Eschweiler - Wieder Großalarm: „Chemikalie” entpuppt sich als vergorener Hausmüll

Wieder Großalarm: „Chemikalie” entpuppt sich als vergorener Hausmüll

Von: Patrick Nowicki
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Zweiter Großalarm innerhalb von 24 Stunden: Nach der verdächtigen Postsendung, die am Mittwochmorgen im Amtsgericht Eschweiler eingegangen ist, sorgte am Donnerstagmorgen „wilder Müll” für große Aufregung in der Indestadt. Foto: Ralf Roeger

Eschweiler. Einen Tag nach der vermeintlichen Briefbombe im Amtsgericht kam es wieder zu einem Aufsehen erregenden Zwischenfall, diesmal bei den Wirtschaftsbetrieben Eschweiler.

Dort klagten am Donnerstagmorgen vier Mitarbeiter über Übelkeit und Atemnot, nachdem sie wilden Müll entsorgt hatten.

Bei den Arbeiten war ein blauer Sack mit unbekanntem Inhalt aufgeplatzt. Die ausströmenden Dämpfe lösten heftige Reaktionen aus. Zur Sicherheit alarmierten die WBE kurz vor 10 Uhr die Feuerwehr. Erst nach drei Stunden stand fest, dass es sich bei dem Inhalt des Sackes um etwa 20 Kilogramm normalen Hausmüll handelt, der im blauen Sack zum Teil vergoren war. Er wurde jetzt mit dem übrigen Müll von den WBE entsorgt.

Übelkeit und Atemnot

„Es ist alles glimpflich verlaufen”, teilte der WBE-Geschäftsführer Hans-Dieter Marx am Nachmittag erleichtert mit. Die vier Männer hatten zu diesem Zeitpunkt das Krankenhaus wieder verlassen. Dort mussten sie bleiben, bis klar war, welche Substanz die Übelkeit ausgelöst hatte.

„Es war eine reine Vorsichtsmaßnahme”, bewertete Marx anschließend die Situation. Aus diesem Grund mussten die übrigen WBE-Mitarbeiter den Vormittag auch am Sammelpunkt auf dem Werksgelände „An der Wasserwiese” verbringen, während der Messzug der Feuerwehr die unbekannte Fracht auf dem Pritschenwagen unter die Lupe nahm. Gegen 13 Uhr kehrten die Menschen wieder an ihre Arbeitsplätze zurück.

Der Alarm löste gleich eine Kette von Maßnahmen der Behörden aus: Das Ordnungsamt suchte mit der Feuerwehr auch den Fundort des Mülls, die Straße „Im Hasselt” ab. Dort befand sich allerdings nichts Verdächtiges mehr. Die Feuerwehr erhielt Verstärkung vom Messzug aus Herzogenrath, der gemeinsam mit den Eschweiler Rettungskräften den Müll untersuchten. „Wir gehen dann nach dem Ausschlussprinzip vor”, erläutert Eschweilers Wachleiter Axel Johnen.

Das bedeutet: Nach einem bestimmten Raster werden Proben genommen. Erfolgt keine positive Reaktion, greift die nächste Prüfung. „So nähern wir uns dem eigentlichen Stoff.” Auf dem Gelände der Wirtschaftsbetriebe nahm dieser Vorgang am Donnerstag fast zwei Stunden in Anspruch. Über 50 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

WBE-Geschäftsführer Hans-Dieter Marx ließ anschließend seinem Unmut freien Lauf: „Das ist zu einer neuen Unart geworden, dass die Menschen ihren Müll einfach wegschmeißen.” Die Fahrt zur Deponie würde schließlich Geld kosten. Die WBE sind zuständig für die Entsorgung, wenn in der Stadt eine wilde Müllkippe entdeckt wird.

Es gehört für die Mitarbeiter zum täglichen Geschäft, unbekannten Unrat aufzuladen und zum Firmengelände an der Straße „An der Wasserwiese” zu bringen. Am Donnerstag war die Entsorgung besonders kostspielig. Die Behörden wollen ermitteln, wer den Müll an der Straße „Im Hasselt” einfach in die Böschung gelegt hat.
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