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Wilfried Berndt wird Gegenkandidat zu Bürgermeister Bertram

Von: Andreas Röchter
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CDU-Kandidat Wilfried Berndt musiziert gerne mit seiner Band.

Eschweiler. Zum Ende des Abends krempelte er die Ärmel seines Hemdes hoch, griff zur Posaune und tat das, was er seit 28 Jahren mit Hingabe tut: musizieren mit seiner Brass-on-Spass-Band! Zuvor fand er sich in einer für ihn noch neuen Rolle wieder. Nämlich als Kandidat der CDU für das Amt des Bürgermeisters der Stadt Eschweiler. Wilfried Berndt tritt bei der Kommunalwahl am 25. Mai gegen Amtsinhaber Rudi Bertram an.

Am Mittwochabend stellte sich der 55-jährige Vater von vier Kindern, der bei RWE Generation als Abteilungsleiter tätig ist, im vollbesetzten Talbahnhof der Öffentlichkeit vor. Und zeigte sich während seiner Rede durchaus selbstbewusst: „Ich habe in meinem Beruf die Fähigkeiten und Erfahrungen gesammelt, um einen großen Verwaltungsapparat führen zu können!“

Dennoch ist sich der Christdemokrat der Ausgangsposition bewusst: „Sicherlich denken die meisten Bürger der Stadt Eschweiler, dass Wilfried Berndt gegen Rudi Bertram keine Chance hat. Ich möchte diese Meinung in den kommenden Monaten verändern und werde dafür alles tun. Ich werde immer ein offenes Ohr für die Anliegen der indestädtischen Bürger haben. Für mich ist wichtig, die Sprache der Menschen zu reden, verständlich zu bleiben und nicht abgehoben akademisch zu sein. Ein Könner kann es nämlich einfach“, kündigte Wilfried Berndt zu Beginn seiner Rede an, bevor er Geschlossenheit innerhalb seiner Partei anmahnte.

„Wir müssen als CDU zusammenhalten. Dauerhafter Erfolg ist nur im Team möglich! Mit kühlem Kopf und heißem Herzen können wir siegen.“ Eschweiler brauche als Bürgermeister nicht nur einen netten, bei allen beliebten Menschen, sondern einen sehr guten Verwaltungschef mit klaren politischen Botschaften und Zielen. „Als Verwaltungschef stünde ich voll hinter den Mitarbeitern, wobei ein bestimmtes Parteibuch nicht notwendig wäre, um innerhalb der Verwaltung eine gute Karriere machen zu können. Stattdessen stünden ausschließlich die Ausbildung, das Können, die Motivation und natürlich auch die Loyalität des Mitarbeiters als Kriterien für sein Vorankommen zur Diskussion. Anders als im aktuellen Fall der anstehenden Neuwahl des Kämmerers“, betonte der Bürgermeisterkandidat.

Im Falle seiner Wahl sieht Wilfried Berndt die Verhinderung des Nothaushaltes als eines der vordringlichsten Ziele: „Wie dramatisch die Finanzsituation der Stadt ist, wird deutlich, wenn man die Höhe der Gesamtverschuldung sieht. Wobei scheinbar keiner so genau weiß, wie hoch diese tatsächlich ist, schließlich werden sehr oft unterschiedliche Zahlen genannt. Bei vorsichtig geschätzten 200 Millionen Euro Schulden und der optimistischen Annahme, ab 2016 ein leichtes Plus von mehreren hunderttausend Euro pro Jahr erwirtschaften zu können, bräuchten wir also mehr als 200 Jahre, um die Schulden zurückzuzahlen. Wenn man dazu noch weiß, dass die Verantwortlichen seit 2007 rund 100 Millionen Euro Eigenkapital vernichtet haben, weiß man, wo wir stehen“, so die Kritik des Diplom-Mathematikers.

Schuld an der Situation seien aus Sicht der Eschweiler SPD aber immer die anderen, nämlich der Bund, das Land oder die Städteregion. „Je nachdem, wer dort gerade die politische Mehrheit inne hat.“ Dies sei jedoch nicht die geistige Grundhaltung von ihm oder der CDU. „Wir nehmen unser Schicksal lieber selbst aktiv in die Hand und handeln zielstrebig.“

Neben der genauen Prüfung aller geplanten Projekte und Maßnahmen müsse die Fürsorgepflicht der Stadt für Vereine, Verbände, Institutionen und der Menschen insgesamt ganz oben auf der Tagesordnung stehen. „Die Basis für die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft ist die Jugend.“ Deshalb gelte es, die mobile Jugend- und Schulsozialarbeit zu stützen, Jugendaustausche mit den Partnerstädten zu fördern, den Vereinen und Ehrenamtlern, die sich um Heranwachsende kümmern, mit Rat und Tat beizustehen, Gelegenheiten für Freizeitaktivitäten zu bewahren und auszubauen sowie Schulen und Kindergärten adäquat zu fördern.

Darüber hinaus müsse in Eschweiler das „Altern in Ehren“ möglich sein und dürfe nicht zur Bürde werden. „Die alternde Gesellschaft stellt uns vor neue Herausforderungen. Wichtig wird sein, die unterschiedlichen Interessen der Generationen im Blick zu halten und ausgewogen zu fördern, um ein Ausspielen zwischen Jung und Alt zu verhindern.“ Im Blickpunkt müsse ebenso die Integration ausländischer Mitbürger stehen. „Unsere Gesellschaft braucht die Schaffenskraft und Potenziale dieser Menschen. Eine enge Zusammenarbeit mit dem Integrationsrat ist weiterhin von Nöten.“

In Sachen Infrastruktur werde die geplante Umgestaltung des Marktplatzes von zahlreichen Menschen mit besonderem Interesse betrachtet. „Einige dort ansässige Gastwirte wollen keinen radikalen Umbau des Marktes. Alle gemeinsam sehen in der Dauer der Baustelle eine große Gefahr. Ich hole derzeit persönlich die Meinungen der Gastwirte zur geplanten Umgestaltung ein. Diese Meinungen müssen ernst genommen werden, schließlich haben diese Menschen dem Markt durch ihr Engagement neues Leben eingehaucht“, so Wilfried Berndt.

Visionen seien wichtig, der Blick für das Machbare dürfe jedoch nicht verloren gehen. So habe die Stadt viel zu lange „an den hochtrabenden Plänen“ rund um den Blausteinsee festgehalten. Dort gebe es zwar zahlreiche Freizeitangebote, die aber in kein Gesamtkonzept eingebunden seien. „Wir schlagen konkret die Errichtung eines Campingplatzes zwischen Blausteinsee und dem Naherholungsgebiet am Freibad sowie den Bau eines Spielplatzes mit Freizeitmöglichkeiten wie am Indemann vor. So wollen wir die Attraktivität des Sees erhöhen und Einnahmen für die Stadt gerieren.“

So lautete das Fazit von Wilfried Berndt am Ende seiner Rede, für die er von seinen Zuhörern im Stehen dargebrachten Applaus erntete: „Wenn Sie einen Bürgermeister wollen, der für die gerechte Verteilung freiwilliger Mittel einsteht, der für Generationengerechtigkeit eintritt, der bei der Besetzung der Posten in der Verwaltung nicht nach dem Parteibuch schaut, der die Finanzen im Blick hält, sich um die Weiterentwicklung der Infrastruktur sorgt, sich intensiv mit neuen Ideen zur Förderung der Wirtschaft auseinandersetzt, Perspektiven für Eschweiler auftun will und sich dabei auf konkret Umsetzbares konzentriert, dann müssen Sie mich wählen!“

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