Will Wilde bei „Blues meets Rock“ im Rio

Von: psi
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Druckvoll und rauh: das Will-Wilde-Quartett bei „Blues meets Rock“ im Rio. Foto: Paul Santosi

Eschweiler. Der britische Sänger, Gitarrist und Blues-Harp-Spieler Will Wilde gab sich am Dienstagabend in der Clubkonzert-Reihe „Blues meets Rock“ die Ehre. Recht kompromisslos, geradeheraus und ungeschliffen begann der Mann mit seinem Quartett eines der Konzerte im Rio in der Schnellengasse, das zumindest für seine satte Lautstärke noch in Erinnerung bleiben dürfte.

Aber das liegt nun mal am Chicago-Stil, den man unmöglich unterhalb eines gewissen Schalldrucks authentisch transportieren kann. Will Wilde wechselte darin gekonnt zwischen Gesangsmikrofon, Gitarre und Mundharmonika. Letzterer entlockte er Klänge, die man getrost als innovativ für ein derartiges Instrument bezeichnen darf, vor allem dank seiner überragenden Spieltechnik und dezent eingesetzter Effekt-Geräte. Das entlockte dem Rio-Publikum immer wieder spontanen Zwischen-Applaus.

Es dauerte ganze drei Songs zu Beginn, bis Wilde mit dem Elmore-James-Klassiker „Talk to me Baby“ etwas sanftere Sounds wählte, einen Gang herunterschaltete. Dann überließ er hin und wieder auch seinem ausgezeichneten Mit-Gitarristen das Feld für ein paar atemberaubende Soli. Auch wenn Will Wilde hauptsächlich eigene Kompositionen seiner vergangenen Alben zum Besten gab, lieferte er als Höhepunkt des ersten Sets eine Interpretation von Deep Purples „Lazy“.

An diesem Stück scheiden sich die Geister derer, die in der britischen Hardrock-Band keine echten Blues-Vertreter erkennen. Andererseits zeigte das Will-Wilde-Quartett mit ihrer Version, wie viel Blues-Feeling in dieser nahezu 50 Jahre alten Komposition drinsteckt.

Wie bereits erwähnt, kommentierten einige Zuhörer die Lautstärke des Konzertes in der Halbzeit-Rauchpause als „recht fortgeschritten“. Aber hier muss man einfach auch noch einmal eine Lanze für „Blues meets Rock“ im Allgemeinen brechen. Wer zu der unentwegten Schar derjeniger gehört, die an einem Montag- oder Dienstagabend den Weg ins Rio finden, der will in aller Regel genau das: nämlich druckvoll gespielte Livemusik mit ausgezeichneten Künstlern ihres Faches auf Tuchfühlung. So laut lässt sich die heimische Stereoanlage gar nicht aufdrehen, ohne dass die Nachbarn gleich die Telefonnummer der Ordnungshüter wählten.

Genauso druckvoll wie Will Wilde sein Gastspiel in Eschweiler begann, beendete er es auch nach gut zwei Stunden. Zwischendurch machte er noch einige musikalische Ausflüge in die Welt seiner Vorbilder, schuf ein paar Hommagen etwa an Rory Gallagher und Johnny Guitar Watson, bevor ihn das dankbare Publikum mit jeder Menge Applaus entließ.

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