„Wind färbt Stein“: Bilder von Rainer Bauer im Talbahnhof

Von: zsa
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Der Aachener Künstler Rainer Bauer präsentiert in der städtischen Kunstsammlung 48 Bilder unter dem Motto „Wind färbt Stein“, wie hier das Werk mit dem Titel „Inferno“. Foto: Sandra Ziemons

Eschweiler. „Sie öffnen mit Ihren Bildern Horizonte“, lobte Prof. Dr. Ulrich Lüke die Arbeit des Künstlers Rainer Bauer bei der Eröffnung von dessen Ausstellung „Wind färbt Stein“ in der städtischen Kunstsammlung. Der Lehrstuhl-inhaber für Systematische Theologie an der RWTH Aachen hielt die Einführungsrede zu Bauers Ausstellung, die vom Eschweiler Kunstverein organisiert wird.

Während auf ein paar kleineren Bildern auch Häuser und städtische Umgebungen zu sehen sind, stellen Horizonte dabei tatsächlich das überwiegende Thema in Rainer Bauers Bildern dar. Der 51-jährige gebürtige Westfale malt den Himmel in all seinen verschiedenen Variationen. Aber auch die Erde ist in Form von Steinen, Schieferplatten und Bäumen häufig zu sehen. Es dominieren die Farben Grün, Blau und Gelb sowie erdige Töne, die Rainer Bauer miteinander vermischt und mit kräftigem Duktus auf der Leinwand verwischt.

Der Aachener Künstler, der bereits einige Male in der Region ausgestellt hat, malt alle seine Bilder in der Technik Öl auf Acryl auf einer Nesselleinwand. Neben kleinen und mittleren Formaten findet man vor allem viele großformatige Gemälde unter seinen Werken – das größte der 48 Ausstellungsstücke misst immerhin zwei mal 1,40 Meter.

In seiner Einführungsrede gab Prof. Dr. Ulrich Lüke zu, er hätte sich auf Bauers Ausstellungen schon oft gefragt: „Was malt der Mann?“. Die Antwort laute: „Er malt in umfänglicher Varietät Horizonte“. Man schaue direkt in Bauers Bilder hinein und sähe zwischen Wasser und Luft sowie zwischen Erde und Luft, so Lüke weiter.

Aber auch geöffnete Horizonte, in die man hineinwandern und diese näher erfahren möchte, machten die Werke Bauers aus. Wenn man an einem Horizont ein Ziel ausmachen könne, und meine, dort angekommen zu sein, dann stelle man aber fest, dass man sich nur in einem neuen geweiteten Horizont befinde, erklärte der Theologe. „Das nötigt aber, weiter zu gehen, das grenzt einen ein“, sagte Prof. Dr. Ulrich Lüke.

Mit dem Gedicht „Ein Fenster“ von Fuad Rifka (1930-2011) unterstrich er die immense Wirkung von Rainer Bauers Bildern weiter: „Seine Wunde ist ein Fenster, das dem Horizont zuwinkt. Er verneigt sich, bahnt die Wege auf den Leitern des Abendrots zu den Fäden des Lichts“, so geht das kurze Gedicht. Man fände auch sich verneigende Horizonte in den Bildern Bauers, führte Lüke fort. „Ihre Bilder sind selber Fenster zum Horizont“, richtete er sich abschließend an den Künstler.

Wer eigene Impressionen der Ausstellung „Wind färbt Stein“ sammeln möchte, kann dies bis zum 8. Dezember in der städtischen Kunstsammlung im Talbahnhof tun. Die Ausstellung ist montags bis freitags von 16 bis 18 Uhr, samstags von 11 bis 13 Uhr und sonntags von 11 bis 13 Uhr sowie 18 bis 20 Uhr geöffnet.

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