Wenn Kinder im Steinbruch zu Sklaven werden

Von: rpm
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Arbeiten unter unerträglichen
Arbeiten unter unerträglichen Bedingungen: Kindersklaven in indischen Steinbrüchen. Am Montag berichtet Pfarrer Herbert Kaefer aus eigenem Erleben darüber. Foto: : Benjamin Pütter/Misereor/AGEH Foto: Benjamin Pütter/Misereor/AGEH

Eschweiler. Rund um den Globus ist es Marmor aus Indien, der Badezimmer und Küchen fliest, während indischer Sandstein westliche Friedhöfe ziert. Im indischen Bundesstaat Rajasthan arbeiten rund zwei Millionen Menschen in Steinbrüchen - 15 Prozent von ihnen, so schätzt das Kinderhilfswerk Misereor, sind Kinder unter 14 Jahren.

Weltweit müssen laut der internationalen Arbeitsorganisation (ILO) 220 Millionen Jungen und Mädchen zwischen fünf und 14 Jahren arbeiten. Misereor unterstützt in vielen Ländern Projekte, die Kinderarbeitern eine Perspektive geben. So zum Beispiel die Organisation Gravis in Rajasthan/Indien. Viele der Kinder, die dort ausgebeutet werden, sind Sklaven, von ihren Eltern zum Abbau ihrer Schulden weggegeben.
„Die Kinder arbeiten täglich zehn Stunden und mehr in den Steinbrüchen. Sie schuften in der sengenden Sonne für einen Hungerlohn von gerade mal 40 Rupien”, berichtet Gravis-Leiter Prakash Tyagi.„Die Betreiber der Steinbrüche stellen ihren Profit vor die Gesundheit ihrer Arbeiter. Es gibt keine Toiletten, keine Schattenplätze zum Ausruhen, kein sauberes Trinkwasser. Wir setzen uns dafür ein, dass sich die Situation in den Steinbrüchen verbessert und die Kinder in die Schule gehen können.”

Im Westen Rajasthans baut Gravis mit Hilfe von Misereor Schulen und klärt die Minenarbeiter über ihre Rechte sowie die gesundheitlichen Risiken ihrer Arbeit auf.„Wir möchten die Familien dafür zu sensibilisieren, dass Bildung der einzige Ausweg aus dem Teufelskreis der Kinderarbeit ist.”

Einer, der die Lage vor Ort kennt, ist Herbert Kaefer. Kaefer wurde 1938 in Düren geboren, war von 1976 bis 2003 Pastor von St. Germanus in Haaren. In Aachen war er unter anderem maßgeblich an der Gründung des Café Zuflucht beteiligt.

Schon in der 70er Jahren setzte der streitbare Priester sich für Flüchtlinge ein; 1991 erhielt er für seinen Einsatz für Flüchtlinge und für die Beratung von Kriegsdienstverweigerern den Aachener Friedenspreis.

1983 war Herbert Kaefer zum ersten Mal auf Besuch bei einem Misereor-Projekt in Gambia. Es folgten Visiten in Brasilien, Indien, El Salvador, Ghana, Madagaskar. In Deutschland unternimmt Herbert Kaefer zahlreiche Vortragsreisen für das Aachener Hilfswerk.

Am Montag ist er zu Gast beim Lions-Club Eschweiler Ascvilare. Ab 20 Uhr berichtet er im Restaurant Lersch an der Dürener Straße über die Schrecken der indischen Steinbrüche und die Arbeit von Misereor für die Kinder dort. Ein Lichtbildvortrag, zu dem der Lions-Club alle Interessierten herzlich einlädt.

Der Club will die Misereor-Projekte in Indien unterstützen. Zum Beispiel durch den Verkauf von Plätzchen, die Eschweiler Kinder in den nächsten Wochen selbst backen und zugunsten ihrer Altersgenossen in den indischen Steinbrüchen am traditionellen Lions-Grünkohlstand verkaufen: am zweiten, dritten und vierten Adventsamstag in der Grabenstraße. Der Erlös kommt zu 100 Prozent den indischen „Steinbruchkindern” zugute.
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