Wenn der Postmann mit dem E-Trike kommt...

Von: Tobias Röber
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Seit einigen Tagen sind Ouahibi Boussenna, Lothar Rappsilber und Peter Plum (von links) mit E-Trikes in der Indestadt unterwegs. Foto: Tobias Röber

Eschweiler. Peter Plum ist seit 31 Jahren Postbote in Eschweiler. Klar, dass er da schon einiges erlebt und etliche Veränderungen mitgemacht hat. Die letzte erst kürzlich. Peter Plum ist einer von fünf Zustellern, die nicht mehr zu Fuß, mit dem Fahrrad oder E-Bike, sondern mit einem E-Trike unterwegs sind.

Ein E-Trike ist ein Dreirad mit Hilfsmotor. 1500 davon sind bis Jahresende deutschlandweit bei der Deutschen Post im Einsatz, 435 davon in Nordrhein-Westfalen.

„Das ist optimal“

Und Peter Plum ist einer, der es bereits intensiv nutzt. Und schon nach wenigen Wochen sagt er: „Das ist optimal. Ich will nichts anderes mehr haben.“ Schaut man sich den Bezirk von Peter Plum an, ist das kein Wunder: Er muss unter anderem nach Röhe hoch. Den Berg mit Fahrrad und kiloweise Post? „Nein danke!“, sagen da wohl die meisten.

Peter Plum mag die körperliche Anstrengung und die frische Luft. Das E-Trike erleichtert seine Arbeit ungemein, immerhin legt er täglich bis zu 20 Kilometer zurück. Die Bezirke für die Zusteller werden nämlich stetig größer. 29 Bezirke gibt es in Eschweiler noch, bei sogenannten Bemessungen werden Größe und Anzahl regelmäßig angepasst. Will heißen: Die Bezirke werden größer.

„Die körperliche Belastung wird reduziert. Ich bin nicht mehr so ausgepowert. So werden Konzentrationsfehler vermieden“, sagt Plum und ergänzt: „Es ist ein verantwortungsvoller Job. Bei dem man übrigens auch immer wieder Kurioses erlebt. So sind die Geschichten vom Postboten und dem Hund keine Mär, sondern Realität. Peter Plum sah sich auch bereits mit etwas aggressiveren Hunden konfrontiert. Dann komme es auch schon mal vor, dass die Tür geöffnet wird und der- oder diejenige steht mit wenig oder nichts an außer der Körperbehaarung vor Plum. Ganz Profi gehe man darüber einfach hinweg.

Die E-Trikes werden in Zustellbereichen eingesetzt, die aufgrund von Steigungen nur schwer mit dem Fahrrad beliefert werden können. Auch Zusteller mit gesundheitlichen Problemen können E-Trikes beantragen. Die fünfgängigen Fahrzeuge erreichen auf ebener Fläche eine Geschwindigkeit von bis zu 24 Stundenkilometern. Und es gibt eine elektronische Anfahrhilfe, die ein Tempo von rund sechs Stundenkilometern vorgibt.

Ein weiterer Vorteil, an den man derzeit noch gar nicht so richtig denken mag: „Besonders die höhere Fahrsicherheit im Winter wurde gelobt“, sagt Dieter Pietruck, Pressesprecher der Deutschen Post, nach Praxistests. Logisch: Rutschen kann ein E-Trike zwar, umfallen jedoch eher nicht. außerdem muss bei einem E-Trike nicht jedes Mal ein Ständer herauf- oder heruntergeklappt werden.

Proviant und Regenjacke

Mit den E-Trikes können die Zusteller Briefsendungen mit einem Gewicht von bis zu 80 Kilogramm transportieren. Das sind rund 60 Prozent mehr als die Kollegen, die mit einem Zweirad unterwegs sind. Etwa 1500 Postsendungen stellt Peter Plum täglich zu.

Für persönliche Gegenstände, etwas Proviant oder eine Regenjacke, gibt es zusätzliche Boxen an den E-Trikes. Einen Regenschutz für die Postsendungen gibt es selbstredend ebenfalls.

Natürlich bekommt jeder E-Trike-Nutzer vor der ersten Fahrt eine ausführliche Einweisung, Probefahrten inklusive.

Wenn Peter Plum am Nachmittag fertig ist, entnimmt er dem E-Trike die Batterien. Die kommen an die Steckdose, und nach vier Stunden sind sie wieder einsatzbereit.

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