Wenn es die Asse zwickt, ist er zur Stelle

Von: Tobias Röber
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Seit drei Jahren dabei: René
Seit drei Jahren dabei: René Mombartz aus Eschweiler ist der Mannschaftsarzt des Bundesligisten Kurhaus Aachen. Foto: Tobias Röber

Eschweiler/Aachen. Spannender hätte es nun wirklich nicht laufen können. 3:2 führte Tennis-Bundesligist Kurhaus Aachen gegen Halle, im entscheidenden Doppel stand ging es im Champions-Tiebreak knapp zu. Aachen musste gewinnen, um erneut Deutscher Meister zu werden. Der Rest der Geschichte ist zumindest den Tennisfans bekannt.

Daniel Brands und Matthias Bachinger machten den entscheidenden Punkt, kurze Zeit später lagen sich die Mitglieder des Kurhaus-Teams in den Armen. Und mittendrin war auch ein Eschweiler: Dr. René Mombartz, der Teamarzt des Deutschen Meisters.

Seit drei Jahren hat der 34-Jährige diesen Job nun inne. Eher zufällig ist er dazu gekommen. René Mombartz ist selbst aktiver Tennisspieler, schwingt den Schläger nach wie vor in seinem Heimatverein Eschweiler Tennisclub Blau-Gelb in der Verbandsliga.

Vor einigen Jahren traf sich der Wahl-Aachener zu einer Partie mit Kurhaus-Teammanager Alexander Legsding. Und der fragte einfach mal nach, ob sich Mombartz nicht einen Job als Mannschaftsarzt vorstellen könne.

Konnte er. Und so ging es im Jahr 2010 los. „Es passt für mich perfekt. Ich bin als Arzt in der Unfallchirurgie und Orthopädie tätig und selbst Tennisspieler”, sagt der 34-Jährige.

Bei allen Heim- und Auswärtsspielen ist er seitdem dabei. Vorher hatte Kurhaus gar keinen eigenen Mannschaftsarzt. Lediglich ein Arzt für die Zuschauer musste immer auf der Anlage sein. Diese Aufgabe übernimmt René Mombartz seitdem ebenfalls.

Da er einen Notarztschein hat, ist das kein Problem. Gerade bei den heißen Temperaturen komme es immer wieder mal vor, dass der eine oder andere Fan die Sonne nicht verträgt. „Richtig Schlimmes ist glücklicherweise noch nicht passiert”, sagt der Arzt.

Wirklich Schlimmes musste er auch bei den Spielern noch nicht behandeln, aber wie das bei Sportlern so ist, gibt es ständig irgendwelche Wehwehchen. Mal zwickt der Rücken, dann macht die Schulter Schwierigkeiten, dann droht wieder eine Erkältung den Einsatz zu verhindern. Damit das nicht passiert, ist René Mombartz da. Mal behandelt er direkt an Ort und Stelle, je nachdem lädt er sich die Spieler auch ins Auto und fährt mit ihnen zur Uniklinik.

René Mombartz hat im Jahr 2006 sein Examen gemacht, arbeitete danach im Krankenhaus in Linnich und wechselte 2009 ans Universitätsklinikum. Dort arbeitet er in der Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie.

Aber zurück zu den Spielern und ihren Verletzungen. Philipp Petzschner hatte sich etwa mal am Tag vor dem Spiel beim Training mit einem Medizinball verletzt. Für die Partie wurde er dann rechtzeitig fit. Apropos Tag vor dem Spiel. Ein Ritual muss dann immer sein: Eine Fußballpartie wird ausgetragen, meist geht es rund eine Stunde zur Sache.

Besondere Höhepunkte sind für den 34-Jährigen natürlich auch, wenn er mal ein paar Bälle mit den Tennisprofis spielen darf. Gegen Daniel Brands, Cedric-Marcel Stebe und Simon Greul hat er unter anderem schon auf dem Platz gestanden.

Die Atmosphäre innerhalb der Mannschaft beschreibt René Mombartz als sehr familiär. „Das sind alles ganz normale Jungs. Man merkt, dass sie sich in der Mannschaft wohlfühlen, dass sie dort unter Freunden sind”, sagt er. Er selbst sei von Anfang an akzeptiert gewesen. Vor Heimspielen etwa geht die Mannschaft schon mal gemeinsam essen oder ins Kino. Auch René Mombartz ist dann mitunter dabei.

Da er nur wenige Minuten von der Platzanlage des TK Kurhaus entfernt wohnt, kommen auch schon mal spontane Aufträge. SMS oder Anrufe nach dem Motto „Kannst du mal eben schauen” sind dann nicht selten.

„Es macht großen Spaß”, fasst der Teamarzt zusammen. Spaß, der aber auch anstrengend sein kann. Während die meisten Spieler mit dem Flugzeug zu Auswärtsspielen anreisen, setzt sich René Mombartz mit den Aachenern des Vereins in einen kleinen Bus. Außerdem muss Mombartz zwei Wochenenddienste im Monat in der Klinik machen. Wenn die Saison läuft, wird das jedoch schwierig. Entweder nimmt er sich dann Urlaub, hin und wieder kann er aber auch mit Kollegen tauschen.

Wenn es dann läuft wie beim Bundesligafinale, dann hat sich der Aufwand so richtig gelohnt.
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