Wilder Müll kostet mehr als 120.000 Euro

Von: Andreas Gabbert
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Der mächtige Ahornbaum an der
Der mächtige Ahornbaum an der Röthgener Straße bietet ein idyllisches Bild: Nur die herumliegenden Müllsäcke stören. Foto: Andreas Gabbert

Eschweiler. Es vergeht kaum eine Woche, in der sich kein Leser in unserer Rubrik „Es ärgert uns...” über wilden Müll beschwert. Allein im Monat Juli haben wir sechs Beschwerden über wilden Müll veröffentlicht.

In der vergangenen Woche zum Beispiel hat ein Unbekannter seine alten Kleider auf den Feldern zwischen Dürwiß, Hehlrath, Röhe und Eschweiler verteilt. Zwei Wochen, nachdem die Reste der Seespitze auf dem Kreisverkehr am Blausteinsee entfernt wurden, hat dort jemand seinen Schutt abgeladen.

Nur einen Tag zuvor konnten wir beobachten wie ein Auto einen Parkplatz im Bovenberger Wald anfuhr, später fanden wir dort einige zurückgelassene Müllsäcke. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen.

Aber die Bürger melden sich nicht nur bei uns, um ihrem Ärger Luft zu machen. „Uns erreichen unheimlich oft Mitteilungen von Ratsmitgliedern und Bürgern, die sich über wilden Müll beschweren”, sagt der Technische Beigeordnete der Stadt Eschweiler, Hermann Gödde.

Die illegale Abfallentsorgung ist kein Kavaliersdelikt. Dabei handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, die in der Regel mit einer Geldstrafe geahndet wird. Wenn der Verursacher festgestellt werden kann, etwa wenn sich in dem Unrat ein Zettel oder eine Quittung mit Namen findet, dann muss er für den Abtransport aufkommen und erhält eine Strafanzeige.

Aber leider ist der Verursacher meist nicht auszumachen. Dann bleibt der Steuerzahler auf den Kosten sitzen, denn der illegal an öffentlichen Plätzen entsorgte Müll wird von der WBE im Auftrag der Stadt Eschweiler abtransportiert und entsorgt. Das kostet die Stadt Eschweiler 120.000 bis 140.000 Euro pro Jahr. 40.000 Euro entfallen allein auf die Entsorgung vom wilden Müll am Blausteinsee.

Komplizierter wird das Ganze noch, wenn sich der Müll auf einem Privatgelände ansammelt, wie zum Beispiel auf einem Privatparkplatz an der Feldstraße. Dort rosten drei kaputte Autos vor sich hin. Bauschutt, Kompost und alte Fensterscheiben liegen herum. Ein Anhänger beladen mit Müllsäcken steht daneben. Vielen Anwohner gefällt das nicht.

„Wie einer sein Privatgelände gestaltet, können wir nicht vorschreiben”, sagt Gödde. Wenn jemand auf seinem Gelände Schutt ablagere, sehe das zwar nicht schön aus, es bestehe aber auch keine Möglichkeit das zu verbieten. Es sei denn, Dritte würde gefährdet und es würde eine Gefahr für die allgemeine Sicherheit und Ordnung bestehen, etwa durch Ratten oder Ungeziefer. Dann könne die Stadt eine „Ersatzvornahme” einleiten, erklärt Gödde.

Das heißt, die Stadt lässt den Müll entsorgen und versucht, die Kosten über eine Ordnungsverfügung von dem Verursacher zurück zu bekommen. Manchmal muss die Stadt dann lange auf ihr Geld warten, und das ärgert den Beigeordneten besonders: „Das sind Steuermittel, die eingesetzt werden müssen, weil manche es nicht schaffen, ihr Grundstück in Ordnung zu halten.”

Oft reiche aber die Androhung einer Ordnungsverfügung aus, um den Grundstückeigentümer in Bewegung zu bringen, sagt Gödde. So zum Beispiel auch im Fall des ehemaligen Hertie-Gebäudes an der Dürener Straße. Dort sollten Bäume zurückgeschnitten werden, damit der Bürgersteig wieder gefahrlos passiert werden kann.

Auf Anrufe der Stadt reagierte der Eigentümer nicht, erst durch die Drohung kam Bewegung in die Sache. Die Stadt müsse aber eine Gefahr nachweisen können, vorher könne sie nicht aktiv werden, sagt Gödde. Das sei nicht immer einfach. In jedem Fall werde aber das Gespräch mit dem Eigentümer gesucht.

Ein Müllproblem sieht der Technische Beigeordnete in der Stadt Eschweiler nicht. „Es ist nicht so, dass wir Angst haben müssten, dass die Stadt vermüllt”, sagt Gödde. In Eschweiler sei man im Vergleich zu anderen Kommunen noch gut bedient. Gründe für Beschwerden seien zwar vorhanden, dabei handele es sich aber meistens um einzelne Müllsäcke.
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