selbst die in NRW geltenden geringen Abstände zur Wohnbebauung unterschritten würden“, wie FDP-Sprecher Christian Braune betont. Allerdings, so räumt das Planungsamt der Stadt ein, setzte „die optisch bedrängende Wirkung bei einer Gesamthöhe der höchsten Anlage von rund 140 Metern in einem Abstand von weniger als 420 Metern ein“.

Die Abstände zwischen Windkraftanlagen und Wohnbebauung sorgen immer wieder für heftige Auseinandersetzungen zwischen Bürgern und Windkraftanlagenbetreibern dar. Das gilt auch für zwei weitere Windkraft-Projekte in Eschweiler: auf der Halde Nierchen, wo sich künftig 170 Meter hohe Anlagen drehen sollen, und in Fronhoven/Neu Lohn.

Die FDP hat deshalb zu einer Bürgerversammlung in St. Jöris für den 16. Juni, 18 Uhr, in die Klosterkirche des Zisterzienserklosters eingeladen. Dabei geht es allerdings nicht nur um das Windkraftprojekt, es kann auch über das geplante Baugebiet Merzbrücker Straße und weitere aktuelle Themen mit dem Technischen Beigeordneten der Stadt, Hermann Gödde, diskutiert werden. Christian Braune: „Unsere Einladung richtet sich ausdrücklich auch an alle anderen Parteien im Ortsteil.“

Kritikpunkte erläutern

Schon einen Tag zuvor dreht sich in Weisweiler alles um Windräder: Nördlich von Fronhoven sollen insgesamt neun Windenergieanlagen errichtet und in Betrieb genommen werden.

Dabei geht es um Anlagen mit einer Nabenhöhe von 123 bzw. 143 Metern und einer Nennleistung von jeweils 3,2 Megawatt. Bis Ende April lag der Genehmigungsantrag für die Errichtung der Windenergieanlagen öffentlich aus, bis zum 13. Mai konnten Einwendungen gegen das Vorhaben erhoben werden. Bei einem Erörterungstermin haben nun diejenigen, die rechtzeitig Einwendungen gegen den Windpark erhoben haben, die Möglichkeit, ihre Gründe zu erläutern.

Angesetzt ist der Termin für Mittwoch,15. Juni. Zu einer Uhrzeit, zu der Normalbürger berufstätig sind und deshalb nicht teilnehmen können: Ab 10 Uhr erläutern Vertreter des Umweltamtes der Städteregion und der Stadt Eschweiler den derzeitigen Stand der Planungen. Die Erörterung ist öffentlich.

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