Wer darf was im Bovenberger Wald?

Von: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf
Letzte Aktualisierung:
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Dieses Schild ist ein Hinweis ohne rechtliche Gültigkeit, denn Fußgänger dürfen den Bovenberger Wald auch abseits der Wege betreten. Das regelt das Landesforstgesetz, und es gilt auch für Privatwald. Foto: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf

Eschweiler. Auch unter einem neuen Besitzer bleibt der Bovenberger Wald für Spaziergänger zugänglich. Das versicherte jetzt das Regionalforstamt Rureifel/Jülicher Börde. Das 132 Hektar große Waldgebiet gehört seit mehreren Monaten einer Holzhandelsfirma aus Luxemburg.

Der Bovenberger Wald zwischen Nothberg und Heistern diente ursprünglich zur Produktion von Grubenholz für den Steinkohlenbergbau und gehörte früher dem Eschweiler Bergwerksverein beziehungsweise der EBV-Tochtergesellschaft Heinrich Schäfermeyer GmbH.

Die EBV GmbH ist inzwischen eine hundertprozentige Tochter der Essener Evonik Immobilien GmbH.

Wie deren Sprecher Stephan Schmidt mitteilt, wurde der komplette Waldbestand am 6. Juni 2008 und mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Oktober 2008 an das forstwirtschaftliche Unternehmen Nimulux S.A. veräußert.

Diese Firma befasst sich mit Holzgroßhandel und hat ihren Sitz im luxemburgischen Weiswampach. Schmidt: „Die Veräußerung steht im Einklang mit der strategischen Ausrichtung des Geschäftsbereiches Immobilien von Evonik, sich auf das Kerngeschäft mit Wohnimmobilien zu konzentrieren.” Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden.

Seit mehreren Tagen sind die Hauptwege in den Bovenberger Wald, zusätzlich zu den bereits bestehenden Sperranlagen, mit neuen Schranken versperrt.

„Privatwald - Durchfahrt verboten!” steht daneben auf Schildern, und außerdem die Sätze: „Wandern nur auf festen Wegen erlaubt. Reiten nur auf ausgewiesenen Reitwegen erlaubt.”

„Das ist eine unzulässige Waldsperrung”, kommentiert Dirk Lüder vom Regionalforstamt Rureifel/Jülicher Börde. Dieses Forstamt betreut seit langem auch den Bovenberger Wald.

Richtig ist laut Lüder, dass Reiter auf Reitwege verwiesen werden können, wenn solche angelegt sind. Gibt es keine Reitwege, dann sei eine Freistellung möglich.

Rechtlich nicht möglich ist es hingegen, Fußgängern des Betreten des Waldes nur auf den festen Wegen zu gestatten. „Freies Betretungsrecht ist ein wichtiger Bestandteil des Forstgesetzes in Nordrhein-Westfalen”, versichert Dirk Lüder. Und dieses Betretungsrecht gilt auch für Privatwald.

Gleich in Paragraph 2 des Forstgesetzes steht: „Das Betreten des Waldes zum Zwecke der Erholung ist auf eigene Gefahr gestattet.” Und damit sind nicht nur Wege gemeint, sondern der ganze Wald. Sonst wäre es ja auch nicht möglich, Pilze zu sammeln. ´

Allerdings gibt es Ausnahmen von diesem Betretungsrecht. In Dickungen, Pflanzgärten und Forstkulturen dürfen Spaziergänger generell nicht hinein, und wo Bäume gefällt werden, haben sie ebenfalls nichts zu suchen. Auch, wenn Jagden veranstaltet werden, kann ein Waldgebiet zeitweise gesperrt werden.
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