Eschweiler - Werner Hüsgens „Big Bandits“ begeistern im Talbahnhof

Werner Hüsgens „Big Bandits“ begeistern im Talbahnhof

Von: psi
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Verdienter Applaus im Talbahnhof für die Big Bandits mit Bandleader Werner Hüsgen. Foto: Paul Santosi
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Starke Stimme und elegante Erscheinung: Sängerin Melane Nkounkolo.

Eschweiler. Es gibt eine Menge Wege, sich dem Weihnachtsfest zu nähern. Musikalisch gestalteten das am Freitag abend im Talbahnhof Werner Hüsgen und seine „Big Bandits“ mit Gastsängerin Melane Nkounkolo zur großen Freude Publikums.

Gemessen an Repertoire, Timing, Klangqualität und solistischem Können war das eine wirklich tolle Annäherung der fast 20-köpfigen Bigband, gottseidank ohne auch nur einen Hauch des üblichen Weihnachtskitsches, der uns jährlich musikkulturell überschwemmt.

„Wir machen das zum ersten Mal und freuen uns auch auf ein paar schräge Sachen“, verriet Bandleader Werner Hüsgen zu Beginn, nachdem die Band mit „A child is born“, einer Komposition von Thad Jones, einen stimmungsvollen Einstieg schaffte. Der erst 16-jährige Darius Heid an den Keyboards zeigte da schon Kostproben seines Könnens an den Tasten.

Das „Kölsche Mädsche“ Melane Nkounkolo ist eine Sängerin mit kongolesischen Wurzeln, wirkte bereits mit Genregrößen wie Manu Dibango zusammen und stellt eine echte Bereicherung des Big-Bandits-Sounds dar. Nkounkolo singt äußerst gefühlvoll, ist eine attraktive wie sympathische Künstlerin und transportiert den Swing auf der Bühne mit einer seltenen Mischung aus starker Stimme und eleganter Bescheidenheit. Sie verlieh dem Song „Santa Claus is coming to town“ im wahrsten Sinne des Wortes in ihrem langen, roten Kleid die passenden Farbtupfer.

Gleich in zwei unterschiedlichen Arrangements präsentierten die Big Bandits danach den „Christmas Song“, zunächst als eher zurückhaltende Vokal-Ballade, dann in einer etwas fetzigeren Version, in der unter anderem Bariton-Saxophonist Semmel Sembritzki solistisch glänzte. Der Klangmischer der Big Bandits musste zwar zwischen den Stücken leider mit einem etwas nervigen Netz-Brummen durch die Licht-Anlage des Talbahnhofs kämpfen, schuf aber dafür während der Songs ein ausgewogenes, transparentes Gesamt-Klangbild und hob die Solisten per geschmackvollem Hallraum plastisch hervor.

Felix Janosa, in Stolberg lebender Komponist und Mastermind hinter dem bekannten Kinder-Musical „Ritter Rost“, konnte am Freitag abend seelig lächelnd im Talbahnhof seiner eigenen Komposition „Now it´s December“ beiwohnen. Zum traumhaft schönen Arrangement fügten Werner Hüsgen selbst am Sopransaxophon und Melane Nkounkolo mit ihrem Gesang passende Akzente hinzu.

Schade, denn eigentlich müsste man durchweg alle Mitglieder des Ensembles namentlich erwähnen, wenn das nicht den Artikelrahmen sprengte. Fest steht aber, dass sich die komplette Mannschaft im Laufe der vergangenen Jahre kontinuierlich weiterentwickelt und einen richtig guten Sound drauf hat. Werner Hüsgen kann sich da auf erfahrene Musiker wie etwa Jan Doveren an der Gitarre oder Lizzi Bacher am Alto-Saxophon verlassen.

Die Musiker entließen ihr Publikum nach einem „I will be home for Christmas“ im Dixie-Stil und Bing Crosbys „White Christmas“ als Zugabe mehr als angetan nach Hause. Das Experiment „Colors of Christmas“ mit aufregend schönen und ungewöhnlichen Swing-Arrangements ist gelungen. Die Big Bandits, mittlerweile gefördert durch ein bekanntes Energieversorgungsunternehmen, darf man getrost als eine der besseren musikalischen Visitenkarten der Region bezeichnen.

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