Wenn Gift den Weg zum Erbe ebnen muss...

Von: Andreas Röchter
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Magier Manni (Anna Roob, vorne
Magier Manni (Anna Roob, vorne) weiß zu viel: Deshalb schreiten Professor Ursula (Anki Haake), Amalie (Julia Michels), Pauline (Ronja Reichert), Paula (Saskia Martinett), Sigrun (Sarah Bajohr), Francesco (Marius Fourné) und „die Dirk” (John Loske) entschlossen zur Tat. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. „Verlobung?! Er lädt mich zu seiner Verlobung ein!” Professor Dr. Dr. Ursula Brothaare-Kuchenbäcker (Anki Haake) fällt fast vom Glauben ab, als sie die Post öffnet. Ihr nicht mehr ganz junger Cousin Lord Horst von Meier (Kevin Gillich) hat doch noch sein spätes Glück mit der liebreizenden Chantal (Susanne Intrau) gefunden.

Nicht, dass sich die Wissenschaftlerin angesichts der jungen Partnerin ihres Verwandten Sorgen um dessen nicht mehr ganz intaktes Herz machen würde. Es ist alles viel schlimmer: „Die Erbschaft ist in Gefahr!!!” Da gibt´s nur eins. Das gar nicht so brave Töchterlein Püppi (Charlotte Büchter) geschnappt und auf nach Bayern. Mit im Gepäck die neueste Erfindung: Die Kopf-ab-Maschine, für alle Fälle.

Schon die Auftaktszene der Komödie „Leben sie noch? Oder erben wir schon?”, die der Literaturkurs I der zwölften Jahrgangsstufe der Bischöflichen Liebfrauenschule unter der Leitung von Winfried Brinkhues am Montagabend auf der Bühne der vollbesetzten Aula präsentierte, ließ die Erwartungshaltung des Publikums in ungeahnte Höhen schnellen.

Und niemand sollte enttäuscht werden. Denn mit ansteckender Spielfreude, großem Enthusiasmus, viel Witz und einigen bemerkenswerten Zwischentönen schafften es die Nachwuchsdarsteller, die Zuschauer durch die Irrungen und Wirrungen des „mörderischrillen” Werkes zu führen. Bis zum dicken Ende!

Bis dieses über (fast) alle Beteiligten hereinbricht, geht es aber ganz schön hoch her. Denn die Verwandtschaft von Lord Horst hat es wirklich in sich: Der arme Bruder Karl-Heinz (Christian Sommer) steht unter der Fuchtel seiner Gattin Amalie (Julia Michels) sowie der verwöhnten Gören Paula (Saskia Martinett) und Pauline (Ronja Reichert). Da helfen nur Zigaretten und Schnaps. Natürlich nur, wenn die bessere Hälfte nicht hinsieht.

Bruder Peter Meier alias Francesco Scapelli (Marius Fourné) lässt dagegen als etablierte Größe des Rotlicht-Milieus nur wenig anbrennen. Die stille Sibylle (Franziska Hardt) und ihre männerhassende Schwester Sigrun (Sarah Bajohr) komplettieren das „Familienidyll”. Und alle haben eines gemeinsam: Die Furcht um ihr Erbe!

Deshalb muss ein Teil des Traumpaares verschwinden, das heißt, um die Ecke gebracht werden. Ob es nun Lord Horst durch Rattengift im Sherry, Chantal per Kopf-ab-Maschine oder den plötzlich aufgetauchten Magier Manni (Anna Roob) mit dem Kerzenständer erwischt, spielt eine untergeordnete Rolle. Den Schlamassel aufklären soll Polizist Hugo Taschenbuch (Nicola Kaußen), der dabei nicht nur einen entlaufenen Psychopathen im Landhaus von Lord Horst entdeckt, sondern in Person von Sibylle auch seine Traumfrau.

Den Vogel in Sachen Skurrilität schießt jedoch „die Dirk” (John Loske), der Bruder (die Schwester?) von Chantal, ab. Sieht Lord Horst in ihm (ihr) einen (eine) Schmarotzer(in), der (die) seit zwei Jahren auf seine Kosten lebt, interpretiert „die Dirk” seine (ihre) Rolle vollkommen anders: „Ich bin hier für die geschmackvollen Blumenarrangements zuständig.” Da kann auch die Haushälterin (Lara Gohmann), die sich durchaus auch Hoffnungen auf einen Teil des Erbes gemacht hat, nur noch verständnislos den Kopf schütteln.

Bald wird es aber auch Lord Horst zu bunt. Er beschließt, seinen Lebensabend mit seiner Liebsten, beide haben wie durch ein Wunder alle geplanten Anschläge überlebt, auf einer Insel in der Karibik zu verbringen, um dort zu zweit Chantals Erbe zu verprassen. Doch er geht nicht, ohne auch seiner geliebten Verwandtschaft etwas zu hinterlassen: Schulden! Diese muss als Bilanz eine bittere Pille schlucken: „Sie leben noch! Und wir erben Schrott!”

Ein weiterer Versuch von Professor Ursula, Amalie, Francesco und Konsorten, an das Erbe von Lord Horst zu gelangen, wird Mittwochabend ab 19.30 Uhr auf der Bühne der Schulaula der Bischöflichen Liebfrauenschule unternommen. Dann in anderer Besetzung.

Karten sind an der Abendkasse noch erhältlich.

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